Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sick, sick, sick, 28. August 2007
Nomen est omen. Und die erste Single ist bezeichnend für das komplette Album - ein abgedrehter, wahnsinniger Sound, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ist das bei dieser Band was Neues? Haben wir etwas anderes erwartet als eine exzentrische, ungewöhnliche Platte?
Gerade ihre Eigenwilligkeit, ihr Unwille, sich anzupassen, begründen die Genialität der Queens. Auch alle Alben teilen sich dieses Konzept, selbst wenn immer wieder, wie beispielsweise auf Songs for the Deaf ein scheinbar sehr Mainstream-lastiges Go with the Flow zu hören ist - wohl kaum, weil die Jungs ihr Video mal in der Glotze sehen wollten, sondern weil sie einfach Lust hatten, eben so eine Nummer zu spielen.
Die Queens machen halt, was sie wollen und in dieser Hinsicht ist Era Vulgaris mit den Vorgängern identisch: nicht schlechter oder besser, nur anders! Denn das Band-Motto impliziert glücklicherweise den Umstand, dass unsere Gehörgänge auf jeder neuen Platte mit frischen Melodien verwöhnt werden, ganz zu schweigen von Hommes hervorragendem Gesang.
Ich wage also zu behaupten, wer die vorhergehenden Alben mochte und somit den einzigartigen Queens-Sound, dem wird auch Era Vulgaris Freudentränen in die Augen treiben. Und solange sich diese Band treu bleibt, wird sie zweifelsohne weiterhin wahre Meisterwerke hervorbringen - als nächstes am liebsten ein Akustik-Album!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Wüste lebt!, 8. August 2007
Alle großen Bands haben ein kongeniales Meisterwerk geschaffen, an dem sie sich ihr gesamtes restliches Musikerleben lang messen lassen müssen. "Songs For The Deaf" war und ist QOTSA's Meisterstück und wird es ewig bleiben. Das ist aber KEIN Grund auf jede Nachfolgerplatte einzudreschen. "Lullabies To Paralyze" hatte ihre Schwächen und auch "Era Vulgaris" glänzt nicht durchgängig. Doch die Platte hat es verdient, dass man sie eigenständig bewertet. Man sollte nicht ständig über die Schulter in die "wüste" Vergangenheit zurück blicken oder sogar heiligen Kyuss-Zeiten nachtrauern. Josh Homme kann sich nicht 16 Jahre lang selbst kopieren.
Als Fan der ersten Stunde kann ich zur Platte nur sagen, dass sie absolut gelungen ist. Wieder weit ab vom Mainstream, anders als der Vorgänger, begeistert mich vor allem die Vielfalt der ausgewählten Songs. Von eher ruhig, schon blusig angehauchten Tracks wie "Make It Wit Chu" bis hin zu QOTSA-typischen Krachern wie "Sick, Sick, Sick", "Misfit Love" oder "Battery Acid" bietet "Era Vulgaris" von Anfang bis Ende Abwechslung. Von Langeweile keine Spur. Geschrammelte Gitarren, geprügelte Drums und dazwischen die unverwechselbar charismatische Stimme von Josh Homme. Das Album bietet staubtrockenen Rock bester Qualität. Wer's eher mit schönen Melodien hat, sollte die Finger von der Platte lassen. Dafür waren QOTSA noch nie berühmt. Ist auch gar nicht ihr Anspruch.
Wie gesagt, mich hat das Album keineswegs enttäuscht, im Gegenteil. Ich bin positiv überrascht und sicher, dass Josh Homme und Co. auch in Zukunft noch Platten dieses Niveaus hinlegen werden, denn an Ideen mangelt es ihnen hörbar nicht. Vier Punkte gibt's für die Qualität des Albums und einen dicken, fetten für den Mut der Band, nicht an altbewährten Strickmustern zu kleben, um zu "gefallen".
Unbedingt hörenswert: Misfit Love, I'm Designer, Sick, Sick, Sick, Run, Pig, Run, River In The Road
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75 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die gute Ära ist zurück, 25. Mai 2007
Queens of the stone age Era vulgaris
Josh Homme ist ein zäher Bursche. Anno Domini 2003 ein übermütiger Boxer der dachte, nach einem grandiosen Uppercut aus dem Nichts, der jegliche Ungläubige, Gegner, Kritiker und Zweifler auf die Matte schickte, sich alles erlauben zu können. Und Zwei Jahre später auch mal (natürlich für seine Verhältnisse!) einfach schlechte Lieder auf ein Album zu packen, Songskizzen (Youve got a killer scene there, man) wenn man will, es war ja egal, die Fans und alle anderen lagen am Boden, dachte er. Umso überraschter war er als plötzlich Kritik laut wurde, dem Wunderkind mitsamt der wunderbaren Band würden so langsam die Ideen ausgehen, da konnte auch die illustre Besetzungs-hütchenspielerei nichts daran ändern, dass so manches auf Lullabies to paralyze arg gezwungen klang, immer den Druck-Zweizack des Vorgängers im Rücken, zu konstruiert und irgendwie gleich klangen No one knows-Nachfolger (Little Sister) und irgendwie schon zu monotone Songs (Burn the witch). Der Tiefschlag schickte ihn nicht auf die Bretter, aber zurück auf den Boden der Tatsachen. Und wie sagt der Volksmund schon? Was dich nicht umbringt macht dich nur härter, bzw. bringt es dazu sich wieder mehr anzustrengen und mehr auf seine Arbeit zu konzentrieren (ja, ich gehe davon aus Rockmusiker ist eine Arbeit).
