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Er, Sie und Es
 
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Er, Sie und Es [Taschenbuch]

Marge Piercy , Heidi Zerning
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 517 Seiten
  • Verlag: Argument Verlag; Auflage: 2., Aufl. (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886199363
  • ISBN-13: 978-3886199365
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,9 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 470.659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Vierzehntagekrieg von 2017 hat beinahe den gesamten Nahen Osten ausgelöscht, der seitdem als schwarzer Fleck auf den Karten verzeichnet ist. Der Rest der Erde ist verseucht, die Ozonschicht vollständig verschwunden und nur geschützte Kuppelstädte ermöglichen ein einigermaßen normales Leben. Machtpolitisch ist die Erde zwischen den Großkonzernen aufgeteilt, deren Mitglieder sich in High-Tech- Enklaven und Orbitalstationen zurückgezogen haben. Der Rest der Bevölkerung vegetiert im Glop -- einem weltumspannenden Slum -- vor sich hin und wird regelmäßig von neuen Seuchen und anhaltender Gewalt dezimiert. Daneben existieren noch einige freie Städte, deren kreatives Potential bei der Softwareentwicklung für die Multis wichtig ist. Tikva, eine dieser freien Städte, gerät ins Fadenkreuz eines Multis, nachdem dort die Erschaffung eines menschlichen gelungen ist.

Viel Neues scheint das düstere Zukunftsszenario von Er, Sie und Es auf den ersten Blick nicht herzugeben. Das erweist sich jedoch als völlig unkritisch, da sich die Autorin Marge Piercy auf die zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Details konzentriert und eine verblüffende Kombination aus Cyberpunk und jüdischer Kultur geschaffen hat. Trotz einer spannenden und actionreichen Geschichte geht es hauptsächlich um die Beziehungen und Konflikte der Charaktere untereinander. Was schnell pathetisch und überzogen wirken kann, gelingt Piercy in einer perfekten Kombination aus High-Tech, jüdischer Mystik und menschlicher und maschineller Selbstfindung. Er, Sie und Es geht tief -- und treibt die eigenen Überlegungen gnadenlos voran. Ohne es richtig zu merken, verstrickt man sich im dichter werdenden Netz der Akteure und gewinnt sowohl räumliche, als auch zeitliche Einsichten innerhalb einer komplexen Geschichte. Als Leser hat man nach der letzten Seite einen einzigen Gedanken: "Es darf nicht zuende sein". --Wolfgang Tress

Autorenporträt

Marge Piercy, geb. 1936, gehört zu den großen zeitgenössischen US-Schriftstellerinnen und Dichterinnen. Sie verfasste neben 14 historischen und Gegenwartsromanen zwei Utopien, Frau am Abgrund der Zeit (1976) und Er, Sie und Es (1991). Piercys Werk wurde mit etlichen Literaturpreisen geehrt und in 15 Sprachen übersetzt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mystischer High-Tech-SF 8. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Spannung, Action, jüdische Mystik und eine Prise Cyberpunk machen aus "Er, Sie und Es" ein absolut lesenswertes Buch!

Der Titel ist ein wenig verwirrend und man denkt erst, es geht um eine Bruchlandung auf nem fremden Planeten und dann trifft das überlebende Paar auf einen Außerirdischen (jedenfalls dachte ich das bei dem Titel). Dem ist aber nicht so.

Ein großer Teil der Story handelt von der Selbstfindung eines Cyborgs, der sich als eigenes Bewußtes Wesen wahrnimmt. Eine seiner Erbauerinnen erzählt ihm die Geschichte des Golems aus dem Prager Getto des Mittelalters, die als Metapher seiner eigenen Erschaffung dient.

Dass ist jedoch nur der Hintergrund, die eigentliche Story dreht sich um den Kampf zwischen den mächtigen Konzernen, die nach dem letzten großen Krieg die Erde fast vollständig beherrschen, und den letzten freien Städten.

Der Cyborg wurde erschaffen, die Stadt zu verteidigen, doch er sieht in sich selbst mehr als eine Waffe und verliebt sich in eine Frau.

