Equilibrium:
Wie das so ist mit den Hochs und Tiefs im Leben, kann nach einer so starken Leistung, die die Band auf "Odd Fellows Rest" fast zwangsläufig die Ernüchterung kommen. Naja, so schlimm ist es auch nicht, aber "Equilibrium" ist ein kleiner Rückschritt. Das liegt natürlich auch daran, daß kaum eine Band wie Crowbar (da fallen einem spontan noch Solitude Aeternus und Psychotic Waltz ein) dermassen vom "Business" getreten wurde. Alleine, daß jede hier vorgestellte CD auf einem anderen Label veröffentlich wurde, ist bezeichnend.
Und so ist / war jeder Labelwechsel wieder mal ein Tiefschlag für die Band, der erst einmal verarbeitet werden musste. Dies natürlich auf Crowbar Art: erstmal fett einen Saufen und dann laut Musik machen. Daher ist die Ausrichtung von "Equilibrium" auch wieder etwas Hardcore-lastiger als der Vorgänger; der Sound ist etwas schlechter, d.h. druckloser.
Daher sind die wirklich überzeugenden Stücke leider sehr rar gesäht und es gibt neben einigen passablen Sachen mit dem Opener, dem psychedelischen "Command Of Myself" und der Coverversion "DreamWeaver" nur drei wirklich nennenswerte Songs auf dem Album.
Leider nicht so wirklich im Gleichgewicht, die Scheibe. 3/5 Sternen.
Odd Fellows Rest:
Wenn man eine Band über die Jahre verfolgt und sich wie in meinem Falle noch mal in alle CDs reinhört, hat man eine gute Gelegenheit, sich auch die Entwicklung der Recording Technik anzuschauen. Nachdem die Frühwerke von Crowbar allesamt an einer zu pappigen, gerade im Tiefbassbereich nicht wirklich überzeugenden Produktion litten, kommt diese CD (endlich) mit einem wirklich alles niederwalzenden Sound daher, der an manchen Stellen selbst bei niedriger Lautstärke verschiedene Einrichtungsgegenständen zum lustigen Mitvirbrieren animiert.
Gleich 12 Tracks minus Intro spendieren uns die "propper Kerlchen" um Kirk Windstein und steigen einmal mehr eingenwillig ins Album ein. Doomig, mega-doomig sirren die Gitarren beim gleichbetitelten Intro und faden gleich in "Planets Collide", einem der bis heute melodiösesten Songs der Bandgeschichte. Getragen vom dem super weiterentwickelten Gesang ist der Track ein echter Ohrwurm.
Aber davon nicht genug! Odd Fellows Rest ist (für Crowbar Verhältnisse) ein Album der Superlative geworden! Hier killt wirklich jeder Song, seien es die mörderischen Groove-Nummern wie etwa "1000 Years Internal War" oder "And Suffer As One" mit gnadenlos sägenden Riffs und fettem Drumming oder die etwas ruhigeren bzw. melancholischeren Nummern, die das Album ab der Hälfte
bestimmen. Hervorzuheben sind vor allem "Behind The Black Horizon" und "Scattered Pieces Lay", das erst typisch Hardcore beginnt um dann mit schwelgerischen Leads und mehrstimmigem Gesang auszuklingen. Ganz groß!
Schließlich runden der sphärische Titeltrack und "On Frozen Ground" das Album gekonnt ab, wobei letzterer wieder in das Intro einfadet, so daß man - sofern man empfohlener weise die CD auf Repeat stehen hat, gar nicht merkt, daß die CD wieder von vorne losgeht.
Bislang die stärkste musikalische Leistung der Band. Top Sound. Top Abwechselung. 5/5