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TOP 500 REZENSENTam 20. September 2014
Momentan sind skandinavische Krimis angesagter denn je, wobei gerade Stig Larssons Millenium Trilogie dieser ‚Szene‘ einen ordentlichen Popularitätsschub verschafft hat. Jussi Adler-Olsen ist dabei ebenfalls ein renommierter Autor, dessen Bücher gerade im neuen Jahrtausend wachsenden Zuspruch fanden. Mit „Erbarmen“ (im Original „Kvinden i buret“), dem Buch, dass Adler-Olsen den Durchbruch bescherte, findet nun auch eines seiner Werke den Weg auf die Leinwand. Und das hinterlässt gleich einen herausragenden Eindruck.
Auch wenn Autor Jussi Adler-Olsen für die Rolle des Carl Mørck lieber Peter Lohmeyer gesehen hätte, erledigt Hauptdarsteller Nikolaj Lie Kaas („Illuminati“, „Old Men in New Cars“) seine Aufgabe wirklich sehr gut. Zusammen mit Fares Fares („Zero Dark Thiry“, „Safe House“), der seinen Partner Assad verkörpert, bilden sie ein dynamisches Duo, das stark von der Unterschiedlichkeit der Charaktere lebt. Ihre Darstellung, sowie der übrigen Schauspieler ebenso, ist dabei stets natürlich und glaubwürdig, was durch einige passende zynische Sprüche (Mørck zu seinem Kollegen, der den Fall zuerst bearbeitet hat: „Tu mir einen Gefallen: Wenn ich ermordet werden sollte, übernimm bitte nicht meinen Fall!“) sehr gut aufgelockert wird. Ach ja: Was nicht unerwähnt bleiben sollte: Darstellerin Sonja Richter in ihrer Rolle als entführte und in einem Druckluftbehälter gefangene Politikerin Merete ist einfach nur herausragend!
Zwar gibt es einige Abweichungen zwischen der Filmhandlung und dem Originalbuch, was aber keineswegs störend auffällt und dessen ungeachtet dennoch eine spannende Geschichte gezeigt wird, die ab der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Dabei erinnert „Erbarmen“ zwar hier und da an die bereits oben erwähnte „Millenium-Trilogie“ sowie an Mankells Wallander, was aber keinesfalls negativ in Erscheinung tritt, wobei die Adler-Olsen Verfilmung mehr als genug eigene Ideen und Elemente besitzt, um sich von diesen Titeln abzuheben. Die parallele Erzählweise steigert dabei die Spannung deutlich und fesselt den Zuschauer unweigerlich für die nächsten anderthalb Stunden vor dem Fernseher / der Leinwand.

Bild
Das Bild (2,35:1) punktet mit einer stimmungsvollen, aber authentischen Darstellung. Zwar ist die Schärfe nicht auf Referenzniveau, aber dennoch werden gute bis sehr gute Schärfewerte erzielt und ein hoher Detailgrad geboten. Die Farben sind matt und kühl gehalten, bleiben aber stets natürlich, was sehr gut zur bedrückenden, leicht morbiden Atmosphäre passt. Der Kontrast ist in dieser Hinsicht ausgewogen und stimmig. Der Schwarzwert ist gut. Durchzeichnungsprobleme sind nur vereinzelt und schwach festzustellen. Kompressionsspuren sind überhaupt nicht aufgefallen.

Ton
Der Ton liegt in Deutsch und Dänisch in DTS-HD MA 5.1 vor. Zwar ist der Film dialoglastig ausgefallen, was dennoch keine räumlich aktive Abmischung verhindert, da die hinteren Kanäle doch recht oft angesprochen werden, so dass eine solide Surroundatmosphäre erzeugt wird. Der Subwoofer darf ebenfalls recht oft zeigen was in ihm steckt und bietet einige kräftige aber prägnante Bässe. Diese könnten zwar noch aggressiver sein, was aber wiederum nicht zum Film gepasst hätte, von daher ist alles im grünen Bereich. Die Abmischung klingt stets natürlich und klar, bei guter Dynamik und ausgewogener Balance. Die Dialoge sind stets klar verständlich.

