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4.0 von 5 Sternen
Tolles Debüt, 31. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Erben der Schuld (Broschiert)
Bettina Reiter hat mit ihrem Debütroman wirklich ein tolles Unterhaltungswerk geschaffen. Der Leser fiebert mit der Protagonistin Mary-Ann mit. Ihr Ehemann James White entpuppt sich nach der Hochzeit als wahres Monster. Vergewaltigungen, Züchtigungen und Intrigen gehören für ihn zur Tagesordnung. Er vergreift sich nicht nur an seiner Ehefrau, sondern auch an seinem Personal, um an seine Ziele zu kommen. Aber auch James ist nur ein Werkzeug von seinen Großvater gewesen. Für den Leser wird es nachvollziehbar warum James so handelt, allerdings wird der Leser sich nie auf seine Seite stellen können. Mary-Ann wird in diesem Roman eine immer stärker werdende Rolle übernehmen und auf den letzten Seiten habe ich mich ertappt, die Seiten zu überspringen um schnell zu erfahren wie die Geschichte ausgeht. Mir hat die bildhafte Sprache der Autorin sehr gut gefallen und ich habe mich in einer unbekannten Zeit wiedergefunden. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite. Einige Teile des Romans sind historisch wiederzufinden doch die Hauptfiguren sind fiktive Gestalten. Alle Protagonisten sind unterschiedlich und haben eine schöne Tiefe. Doch auch mit nur kurz angeschnittenen Figuren wird man mitleiden, wenn die grausamen Taten von James White beschrieben werden. In einer Lesepause fragte ich mich, warum man eigentlich immer sagt *früher war alles besser*. Die Szenen, die Bettina Reiter beschreibt, sind alles andere als schön und ich bin froh in einer Zeit zu leben wo Frauen etwas zu sagen haben. Leser, die Missbrauch und Gewalt am eigenen Leib erfahren haben, sollten dieses Buch vielleicht nicht lesen, da ihre Erinnerungen sie sonst überrollen könnten. Auch würde ich dieses Buch erst ab 16 Jahren empfehlen. Allerdings eignet sich dieses Buch hervorragend als Einstieg in das Genre Historischer Roman. Gerade junge Frauen werden sich freuen die Liebesgeschichte von Mary-Ann mitzuerleben, die sich im Laufe des Romans eröffnet. Das Ende ist unerwartet und die Autorin hat sich die Chance gelassen, eventuell einen weiteren Band über Mary-Ann zu schreiben. Fragen bleiben allerdings nicht offen, sodass man das Buch mit einen guten Gefühl zuschlägt. Fazit Ein wundervolles Debüt einer jungen Autorin, die ihre privaten Erfahrungen mit in den Roman einfließen lässt.
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4.0 von 5 Sternen
ein wunderbares Buch, 27. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Erben der Schuld (Broschiert)
Ich kann manchen Vorrednern nicht zustimmen. Mich hat beim Lesen dieses sehr gelungenen Buches weder der Ekel gepackt, noch wollte ich Mary-Ann zur Vernunft bringen, weil ich die Probleme von Frauen, die in einer angstbesetzten schwierigen, ja traumatisierenden Ehe leben, aus meinem Berufsalltag zur Genüge kenne. Dreht man das Rad der zeit um einige Jahrhunderte zurück, so sieht man, dass das Ausbrechen" aus einer solchen Ehe mit Sicherheit ein noch schwierigeres Unterfangen war als heute und mit großen Gefahren verbunden war, Frauen waren rechtlos, spielten ohne männlichen Beschützer" keine Rolle im Gesellschaftsleben, büßten ihr Aufbegehren oft genug mit dem Tod oder drakonischen Strafen. Für mich ist es unbedingt notwendig, dass die Autorin Mary-Ann als verängstigte Frau darstellt, die zeitweise eine devote Haltung an den Tag legt oder zu legen scheint, es ist auch heute noch so, dass viele Frauen jahrelang, zum Teil jahrzehntelang in einer von Gewalt, Psychoterror und Bedrohung geprägten Beziehung ausharren. Der Großteil der Betroffenen tut dies aus Scham, aus Angst vor dem Partner und vor der Ablehnung der Umgebung, aus Angst um die Kinder, aus materieller oder befürchteter materieller Not oder, weil es sich um ein vertrautes Beziehungsmuster handelt. Mein Eindruck vom Buch lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Es hat mich absolut gefesselt, ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen und habe es sehr genossen, dass einmal eine stille Heldin, eine zutiefst lebensechte Frau im Mittelpunkt einer sehr interessanten Geschichte steht. Von sich ständig bewährenden Superfrauen habe ich die Nase voll. Ich empfinde die Figuren als sehr lebendig, als vielschichtig und treffend. Die Autorin erzählt höchst spannend und humorvoll, ich konnte oft schmunzeln, besonders, wenn Olivia Teil des Geschehens war. Ich finde, dass dieses Buch alles hat, was ein sehr gutes, empfehlenswertes Buch ausmacht. Der Schreibstil ist fesselnd, Humor und Spannung sowie Psychologie kommen nicht zu kurz. Hut ab, ein wunderbares Buch. Ich freue mich auf weitere Werke dieser Autorin und gebe ihr aus voller Überzeugung fünf Punkte, also die höchstmögliche Punktezahl.
