Auf über 250 Seiten stellt die Historikerin und Militzke-Autorin Kathrin Kompisch Englands spektakulärste Kriminalfälle vor. Sie gliederte ihr Buch chronologisch, wobei jeder Zeitdekade ein bekannter Kriminalfall zugeordnet wurde. Wir finden Edith Thompson, die "Messalina von Ilford", Alma Rattenbury, Ruth Ellis, die "Moor Murderers" Myra Hindley und Ian Brady (der mittlerweile selbst in GB als Autor bekannt ist, wenngleich sehr umstritten), Peter Sutcliffe, der "Yorkshire Ripper", Dennis Nilsen, die Wests, den Massenmörder Thomas Hamilton, der für das Massaker an zahlreichen kleinen Schulkindern in Dunblane verantwortlich war sowie "Dr. Death" Harold Shipman. Neu bei Kompisch ist die historische, rechtsgeschichtliche und zugleich gesellschaftskritische Zuordnung der Fälle, wenngleich sie an einzelnen Stellen nicht überzeugen kann. Zu schwammig sind Sätze wie: "An der Vielzahl britischer Serienmörder mag einmal die sensationslüsterne englische Boulevardpresse schuld sein, die solchen Taten ungeheuer große Aufmerksamkeit zollte und die daher stärker ins Bewusstsein drängen. Eine andere Theorie (sic!) besagt, dass die schlechte Wirtschaftslage, die ungerechte Klassengesellschaft und die allgemeine Ungleichheit der Chancen, z. B. im Bildungswesen, Ursachen der großen Zahl von Serienmorden nach 1945 sein könnten." Wenn das alles stimmt, steht Deutschland ein Boom an Serienmorden bevor! Fazit: Trotz des relativ hohen Preises bei keiner einzigen Abbildung und etwas schwachbrüstigen gesellschaftspolitischen Aussagen gebe ich trotzdem 4 von 5 Sternen, weil das Buch spannend und fundiert von einer Historikerin geschrieben wurde, der man weiterhin viel Erfolg bei ihren Büchern wünscht.