Ich habe diesen Roman sehr genossen, denn: endlich einmal wieder ein ganz klassisches Fantasy-Märchen, genau so, wie man es sich erhofft, wenn man den Klappentext liest: Eine bezaubernde Geschichte, die mich ein bißchen an Michael Endes „Unendliche Geschichte" erinnert hat: Auf eine Art und Weise poetisch entwirft der Autor eine Welt, die einem in Staunen versetzt, eine zauberhafte Welt eben, die das Kind im Leser anspricht.
Auch das konventionelle Gut-und-Böse-Schema erinnert an ein Märchen - hier ist von Anfang an klar wer gut und wer böse ist - und irgendwie ist das nach all den komlexen, psychologischen Romanen die ich so gelesen habe, fast eine Erleichterung. Die Motivation des Antagonisten ist schnell geklärt: Er ist böse, weil er einfach böse ist. Nur mit dieser simplen, aber befriedigenden Logik kann es ein Happy-End geben.
Besonders gefallen haben mir auch die Figuren, die Jonas T. Krüger entworfen hat - allen voran der sprechende Hirsch Osmon.
Mein Fazit: „Das Erbe des Magiers" ist ein Buch, in dem man ganz und gar versinken möchte, so sehr nimmt einem seine fiktive Welt und das Abenteuer seiner Helden gefangen. Klappt man es dann nach der letzten Seite zu, bereut man doch, dass man es einfach nicht aus der Hand legen konnte, wäre man doch lieber noch länger bei Osmon, Dorian und Fabiola geblieben.
So müsste Fantasy immer sein - märchenhaft!
(Übrigens auch dem Ueberreuter-Verlag ein Lob: In der Reihe „Meister der Fantasy" erscheint der Roman hübsch aufgemacht, gebunden, und macht sich so gut im Regal & als Geschenk.)