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3.0 von 5 Sternen
eine nicht ganz so euphorische Meinung..., 13. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Erben der Schuld (Broschiert)
Mary-Ann lernt auf einem Ball den gutaussehenden und sehr charmanten James White kennen und ist sogleich fasziniert von diesem Mann. Sie heiraten, doch dann folgt schnell das böse Erwachen. James ist charakterlich alles andere als der, der er vor der Hochzeit vorgegeben hat, zu sein. Er misshandelt seine Frau, weil sie ihm trotz regelmäßigen Beischlafs noch immer keinen Erben geschenkt hat, den er dringend benötigt, um eine wichtige Auflage im Testament seines Vaters zu erfüllen. Zudem ist er kalt, äußerst gewissenlos und geht sprichwörtlich über Leichen, um seinen Geltungsdrang und seine Gier nach Macht und Reichtum zu befriedigen. Seine intriganten Züge werden im der Zeit immer stärker deutlich, auch wenn Mary-Ann zunächst die Augen davor verschließen möchte. Als jedoch ein Mordanschlag auf ihren Bruder William verübt wird, der nur durch den beherzten Eingriff von John van Hoven, einem holländischen Nachbarn, in letzter Sekunde vereitelt werden kann, keimt in ihr langsam ein schrecklicher Verdacht, der sich mehr und mehr verhärtet. Mary-Ann sieht schließlich ein, dass ihr Mann der Rädelsführer des Ganzen war und würde liebend gern Hals über Kopf dieser ungeliebten Ehe entfliehen- und das am liebsten Mit John van Hoven, der nach ihrer ersten Begegnung mit ihr genauso fasziniert von ihr ist, wie sie von ihm. Doch ihr sind die Hände gebunden, denn James White hat ihr kurz zuvor einen Säugling untergeschoben, den sie als ihr eigenes Kind ausgeben soll und er droht damit, das Kind zu töten, würde sie sich jemals seinem Willen widersetzen. Lediglich die Liebe zu John, der nichts davon ahnt, wie sehr Mary-Ann in ihrer Ehe leidet und ihre Freundschaft zu den Hauangestellten Victoria und Köchin Melly geben ihr Kraft, dem ungeliebten Mann mutig die Stirn zu bieten. Doch kann es ein Happy-End für John und Mary-Ann geben? Dieser historische Roman von Brigitte Reiter besticht durch einen sehr guten, fesselnden Schreibstil, der mich ziemlich in den Bann zog. Die Geschichte um eine junge Ehefrau, die mit einem grausamen Tyrannen verheiratet wurde und sich langsam aber sicher versucht von ihm zu befreien, ist zwar nicht neu, jedoch spannend umgesetzt. Die politischen Ereignisse dieser Zeit werden zwar behandelt, nehmen jedoch nicht zu viel Raum in der Geschichte ein. Mary-Ann und John van Hoven sind zwei sympathische Charaktere, jedoch fehlte mir ein wenig eine tiefgründigere Beschreibung ihres Seelenlebens und ihrer Gedankenwelt und ihre aufkeimende Liebe war mir ebenfalls etwas zu knapp gehalten. Die Figur, die eigentlich am ausführlichsten beschrieben wurde, war die des Bösewichts, James White. Trotzdem empfand ich die Darlegung seines Charakters und sein Verhalten eine Spur 'too much', um noch glaubwürdig zu wirken. Genauso ging es mir auch mit den Vergewaltigungen und Misshandlungen an den Frauen in diesem Roman. Natürlich war das Leben in früheren Zeiten kein Zuckerschlecken, jedoch war der Bösewicht des Romans so frauenverachtend, dass ich beim Lesen regelrecht angeekelt von ihm war. Fazit: Trotz kleiner Kritikpunkte meinerseits, ein stellenweise interessanter Debütroman von einer Autorin, die ich weiterhin im Auge behalten werde. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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