Das wird keine vollständige Rezension, denn ich habe bei weitem nicht alle Funktionen und Ausstattungsmerkmale ausprobiert, weil ich sie einfach nicht brauche (evtl. in der Zukunft). Es wird auch kein exakter Testbericht -- vielmehr handelt es sich um subjektive Eindrücke. Ich gestehe zudem, die Bedienungsanleitung gar nicht gelesen zu haben. :)
Das Epson WorkForce WF-3540DTWF ist eindeutig für die HomeOffice-Umgebung konzipiert. Alle versprochenen Grundfunktionen beherrscht es befriedigend bis sehr gut. Im einzelnen:
- Drucken: gut.
Text-/Grafik-Dokumente auf Normalpapier werden sehr schnell und ordentlich gedruckt. Wer oft und viel druckt, wird mit diesem Arbeitstier glücklich. Duplexdruck wird problemlos absolviert, doch der Luxusservice dauert einen Moment. Zwischen Vorder- und Rückseitendruck kann eine Trocknungszeit eingestellt werden. Zudem kann bei leichtem Papier die Druckdichte in mehreren Stufen verringert werden, damit der Druck nicht durchscheint. Laserqualität darf natürlich nicht erwartet werden, denn Tinte zerfließt auf Normalpapier immer ein bisschen. Der Papiertransport während des Druckvorgangs ist schon deutlich laut, der Druckkopf-Schlitten summt erträglich -- im Büro vollkommen in Ordnung. Wer den Drucker im Schlafzimmer aufstellen will (haha), kann den Ruhemodus aktivieren, der die Geräuschkulisse deutlich senkt, genau so deutlich aber auch das Drucktempo.
Ein relativ großes Manko des zweiten Papierschachtes ist die Tatsache, dass dieser ausschließlich mit Normalpapier gefüttert werden kann bzw. die Papiersorte sich gar nicht erst einstellen lässt (das Feld ist ausgegraut). Daher habe ich Schacht 1 mit Fotopapier, Schacht 2 mit Normalpapier befüllt -- kann ich aushalten.
Für unerlässlich halte ich den hinteren Einzelblatteinzug, wodurch auch dickere Bögen und Umschläge bedruckbar sind.
Auf entsprechend hochwertigem Fotopapier gelingen die Ausdrucke durchaus fotorealistisch, trotzdem ist das kein waschechter Fotodrucker, was der Hersteller auch nie behauptet hat. Randlosdruck klappt ganz gut, manchmal druckt er ca. 1 mm über das Papier hinaus, je nachdem wie genau er das Papier eingezogen hat. Die Genauigkeit beim Randlosdruck lässt sich jedoch gezielt einstellen. Die obere Papierführung in Form von winzigen, spitzen Rädchen, hinterlässt auf der Druckseite dezente Spuren -- allerdings nur auf glänzendem Fotopapier und bei ungünstigem Lichteinfall störend. Das Drucktempo in der bestmöglichen Fotoqualität könnte schneller sein -- ein A4-Blatt ist sogar beim bidirektionalen Druck erst in gefühlten (nicht gestoppten) 4-5 Minuten fertig. Ob der dabei deutlich erhöhte Tintenverbrauch normal ist, kann ich schlecht einschätzen -- man kann förmlich zusehen, wie beim Fotodruck die CMYK-Tintenpegel regelrecht sinken. Na ja, "Von nix kommt nix!", sagte mein Opa früher...
- Scannen: befriedigend.
Gleich zum größten Patzer, der zur Abwertung führt: Ein unverzeihlicher Fehler passiert leider bei jedem Scan, der zum Glück erst ab 600 dpi aufwärts und nur bei bestimmten Motiven auffällt. Der Scanner produziert z.B. bei 1200 dpi an jeder 688. gescannten Pixelspalte einen Fehler. Es scheint, als hätte er die 688. Spalte einfach ausgelassen! Und 688 Spalten weiter fehlt wieder eine Spalte, etc... Bei einfachen Texten/Grafiken/Fotos fallen die fehlenden Spalten nicht auf, bei gerasterten Vorlagen (Zeitungsfoto o.ä.) oder bei Vorlagen mit regelmäßigem Muster fällt auf, dass die Regelmäßigkeit durch fehlende Pixel gestört wird. Zur Verdeutlichung habe ich ein gerastertes Bild hochgeladen (siehe Kundenbilder) und die betroffene Stelle mit Pfeilen markiert. Ich werde den Hersteller zur Rede stellen und hier berichten... [UPDATE=03.11.2012] Nachdem mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden konnten, rät mir der Hersteller Epson, das Gerät beim Kundendienst überprüfen zu lassen. Ich glaube nicht, dass ich das tun werde, denn der Aufwand dafür ist mir einfach zu hoch, um danach zu hören, dass das Gerät "innerhalb der Herstellerspezifikationen" arbeitet. Kann mal bitte jemand testen, ob sein Exemplar auch solche Scan-Fehler produziert? [/UPDATE]
Die Scan-Software bietet drei voreingestellte Szenarien: Standard-, Büro- und professioneller Modus. Bei den ersten zwei Modi sind zur besseren Übersichtlichkeit einige Parameter ausgeblendet bzw. voreingestellt, beim Profi-Modus kann man sich schön austoben, wenn man sich auskennt. Die optisch maximale Scan-Auflösung von 1200 x 2400 dpi reicht für die meisten Anwendungen aus, fürs Büro sowieso. Eine Durchlichteinheit für Negative und Dias fehlt ohnehin, die eine noch höhere Auflösung verlangen würde. Werte über 1200 dpi einzustellen macht eigentlich keinen Sinn, weil alles nur interpoliert wird (vergleichbar mit Digitalzoom bei Digitalkameras). Die automatische "Schräg-Korrektur der Vorlage" sollte man bei hochwertigen Scans deaktivieren, da sie die Bildqualität negativ beeinflusst, bei Text/Grafik ist sie jedoch unbendenklich und durchaus nützlich.
