Der Albumtitel sagt schon alles - wer ein Album wie "Equilibrium" droppen kann, das so voller Witz, Intelligenz und Groove steckt, muss sich schon verdammt im Gleichgewicht befinden. David Pe, der wohl bessere Texte freestylen kann als ein Fler jemals schreiben wird, schafft es auch diesmal wieder, den Hörer zum Nachdenken und Lachen anzuregen, ohne auch nur ein mal den lästigen Zeigefinger heben zu müssen. Zumindest haben Tracks wie "Adam und Ivo" oder "Das Versteck" dem deutschen HipHop eine ganze Weile gefehlt. David Pe ist schlicht und ergreifend einer der besten MC's Deutschlands.
Musikalisch ist das Ganze gewohnt handwerklich solide - die wirklich krassen Sachen fehlen, aber Staunen soll man bei diesem Album auch mehr über die Texte als über die Beats. Und ich kann mich mit den wohltuend unaufdringlichen, jazzig angehauchten Instrumentals von Glammerlicious sehr anfreunden, vor allem wenn sie noch mit den Cuts von Explizit garniert sind (auch wenn dieser Ferris-Cut auf "Boheme" nicht wirklich neu ist, aber das sei verziehen).
Es ist in meinen Augen einfach zu schade, dass dieses Album wohl in der Masse an sonstigen Veröffentlichungen untergehen wird, einfach, weil es nicht dem Zeitgeist entspricht. Von daher wird es wohl nicht den "deutschen HipHop retten" können, sofern dieser überhaupt einer Rettung bedarf. Aber ein Album, dass so voller Liebe zur HipHop-Kultur steckt, ohne dabei oberlehrerhaft wie z.B. "Dreamachine" zu sein, hat es hierzulande in den letzten fünf Jahren wohl nicht mehr gegeben.