Die Figur des Pater Brown war eine herrliche Paraderolle für den großen Heinz Rühmann. Verschmitzt, schlau, bescheiden und ehrlich wie er selbst war dieser ungewöhnliche Gottesmann, der manchen Gauner überführte, ihn aber nie verdammte. Ständig im Umzug begriffen, weil von seinem Bischof in schöner Regelmäßigkeit strafversetzt, findet Pater Brown schwarze Schafe wohin er auch kommt. Wirklich selbst in Bedrohung kommt er dank höheren Schutzes dabei nie, es sei denn seine Haushälterin wird den Zigarrenasche verstreuenden Pfarrer eines Tages mit dem Staubsaugerschlauch erwürgen.
War schon der erste Film der leider viel zu kurzen Pater-Brown-Reihe ("Das schwarze Schaf") einfach nur schön, so mag ich persönlich den Nachfolger "Er kann's nicht lassen" noch lieber. Das hat seinen Ursprung zum einen in den toll gespielten Rollen des Bischofs mit dem Münzen-Spleen und dessen pflichteifrigen Sekretärs mit den vorauseilenden Entscheidungen. Zum anderen weckt es irgendwie schöne nostalgische Gefühle den jungen Horst Tappert zu sehen, der lange vor seinem Second Life als Derrick hier den Trompete spielenden Bösewicht gibt.
Überhaupt der Nostalgie-Faktor: Die Fahrt Pater Browns auf dem Motorroller durch Dublin, verfolgt von Gaunern im Auto und Polizei im Jeep - das ist Rückpro-Kult pur und muss man gesehen haben! Roller und Autos für jeden ersichtlich am Boden festgeschraubt, der Rückpro-Film in völlig falscher Perspektive ablaufend, die Lenkbewegungen total asynchron zum Film. Diese Uralt-Tricks sind dermaßen grottenschlecht und zum Lachen dass sie schon wieder liebevoll-rührend wirken. Auch ein Grund, den Film einfach nur sehr sympathisch und warmherzig zu finden. Schade dass nach nur zwei Filmen die Reihe - man kann sie ja kaum so nennen - schon zuende war. Davon hätte ich gern viel mehr gesehen!