Ausstattung:
Making Of
Interviews mit Mikkel Nørgaard und Nikolaj Lie Kaas
Teaser zu „Schändung“
Kinotrailer
TV Spots

Neben einem vierteiligen ca. 25 minütigen Making of gibt es noch 2 Interviews mit Regisseur Mikkel Nørgaard und Hauptdarsteller Nikolaj Lie Kaas, TV-Spots und Trailer zum Film, sowie einen kurzen, aber nichtssagenden Teaser zum zweiten Teil „Schändung“, der im Januar 2015 in die Kinos kommen wird. Eine Trailershow sowie ein Wendecover sind ebenfalls vorhanden. Sämtliche Extras liegen in HD vor.

Fazit:
Mit „Schändung“ steht bereits die nächste Jussi Adler-Olsen Verfilmung um Carl Mørck und Assad in den Stadtlöchern, welche im Januar 2015 in die Kinos kommen soll. Wer bis dahin nicht warten kann, darf solange mit dem ersten Teil „Erbarmen“ auf Blu-ray vorlieb nehmen, die technisch überzeugt. Wer auf skandinavische Krimis steht, ist hier wirklich gut beraten. Nur Fans des buches sollten keine detailtreue Verfilmung erwarten, da die Handlung vereinfacht und auch inhaltlich etwas abpasst wurde.
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Nachdem sich meine Freundin die Blu-ray gekauft und ich mir den Film ein zweites Mal angesehen habe, muss ich eine Bewertung nach oben vornehmen und ihm einen fünften Stern geben.

"Erbarmen" ist eine packende Romanverfilmung nach einem Buch von Jussi Adler-Olsen. Hauptakteur ist der Polizist Carl Mørck. Dieser dringt ohne auf die Verstärkung zu warten mit seinen Partnern Anker und Hardy in ein Gebäude ein, wo sie eine Leiche finden. Da sie zunächst relativ abgelenkt sind, gelingt es einen unbekannten Täter das Feuer auf die drei, die sich noch im Haus befinden von draußen zu eröffnen. Anker wird dabei getötet, Hardy und Mørck schwer verletzt.

Nach einem Jahr meldet sich Mørck wieder zum Dienst. Sein Chef teilt ihm mit, dass er nicht mehr für das Morddezernat arbeitet. Die einzigen, die mit ihm hätten noch etwas zu tun haben wollen, wären Anker und Hardy gewesen. Da Anker jetzt tot ist und Hardy seit dem Angriff querschnittsgelähmt ist bekommt Mørck das neue ins Leben gerufene Dezernat Q unterstellt. Dezernat Q besteht aus Mørcks Kollegen Assad, der aus der Registratur kommt und den er zuvor noch nie gesehen hat und einem Kellerloch. Anstatt Fälle aufzuklären soll Mørck nunmehr ungelöste Karteileichen auswerten und diese Fälle für das Archiv aufarbeiten. Angetan hat es ihm nach anfänglichem Unbehagen sofort der erste Fall, den er früher selbst gerne gelöst hätte.

Die Politikerin Merete Lynggaard soll vor fünf Jahren von einer Ostseefähre gesprungen sein und Selbstmord begangen haben. Da sie jedoch ihren behinderten Bruder Uffe dabei hatte um den sie sich seither fürsorglich kümmerte glaubt Mørck nicht an einen Suizid. Er beginnt zu ermitteln...

Die dänische Verfilmung steht Hollywoodproduktionen in nichts nach. Die mir allesamt unbekannten bzw. mir so nicht so aufgefallenen Darsteller machen ihre Sache gut und spielen eindringlich. Nachdem der Film zunächst mit einem Knaller beginnt lernt man den eher unsympathischen Stoffel und Eigenbrötler Mørck kennen. Dann geht es etwas ruhiger weiter mit der zwar spannenden Ermittlungsarbeit bis man einen Aha-Effekt bekommt und sich das Ganze nach und nach zu einem runden Bild ergibt. Ich kann nicht meckern, hat mir ganz gut gefallen.

Alle Technikfreaks kann ich beruhigen, ich kenne mich zwar mit den Spezifikationen nicht aus, aber das Bild der Blu-ray war sehr gut. Die Blu-ray enthält einige Extras, die wir uns jedoch nicht angeschaut haben. Wir hatten den Film als Einstieg für den zweiten Teil "Schändung" angeschaut.
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am 4. Januar 2015
Wieder einmal zeigen die Skandinavier, wie man Thiller macht.
Es ist meiner Meinung nach gut gelungen, aus dem Buch einen Film zu machen.
Wobei, auch das sei erwähnt, der Regisseur die Romanvorlage verdichten musste. Auffällig ist das - im Vergleich zum Buch - etwas andere Verhältnis zwischen Carl und Assad.
Gut gelungen finde ich auch die Vísualisierung der Stimmungen und Orte aus dem Buch.