Was macht man also als Joshua? Richtig, man geht zurück dahin wo alles angefangen hat, in die Wüste (Hey, es ist eine Queens-Rezi, irgendwann MUSS man ja entweder Kyuss oder die Wüste erwähnen), genießt das Leben, lässt alles hinter sich, findet in der scheinbaren Einöde Inspiration (ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung ob er das wirklich getan hat, aber es klingt stark danach) und musiziert mit Freunden einfach drauf los. Genauso klingt das erste Stück, nicht nach Welt-tournee und Promo-tour, sondern Wer war dieses mal dran mit Bier kaufen? Ist das Tape an? Ok,los. Und dann kommt man in seinem Falle nach 2 Jahren plötzlich, wie der Messias ins Einkaufszentrum, zurück mit einer unglaublich kraftvollen Platte die so klingt wie man es wirklich(!) nicht erwartet hätte. Natürlich sind das die Queens, natürlich sind die Bratgitarren, die geradezu spöttischen Ein-Ton-als-Melodie-reicht-vollkommen Lieder (Sick,sick,sick) und es sind auch wieder viele Gaststars vertreten (Julian Casablancas auf eben erwähntem Stück, Trent Reznor, wobei es der Titel-track von ihm & Homme aber nicht aufs Album geschafft hat, und natürlich Mark Lanegan) aber MAN, so eine stetige Neudefinierung im Rock-universum die trotzdem immer wieder gewissen Motiven treu bleibt hätte ich nicht erwartet oder, gemessem am Vorgänger auch nicht mehr für möglich gehalten. Die Kreativität, das quirlig-liebenswürdige ist zurück. Erweitert durch viele elektronische Elemente und viele genüsslich psychedelische Gitarrenläufe (Hört euch nur den Opener an) verspricht das 5. Qotsa-Album so einiges.
Es sind Lieder, die oft trotz der brillianten Gesangslinien und Harmonien nicht sofort ins Ohr gehen, sondern wie eine Goldmünze auf ihre Echtheit überprüft werden wollen (glaubt mir ihr werdet genüsslich eure Zähne an Battery acid ausbeißen), euch anzicken und euch 6-saitige Querschläger um die Ohren hauen (3s and 7s), festgehalten und verstanden werden wollen, für Qotsa-Verhältnisse fast schon proggig gibt es auf dieser Platte immer wieder Momente die einen ins angenehm ungläubige Staunen á la Moment, WAS war das gerade? versetzen und einen dazu bringen die CD immer und immer wieder anzuhören, geht ja auch nur 45 Minuten. Dinge die man auf einer Queens Platte nie erwartet hätte, Songs die solche abrupten Wendungen und obskuren Wandel (Run, pig, run!) durchmachen als würde LOST jetzt als Platte erscheinen und schlussendlich doch auf ihre eigene geniale Weise doch wieder Sinn machen.
Und vielleicht ist gerade diese Unbekümmertheit, die Scheiß drauf Attitüde das Geheimnis dieser Platte. Es ist wieder diese relaxte Lockerheit die Hommes Hände wie von einer höheren pharmazeutischen Macht solche selbstironischen Kleinode wie Im designer ausspucken lässt (Im one of a kind, Im DESIGNER!!!)und kurz darauf in Misfit love breitbeinig zusammen mit Reznor-schen Elektronik-Spielereien den unwiderstehlichen Siegertypen gibt, der noch engere Jeans anhat als String Emil (sic!) und beim Falsett-gesang trotzdem cooler und gelassener wirkt als ein Mike Patton mit Haarnetz. Als würde er mit der XXXL-Limousine aus Aphex Twins Windowlicker-Video vorfahren verkündet er wieder selbstsicher Aint born to lose, Im born to win und es gibt spätestens an dieser Stelle nicht den leisesten Zweifel, dass das a) sicherlich der Wahrheit entspricht und b) diese 11 Songs (12 mit UK-Bonustrack Running joke) gemeinsam etwas verdammt großes sind, mindestens Top 3 sowohl im Rockjahr 2007 als auch in der gesamten Queens-Disco gesehen.
So folgt einer wunderbar hypnotisierenden ruhigen Gänsehaut-Nummer (Into the hollow) das bereits erwähnte pure Testosteron Mistfit love, schmiegt sich ein stoisch grinsender Rocker mit psychedelischem Gitarrenslide-Zwischenspiel im Refrain (Battery acid) an die ultimative Beischlaf-Beichte Make it witchu die wir schon von den Desert sessions kennen, und wir schmelzen dahin wie billige Duftkerzen als wenn Josh Homme als die Flamme von den Fantastic Four an uns vorbeigehen würde. Immer wieder werden Dinge gewagt, versucht, etwas was man in letzter Zeit immer wieder misste und immer wenn man sich bei der Frage Ist das Wah² jetzt noch zu verkraften? hören sie damit auf.
Era vulgaris ist Eingestehen von Fehlern, selbstironische Erkenntnis, Neudefinition, Entspannungskur durch kreative Wiedererstärkung beim Treff mit Freunden und schließlich die triumphale Rückkehr in den Ring inklusive Um den Gegner tänzeln und das coole Umstupsen des, ob der neu gewonnenen Einflüsse und Ideen, versteinerten Kontrahenten der eigentlich nie dauerhaft zu besiegen ist. Und so klingt die Platte als würde sich ein Guru mit seinen Freunden in der Garage, die mitten in der Wüste mit offenem Tor steht, treffen um halluzinogene Wüstenluft einzuatmen und die Atmosphäre auf Band zu spielen. Kein Song klingt auch nur ansatzweise gleich, bei welcher Queens Platte war das schon der Fall? Aber dieses mal gibt es keine Ausfälle, Elf Rock-Matroschkas warten darauf immer wieder auseinander- und zusammengenommen und im Regal täglich nach Beliebtheit geordnet zu werden.
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