Piercy schafft es wirklich auf faszinierende Weise, Msytik und SF zu verbinden, dass Buch ist verdammt spannend und man lern viel über den jüdischen Glauben und Kabbala. Ein Lese-Muss! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jan
Format:Taschenbuch
Bei der ersten Lektüre kämpften zwei Empfindungen gegeneinander: ein leichter Unwille ob der Idealisierung des Cyborg Jod auf der einen, Bewunderung für die innovativen Ansätze zur Genderproblematik im gesamten Buch auf der anderen Seite. Denn der entscheidende Punkt ist: Gender, nicht Sex. Das Deutsche entbehrt eine Unterscheidung dieser Art, deshalb mag der Text im Original auf Anhieb überzeugender sein.
Eine weitere Lektüre zeigte die differenzierte Methode, mittels derer Piercy nicht nur die Reflexionen Jods zu seiner Existenz, sondern auch die Genderzuschreibung seiner Person im Kontext seines Umfeldes. Auch der Mißmut wegen der Über-Mann-Allüren schwand, denn dies ist er nur für Shira, deren Vergangenheit und Prägung schnell als Ursache gefunden sind.

Eingebunden ist die Geschichte um Jod in eine modifizierte Version der alten Volkssage über den Golem von Prag. Interessant in den Text integriert ist diese Sage sowohl Folie als auch Binnengeschichte; ein intelligentes Erzählen und viel Geschick sind notwendig, eine solche Verbindung zweier Handlungsstränge ohne allzu große Brüche zu meistern.
Auch der Golem durchläuft seine eigene Ontogenese, im Geistigen wie im Sozialen, und ebenso wie Jod muß der Golem Josef seine Position im Gendergerüst finden, ungeachtet der Tatsache, daß er kein natürliches Wesen ist. Dies eröffnet den Blick auf ein wichtiges Prinzip im Genderdiskurs: Geschlecht als soziale Konstruktion.

Doch nicht nur Jod ist für eine Genderdiskussion ein dankbares Objekt. Die zweite Person mit unkonventioneller Genderrolle, Nili, ist qua ihrer Herkunft aus einer reinen Frauengemeinschaft im zerstörten Israel eine fiktive Versuchsperson für die radikalste aller Lösungen, die allerdings nicht unkritisch dargestellt wird: der Ausschluß eines ganzen Geschlechts.

Fernab von Klischees über die angenommenen Eigenschaften der Geschlechter zeigt Piercy in diesem zudem noch äußerst unterhaltsamen S(ocial)F(antasy)-Roman, daß nichts so ist, wie wir glauben, daß es sein muß oder sollte - zwei Mal lesen und als Bereicherung für die eigene Reflexion empfinden.

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Einfach Klasse! 10. Mai 2010
Von Xanthippe
Format:Taschenbuch
Ich fand das Buch einfach großartig! Die Tragik des Cyborg-Seins und damit auch eine sehr intelligente Auseinandersetzung mit KI und dem Eintauchen in die jüdische Mystik möchte ich noch einen anderen Aspekt anfügen, der hier noch nicht erwähnt wurde.

Das Szenario der Handlung selbst: Die Erde um das Jahr 2050 nach Megakriegen und weitgehender Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Es gibt die Megakonzerne, die einzelne Enklaven wie Festungen kontrollieren und sich als die Besitzer der für sie arbeitenden Menschen verstehen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt im "Glob", riesigen, von Banden kontrollierter, gesetzloser Slums. Daneben existieren aber noch die "freien Städte", in denen Menschen versuchen, ein neues Zusammenleben zu schaffen. Technik zum Wohle aller, Maschinen verrichten niedere Dienste, die Allmende versorgt alle Menschen mit dem Lebensnotwendigen und die Politik ist matriachal und basisdemokratisch organisiert.

Darin liegt eine Vision, was eigentlich dem rasanten Verfall unserer Politik, der immer bedrohlicher werdenden Herrschaft multinationalen Konzerne und der zunehmenden Unbewohnbarmachung unseres Planeten entgegenzusetzen wäre. Insofern finde ich das Buch wirklich realitätsnah und eine echte Bereicherung gesellschaftspolitischer Debatten. Zu Konzernmonopolen und den Glops ist der Weg nicht mehr allzu weit. Aber von FREIEN Städten wie Tikwa kann man bsiher nur träumen!
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