Zum Inhalt ist schon an anderer Stelle genug (zuviel) gesagt, so dass ich mich nicht wiederholen muss.

Aber noch ein Hinweis für Fans der Orginalsprache:
Wer des Dänischen nicht mächtig und auf die Untertitel angewiesen ist, bekommt leider nicht die sprachlichen Verwirrungen von bzw. mit Assad mit.

Auch wenn ich schon auf das Buch verwiesen habe, man kann den Film auch sehr gut ohne Kenntnis der Romanvorlage sehen und wird mit einem spannenden und beklemmenden Thriller belohnt.
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am 10. November 2014
Sehr guter Krimi mit klasse Schauspielern. Ich hätte gerne 5 Sterne gegeben, aber dafür fehlt mir der trockene und bissige Humor, den die Charaktere in den Büchern von Jussi Adler-Olsen versprühen.
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am 27. April 2016
das buch war top, der film in meinen augen ein flopp....
vielleicht sollte man dann lieber erst den film sehen und dann das buch lesen, dann ist der film bestimmt gut.... aber mit dem buchwissen fand ich ihn nicht gelungen - habe mir einfach mehr erwartet. die hauptdarsteller haben für mich gar nicht gepasst...
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am 7. Oktober 2014
Ich mag generell Filme aus Skandinavien - Erbarmen zeigt wieder wieso.
Relativ unbekannte Schauspieler (in Deutschland), einfache Story, wenige Kosten...und dennoch entstehen Meisterwerke!
Das Buch war mir völlig unbekannt, ich habe nur den Film entdeckt und gleich mitgenommen aufgrund halt der Herkunft / Produktion.
Der Film bietet Spannung und Aufregung zu jeder Minute und fesselt ungemein.
Meiner Meinung ein wirklich toller Film für düstere, verregnete Filmabende.
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am 5. Januar 2015
Vorweg sei gesagt, dass ich das Buch gelesen habe, sowie auch die meisten anderen Bücher aus der Carl Morck Reihe.
Zu den Büchern möchte ich anmerken, dass ich mich vor dem Lesen des ersten Buches gefragt habe, warum diese als Thriller, nicht als Krimi, kategorisiert werden. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, wie man schriftlich wirksam eine Kriminalgeschichte zu einem Thriller verschärfen kann. Die Antwort ist, Jussi Adler Olsen hat das ganz hervorragend drauf. Er schafft es durch seine Detailverliebtheit die Fantasie zu beflügeln und das sogenannte Kopfkino auszulösen, aber außerdem auch die nötige Spannung aufzubauen, aufrechtzuerhalten und gut getimed richtige Schockmomente zu erzeugen. Der richtige thrill kommt in späteren Büchern der Reihe noch deutlich stärker heraus.
Doch nun zum Film.
Meiner Auffassung nach handelt es sich um einen typisch skandinavischen Krimi. Realitätsnahe Farbgebung mit einem Hang zum Tristen, was gut passt und somit nicht negativ gemeint ist. Es wird insgesamt recht wenig geredet und die Dialoge sind knapp und lassen Raum für Fantasie. Überhaupt bleibt in nahezu jedem Dialog dieses Films irgendetwas offen, bzw. es bleibt etwas unausgesprochen, jedoch greifbar in der Luft hängen. Das passt zu einem Krimi und hat seinen Reiz.
Ein Thriller ist es leider nicht. Dafür fehlen die Schockmomente innerhalb des Spannungsbogens und der Spannungsbogen ist mir insgesamt etwas zu flach. Überhaupt kommen die Dimensionen dieses Verbrechens nicht stark genug zur Geltung. Die Psyche des Zuschauers wird, anders als in der Buchvorlage, nicht genug beansprucht, bzw. herausgefordert.
Die Nähe zur Buchvorlage leidet an einigen Stellen, insbesondere am Schluß. Hier erkennt man den Roman kaum wieder. Wahrscheinlich war eine größere Nähe zum Buch wohl zeitlich nicht in normalem Rahmen darstellbar. Ganz besonders fällt auf, dass das Ende des Films doch zu sehr ein "Happy End" ist. Das endet im Buch, für Thriller durchaus typisch, nicht ganz so happy und wird außerdem nicht vollständig aufgelöst wird. Auf nähere Details hierzu möchte ich nicht eingehen, da vielleicht der ein oder andere Leser/ die Leserin dieser Rezension das Buch noch lesen möchte.
Insgesamt, wenn ich versuche diesen Krimi unabhängig vom Buch zu beurteilen, muss ich sagen, dass es ein spannender Film ist und gebe ihm deshalb vier Sterne.
Zieht man z.B. den Vergleich mit so einem hervorragenden Thriller wie "Sieben", oder berücksichtigt man die Kenntnis der Buchvorlage, dann wären es eigentlich eher dreieinhalb Sterne aber das lässt sich nun mal nicht abbilden.
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am 4. Oktober 2014
(Kinoversion)

