22 CDs, eine wahre Mammutlesung! Andreas Fröhlich hat auch den zweiten Band von Eragon, dem Drachenreiter, in eine epische Lesung verwandelt, und beide, auch Autor Christopher Paolini, haben damit einen echten Volltreffer gelandet.
Aus dem einen Erzählstrang, der den ersten Eragon-Band durchspannte, hat Paolini behutsam drei gemacht, mit ruhiger Hand und dramaturgisch sehr clever. Während Eragon die Wunder seiner Ausbildung erlebt, aber auch die Pubertät seiner Jungdrachin Saphira - sehr zum Amüsement des Lesers -, liegt die spannende und teilweise blutige Handlung bei seinem Cousin Roran, der sich in die Rolle eines Widerstandskämpfers gedrängt sieht und zu einem echten Anführer wird. Und da auch noch eine große und wirklich teilweise atemberaubende Endschlacht - na, das wird eine Verfilmung! - vorbereitet werden muss, kommt auch Nasuada noch ins Spiel, die ihrem Vater nachfolgt und der Eragon einen Treueschwur geleistet hat.
Dass sich Paolini auch weiterhin kräftigst bei anderen Geschichten und vor allem bei Star Wars IV bis VI bedient, sei erwähnt, aber nicht verdammt, denn aus den bekannten Strukturen, die auch gern mal ein wenig durchsichtig werden, macht Paolini eine neue und wirklich gut geschriebene Geschichte, eine eigene Sache, die darauf hoffen lässt, dass er, wenn er sich mit zunehmender Reife ein wenig von den Vorbildern löst, eine langfristig wirklich große Nummer in der Fantasy bleiben wird.
Aber dieses Hörbuch ist ja nicht nur die Geschichte, die Christopher Paolini gelesen hat, sondern speziell auch die Interpretation von Andreas Fröhlich, der wirkliche Meisterschaft beweist. Der bekannte Sprecher von Bob Andrews (Die drei Fragezeichen) - und Eragon selbst klingt gern auch mal ein bisschen nach Bob - inszeniert seine Lesung durch, gibt jedem Charakter eine eigene Stimme und eigene Manierismen, den Zwergen noch dazu einen leicht siebenbürgischen Akzent. Das macht richtig Spaß, und da er stimmlich wirklich wandelbar ist, hat man oftmals das Gefühl, ein Hörspiel zu hören. Dazu kommen auch in diesem Hörbuch wieder die technischen Tricks, wenn zum Beispiel Saphira immer einen kräftigen Hall bekommt, wenn sie per Telepathie mit ihrem Reiter spricht.
Technisch brillant, spannend ohne Ende und mit so viel Können gelesen, dass es auch als Lehrbeispiel in der Sprecherausbildung fungieren könnte. Ein Muss für Hörbuchfans!