Es verwundert kaum, daß diese Dame die Zustimmung zur Veröffentlichung ihrer "Memoiren" für erst nach ihrem Tod erteilt hatte.
Klar, so wollte sie sich vor Kritik noch lebender Zeitzeugen (Linge, Junge, Speer) schützen, vielleicht auch vor Diskussionen, die die Echtheit ihrer Aussagen bezweifeln lassen würden. Vor derartigen "Zeitzeugen" ist m.E. wenig zu halten.
Traudl Junge, obwohl praktisch ihre Kollegin (lebten beide bis kurz vor Schluss zusammen im Führerbunker), wurde mit keinem einzigen Wort in ihren Ausführungen erwähnt.
Dafür seitenweise jede kleine Nettigkeit ihres Chefs, garniert mit Friede-Freude-Eierkuchen - Fotos mit strahlenden Gesichtern.
Sie beschwert sich sogar masslos darüber daß man ihr alle Geschenke, die sie von Hitler erhielt, abgenommen hatte. Dafür freut sie sich diebisch, daß sie einige Dokumente vor der Verbrennung durch eine Ordonanz in Sicherheit bringen konnte.
Sie zieht in ihrem Werk seitenweise über die (ihrer(!) Meinung nach) falschen Ausführungen ihrer Zeitzeugenkollegen in dessen Büchern her. Ihr Wort hat als das ausschliesslich richtige zu gelten - basta.
Ein Buch, welches einen ärgerlich stimmen lässt. Der Autor hat mit vielen Nebenhinweisen wohl versucht, das Beste draus zu machen, aber das Grundübel bleibt. Ein Buch einer ewig gestrigen Frau.