Verfilmungen nordischer Thriller stehen ja seit einigen Jahren hoch im Kurs, bestes und erfolgreichstes Beispiel dürfte hierfür die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson sein, deren Erfolg sich sogar bis Amerika herumgesprochen hat, wo bereits das Remake des ersten Teils der Trilogie mit Daniel Craig verfilmt wurde. Nun hat auch Jussi Adler Olsen eine auf 10 Teile angelegte Krimi-Reihe geschrieben, von der bislang vier Teile veröffentlicht wurden. In "Erbarmen" geht es um den ersten Fall von Kommissar Carl Mørck, verfilmt wurde das Ganze von Mikkel Nørgaard ("Gefährliche Seilschaften") und geworden ist daraus ein überaus spannender, gut gelungener Thriller, den man 97 Minuten lang gebannt verfolgt.

Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas, "Illuminati") arbeitet als Vizekriminalkommissar bei der Polizei in Kopenhagen. Als er sich bei einem Einsatz mal wieder nicht an die Vorschriften hält und es so zum Tod eines seiner Kollegen und der schweren Verletzung eines anderen Kollegen kommt, wird Mørck von Chef Jacobsen (Søren Pilmark, "Flickering Lights") in die neu gegründete Abteilung "Q" strafversetzt. Dort soll er so genannte "Cold Cases", also alte, ungelöste Kriminalfälle überprüfen und archivieren. Hierfür zur Seite gestellt wird dem sturen und arroganten Kommissar ein Assistent, Assad (Fares Fares, "Zero Dark Thirty"), mit dem er sich sogleich den Fall der vor fünf Jahren verschwundenen Politikerin Merete Lynggaard (Sonja Richter, "Stealing Rembrandt") vornimmt. Angeblich habe diese auf einem Fährschiff Selbstmord begangen, ihre Leiche wurde aber nie gefunden. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden Polizisten auf zahlreiche Ungereimtheiten und rollen den ganzen Fall wieder auf, sehr zum Missfallen von Jacobsen. Was Mørck herausfindet, ist so unglaublich, dass er sich und Assad damit in akute Lebensgefahr bringt…

Ich kenne die Buchvorlage von Jussi Adler Olsen nicht, habe mich aber insoweit belesen, dass ich sagen kann, dass Regisseur Nørgaard hier ein paar Kürzungen und Änderungen vorgenommen hat. Die Buchvorlage ist dichter und weist mehrere Protagonisten auf, die im fertigen Film nicht vorkommen. Für Kenner des Buches mag dies ein Nachteil sein, für den "unbelesenen" Zuschauer ergibt sich daraus ein überaus spannender Thriller, der in jeder Minute Laufzeit überzeugt.

Mit Carl Mørck hat der Buchautor einen wunderbar sturen, schroffen Ermittler kreiert, der ähnlich kompromisslos und direkt zu Werke geht wie zum Beispiel Kommissarin Saga Norén aus "Die Brücke - Transit in den Tod". Mørck ist ein sturer Bock, wie er im Buche steht, lässt sich von Obrigkeiten nichts sagen und wühlt so lange im Dreck, bis er die Wahrheit gefunden hat. Dies gereicht dem misanthropischen Kommissar nicht immer zum Besten, hat er durch sein rücksichtsloses Verhalten doch schon seine Ehe ruiniert und sich bei fast allen Kollegen unbeliebt gemacht. Doch für Mørck steht nur eins im Vordergrund: Verbrechen aufklären und Gangster hinter Gitter bringen. Das merkt sein neuer Kollege Assad auch ziemlich schnell, kann aber mit seiner fast gütigen Langmut recht gut mit Mørcks unzugänglichem und schwierigem Charakter umgehen.

