Wenn ich mich recht erinnere, sagte Vince Clarke damals (1995) in einem Interview, dass er es Leid ist seine Stücke ständig von anderen remixen zu lassen und dann das Ergebnis zu hören. Ich gebe ihm da völlig Recht, denn die Remixe, egal ob von Erasure oder anderen Bands, zielen auf den kommerziellen Markt, gepaart mit der Hoffnung, dass dann auch die Tanzflächen der Clubs eingenommen werden. Das führte meiner Meinung nach seit Anfang der 90er zu dämlichen und hirnlosen Remixen, ob von Erasure, Depeche Mode etc., welche selten etwas mit dem Original gemein haben. Egal, zurück zum Album....
Erasure machten sich dann eben bei und "remixten" ihre eigenen Stücke, wobei eben keine Remixe herauskamen, sondern teilweise sehr lange und verspielte Stücke. Um eines vorweg zu nehmen..... es ist mein Lieblingsalbum von Erasure, denn bis heute gab es nie wieder ein so elektronisch, teilweise experimentelles und doch unheimlich melodisches Album der zwei. Die Stücke entwickeln sich, fernab vom typischen 3 Minuten Pop Song..... Stück für Stück, gepaart mit den Soundtüffteleien von Vince und dem Gesang von Andy.
Es war damals sicher auch für mich als Fan ungewohnt, dieses Album zu hören, aber es ist einfach genial und man schwebt davon auf den Klangteppichen und dem Gesang voller Hingabe.
Ich möchte auch gar nicht auf jeden Song einzeln eingehen..... es ist eine Mischung, die zusammen ein ganzes Kunstwerk ergibt und man läßt sich einfach fallen und begibt sich auf eine ca. 71 Minuten lange Reise.
Sorry, wenn das für manche zu poetisch klingt, aber bis heute höre ich es so gern und kann eben leider nicht anders darüber schreiben, denn es ist einfach so..... :-)
Leider war es nicht so erfolgreich wie andere Alben davor, was aber glaube ich mehr am Wandel der Musikszene in dieser Zeit lag. Immer mehr Einheitsbrei überflutete den Markt und Erasure ging etwas unter.
Die Songs fügen sich meiner Meinung nach in keine Schublade ein.... sind absolut zeitlos und für mich ein Meilenstein in der Geschichte von Erasure und des "Synthiepop".