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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mystischer High-Tech-SF, 8. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Spannung, Action, jüdische Mystik und eine Prise Cyberpunk machen aus "Er, Sie und Es" ein absolut lesenswertes Buch! Der Titel ist ein wenig verwirrend und man denkt erst, es geht um eine Bruchlandung auf nem fremden Planeten und dann trifft das überlebende Paar auf einen Außerirdischen (jedenfalls dachte ich das bei dem Titel). Dem ist aber nicht so. Ein großer Teil der Story handelt von der Selbstfindung eines Cyborgs, der sich als eigenes Bewußtes Wesen wahrnimmt. Eine seiner Erbauerinnen erzählt ihm die Geschichte des Golems aus dem Prager Getto des Mittelalters, die als Metapher seiner eigenen Erschaffung dient. Dass ist jedoch nur der Hintergrund, die eigentliche Story dreht sich um den Kampf zwischen den mächtigen Konzernen, die nach dem letzten großen Krieg die Erde fast vollständig beherrschen, und den letzten freien Städten. Der Cyborg wurde erschaffen, die Stadt zu verteidigen, doch er sieht in sich selbst mehr als eine Waffe und verliebt sich in eine Frau. Piercy schafft es wirklich auf faszinierende Weise, Msytik und SF zu verbinden, dass Buch ist verdammt spannend und man lern viel über den jüdischen Glauben und Kabbala. Ein Lese-Muss! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gender vs. Sex im Golemkontext, 20. Juli 2003
Bei der ersten Lektüre kämpften zwei Empfindungen gegeneinander: ein leichter Unwille ob der Idealisierung des Cyborg Jod auf der einen, Bewunderung für die innovativen Ansätze zur Genderproblematik im gesamten Buch auf der anderen Seite. Denn der entscheidende Punkt ist: Gender, nicht Sex. Das Deutsche entbehrt eine Unterscheidung dieser Art, deshalb mag der Text im Original auf Anhieb überzeugender sein. Eine weitere Lektüre zeigte die differenzierte Methode, mittels derer Piercy nicht nur die Reflexionen Jods zu seiner Existenz, sondern auch die Genderzuschreibung seiner Person im Kontext seines Umfeldes. Auch der Mißmut wegen der Über-Mann-Allüren schwand, denn dies ist er nur für Shira, deren Vergangenheit und Prägung schnell als Ursache gefunden sind. Eingebunden ist die Geschichte um Jod in eine modifizierte Version der alten Volkssage über den Golem von Prag. Interessant in den Text integriert ist diese Sage sowohl Folie als auch Binnengeschichte; ein intelligentes Erzählen und viel Geschick sind notwendig, eine solche Verbindung zweier Handlungsstränge ohne allzu große Brüche zu meistern. Auch der Golem durchläuft seine eigene Ontogenese, im Geistigen wie im Sozialen, und ebenso wie Jod muß der Golem Josef seine Position im Gendergerüst finden, ungeachtet der Tatsache, daß er kein natürliches Wesen ist. Dies eröffnet den Blick auf ein wichtiges Prinzip im Genderdiskurs: Geschlecht als soziale Konstruktion. Doch nicht nur Jod ist für eine Genderdiskussion ein dankbares Objekt. Die zweite Person mit unkonventioneller Genderrolle, Nili, ist qua ihrer Herkunft aus einer reinen Frauengemeinschaft im zerstörten Israel eine fiktive Versuchsperson für die radikalste aller Lösungen, die allerdings nicht unkritisch dargestellt wird: der Ausschluß eines ganzen Geschlechts. Fernab von Klischees über die angenommenen Eigenschaften der Geschlechter zeigt Piercy in diesem zudem noch äußerst unterhaltsamen S(ocial)F(antasy)-Roman, daß nichts so ist, wie wir glauben, daß es sein muß oder sollte - zwei Mal lesen und als Bereicherung für die eigene Reflexion empfinden.
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5.0 von 5 Sternen
Einfach Klasse!, 10. Mai 2010
Ich fand das Buch einfach großartig! Die Tragik des Cyborg-Seins und damit auch eine sehr intelligente Auseinandersetzung mit KI und dem Eintauchen in die jüdische Mystik möchte ich noch einen anderen Aspekt anfügen, der hier noch nicht erwähnt wurde. Das Szenario der Handlung selbst: Die Erde um das Jahr 2050 nach Megakriegen und weitgehender Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Es gibt die Megakonzerne, die einzelne Enklaven wie Festungen kontrollieren und sich als die Besitzer der für sie arbeitenden Menschen verstehen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt im "Glob", riesigen, von Banden kontrollierter, gesetzloser Slums. Daneben existieren aber noch die "freien Städte", in denen Menschen versuchen, ein neues Zusammenleben zu schaffen. Technik zum Wohle aller, Maschinen verrichten niedere Dienste, die Allmende versorgt alle Menschen mit dem Lebensnotwendigen und die Politik ist matriachal und basisdemokratisch organisiert. Darin liegt eine Vision, was eigentlich dem rasanten Verfall unserer Politik, der immer bedrohlicher werdenden Herrschaft multinationalen Konzerne und der zunehmenden Unbewohnbarmachung unseres Planeten entgegenzusetzen wäre. Insofern finde ich das Buch wirklich realitätsnah und eine echte Bereicherung gesellschaftspolitischer Debatten. Zu Konzernmonopolen und den Glops ist der Weg nicht mehr allzu weit. Aber von FREIEN Städten wie Tikwa kann man bsiher nur träumen!
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