Mørcks Jagdinstinkt ist in dem dunklen Kellerbüro, in das man ihn strafversetzt hat, schnell wieder geweckt, denn die angeblich alten und langweiligen Fälle, die er archivieren soll, entpuppen sich als ungeklärte Mord- oder Entführungsfälle, in denen längst nicht alle Fragen beantwortet wurden. Da wäre zum Beispiel der angebliche Selbstmord der Politikerin Merete Lynggaard, die vor fünf Jahren von einer Fähre verschwand und deren Leiche nie gefunden wurde. Warum aber sollte Lynggaard, wenn sie denn wirklich vorgehabt hätte, sich umzubringen, ihren geistig behinderten Bruder Uffe mit auf die Fähre nehmen? Diesen und anderen Fragen geht Mørck nach und deckt dabei einen schier unglaublichen Entführungsfall auf, worauf sich auch der Originaltitel des Films "Kvinden i buret" (Frau im Käfig) bezieht.

"Erbarmen" ist straff und spannend inszeniert. Zwar sind die Hintergründe, die letztendlich zu dem Verbrechen geführt haben, etwas weit hergeholt und stilisiert, aber man kann ja auch von einem durchgeknallten Psychopathen nicht verlangen, dass er logisch oder menschlich handelt, oder? Eben. Deshalb gibt es für die leicht konstruiert wirkende Auflösung auch nur einen kleinen Abzug in der B-Note. Denn ansonsten ist "Erbarmen" bestes dänisches Thrillerkino. Die Dänen können sowas eben, und wie gut, zeigt "Erbarmen" hier auf eindrucksvolle Weise. Wendungsreich, spannend, überraschend, manchmal sehr brutal, dabei aber wunderbar bodenständig und realistisch.

Nikolaj Lie Kaas gibt einen herrlich verknitterten Kommissar ohne jegliche soziale Kompetenz ab. Er prescht immer geradewegs auf sein Ziel zu und hält sich nicht lange mit Vorschriften oder Verboten auf. Lie Kaas ist einer der besten dänischen Darsteller und verleiht seiner neuen Rolle genau die richtige Mischung aus grummeliger Sturheit und blitzgescheitem Ermittlungseifer, so dass man ihn trotz seiner wortkargen Unmöglichkeit einfach mögen muss. Fares Fares, Regisseur und Schauspieler, begann seine Filmkarriere 2000 mit seinem Film "Jalla! Jalla!". In "Erbarmen" gibt er den lockeren und geduldigen Assistenten Mørcks, der sich von dessen schroffer Art nicht aus der Ruhe bringen lässt und im Gegensatz zu Mørck dankbar für die neue Aufgabe ist. Er steht voll hinter Mørck, auch wenn er dafür den Pfad der Legalität manchmal verlassen muss. Mørck und Assad sind ein stimmiges Team, das wunderbar harmoniert, so dass man hofft, dass alle 10 Teile dieser neuen Reihe mit den Beiden verfilmt werden. Allen anderen Darstellern kommen nur Nebenrollen zu, die sie aber gekonnt und gewohnt dänisch-souverän ausfüllen.

Somit ist "Erbarmen" ein unbedingt sehenswerter Film aus Dänemark, den man nicht verpassen sollte. Gutes Timing, spannend inszeniert, coole Protagonisten, wendungsreiche Story, authentischer und realistischer Look. Mikkel Nørgaard hat hier alles richtig gemacht, so dass die kleinen Unglaubwürdigkeiten der Story so gut wie nicht ins Gewicht fallen. Und er hat ein neues Ermittlerduo kreiert, von dem man gerne mehr sehen möchte. Ergo gerne fünf von fünf Cold Cases, die es noch zu lösen gilt.
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am 30. September 2014
Es ist ein guter Film, spannend bis zum Schluss. Für den ganz großen Wurf reicht es nach meiner Meinung dennoch nicht:
Den von seinen Kollegen missverstandenen, Kommissar, dem nur sein Assistent - der natürlich Migrationshintergrund hat und deshalb auch ein Außenseiter ist - als einsame Wölfe gegen die Ignoranz des Beamtenapparats - natürlich präsentiert von einem aalglatten Karrierefiesling - kämpfen zu lassen, hat man schon zu oft gesehen.
Ebenso dessen verständnisvollen Vorgesetzten, der ihm zunächst den Rücken frei hält, sich dann den Sachzwängen beugt, ihn fallen lässt und am Ende dann doch unterstützt.

Ein Krimi wie das Land, aus dem er kommt: Nordisch, klar und doch hintersinnig. In der Tradition der skandinavischen Thriller herrscht eine eher düstere Grundstimmung, der Ermittler ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Aber man spürt, dass hinter seiner unnahbaren Fassade die Sturheit letztendlich zu seinem größten Trumpf wird.
„Kvinden i buret“, so der dänische Originaltitel, heißt wörtlich übersetzt „Die Frau im Käfig“ und passt damit deutlich besser als der deutsche Titel „Erbarmen“.

Die Kollegen haben es nicht leicht mit Carl Mørck. Er ist stur, egozentrisch, rechthaberisch. Als Teamplayer kann man ihn wirklich nicht bezeichnen. Bei einem Einsatz, den er zu verantworten hat, werden er und zwei seiner Kollegen in einen Hinterhalt gelockt und angeschossen. Einer, sein bester Freund, überlebt schwer verletzt, wird den Rest seines Lebens vom Kopf abwärts gelähmt bleiben. Mørck ist nach langer Reha wieder einsatzfähig. Glaubt er. Denn dessen Vorgesetzter will das Risiko, ihn mit Waffe im Außeneinsatz ermitteln zu lassen, nicht eingehen. Auch die anderen Polizisten wollen nicht mehr mit Carl zusammen arbeiten.

Um ihn irgendwie zu beschäftigen, wird kurzerhand „Dezernat Q“ ins Leben gerufen. Im Keller der Behörde schlummern Aktenregale voller ungeklärter Fälle. Mørck soll sie endgültig abschließen. Im Klartext: Einschlafen lassen und archivieren. Als Assistent soll ihm Assad dabei eher Gesellschaft leisten als bei der Aufklärung helfen.

Doch man hat die Sturheit von Mørck dabei außer acht gelassen. Denn schon nach ein paar Tagen fällt ihm die Akte Merete Lynggaard in die Hände. Sie soll Selbstmord begangen haben. Mørck findet rasch Ungereimtheiten, die ihn am Ermittlungsergebnis zweifeln lassen.

Lebt Merete Lynggaard noch? Die junge, hübsche Nachwuchspolitikerin soll von Bord einer Fähre gesprungen und ertrunken sein. Dass sie mit ihrem scherst behinderten Bruder auf dem Schiff war, den sie aufopferungsvoll pflegte, ist für Mørck Indiz, dass an der Selbstmord-Theorie nicht viel dran ist. Er beginnt mit eigenen Ermittlungen, die ihn weit in die Vergangenheit von Merete Lynggaard führen sollen ....

Die Rolle des Unsympathen nimmt man Nikolaj Lie Kaas als Carl Mørck nicht so ganz ab. Man leidet mit ihm, wenn er gegen die Mühlen der Bürokratie kämpft. Fares Fares gibt seinen Assad grundsolide; dass er bei einigen Beleidigungen seitens Mørcks freundlich, fast schon devot und loyal bleibt, hat er dem Drehbuch zu verdanken. Ein wenig mehr Profil, ein paar Kanten und das eine oder andere Widerwort hätten seiner Rolle gut zu Gesicht gestanden. Sensationell in ihrem Ausdruck und der Intensität ihres Schauspiels ist Sonja Richter als Merete Lynggaard. Auch Mikkel Boe Følsgaard als ihr Bruder Uffe liefert eine grandiose schauspielerische Leistung ab. Es gelingt ihm grandios, ohne ein einziges gesprochenes Wort, seinen Stimmungen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Das Bild der Blu-ray ist auf aktuellem Niveau. Auch bei Großprojektion detailreich und scharf. Die Farbabstimmung des Films ist größtenteils düster, was die bedrohliche Grundstimmung verstärkt. Dennoch darf man sich auf gute Kontraste und Schwarzwerte freuen.

Auch der deutschen Tonspur hat man das unkomprimierte DTS-HD Master Audio 5.1 gegönnt, der Sound kommt aus allen fünf Lautsprechern des Soundsystems und zieht den Betrachter förmlich in die Atmosphäre des Films.
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am 12. März 2016
Ein wirklich spannender Film der uneingeschränkt zu empfehlen ist. Dieses ist der erste Fall der beiden Ermittler, die zunächst erst einmal sehr verschieden sind. Bei diesem Film wird man mit Sicherheit nicht vor dem Ende einschlafen. Sollte Ihnen der Film gefallen, sollten sie unbedingt den zweiten Fall ,,Fasanentöter'' schauen. Der hat 5 Sterne verdient.
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