Der Scanner-Deckel, der die ADF-Einheit beherbergt, ist recht schwer und nicht gedämpft -- das ist dann lästig, wenn oft auf dem Vorlagenglas gescannt wird und dafür der klobige Deckel jedes Mal angehoben werden muss. Dieser kann erst losgelassen werden, wenn er komplett um 90° geöffnet ist, sonst schnellt er ungebremst auf das Vorlagenglas zurück. Für Scan-Orgien gibt es einen automatischen, duplex-fähigen Vorlageneinzug (ADF), der auch mit zerknitterten und gelochten Bögen zurechtkommt -- funktioniert erstaunlicherweise bisher ohne Probleme (bis zu 30 Bögen fasst der Schacht). Scan to PDF, Scan to E-mail, Scan to Card sind alles Leckerlis, die ebenfalls wunderbar funktionieren und nicht zwingend einen Rechner benötigen.
- Kopieren: sehr gut.
1:1-Kopien in Schwarzweiß oder Farbe können einfach und schnell mit zwei Tastendrücken erledigt werden. Aber auch die üblichen Einstellungen wie Anzahl, Dichte, Vergrößern, Duplex, Sortieren stehen zur Verfügung -- da vermisse ich garantiert nichts.
- Faxen: sehr gut.
Ich habe zwei Seiten gefaxt, die auch angekommen sind. Im internen Speicher werden die letzten Faxe gespeichert und protokolliert. Kontakte lassen sich abspeichern und mit Kurzwahl-Nummern versehen. Vom Rechner aus kann man zwar papierlos faxen, was ich jedoch nicht getan habe, weil dazu die beigefügte Fax-Software installiert werden muss -- brauch ich nicht. Den Faxempfang habe ich ebenfalls nicht getestet.
- WiFi: sehr gut.
Eine WLAN-Verbindung über WPS Push-Button-Setup klappt nach wenigen Minuten. Eine manuelle Verbindung kann ebenfalls aufgebaut werden. Die WLAN-Reichweite ist sehr gut, denn zwei Stahlbetondecken werden locker überwunden. WiFi-Direct konnte ich nicht testen, weil ich kein Smartphone oder Tablet besitze.
- Bedienung: sehr gut.
Der mit 8,9 cm ausreichend große Touchscreen lässt sich angenehm bedienen, der sogar das "wischen" beherrscht. Außer dem beleuchteten Hauptschalter gibt es gar keine physischen Tasten -- das Bedienfeld sieht aufgeräumt und übersichtlich aus. Bestimmte "Tasten" außerhalb des Touchscreens leuchten erst auf, wenn die entsprechende Funktion zur Verfügung steht. Es wurde sogar eine rudimentäre Direkthilfe auf dem Touchscreen implementiert. Die Schubladen lassen sich einfach mit Papier befüllen. Die Tintenpatronen sind auch leicht zu wechseln. Der Rest-Tintenbehälter lässt sich austauschen (Füllstand ablesbar).
- Druck von Bilder direkt von einer Speicherkarte oder USB-Stick (ohne Rechner): gut.
Brauch ich so gut wie nie, aber ich war gespannt, was machbar ist (ist mein erster Drucker, der das kann). Ja, klappt erstaunlich gut -- sogar Beschnitt, Rote-Augen-Korrektur, Helligkeit & Co. lassen sich einstellen -- wenn's schnell gehen muss, ideal. Für hochwertige Drucke schmeiße ich trotzdem Photoshop an. Es werden SD- und MS-Duo-Karten akzeptiert, den CF-Schacht haben sie wegrationalisiert. Schließt man jedoch am Front-USB einen handelsüblichen Kartenleser an, können auch CF-Karten gelesen/beschrieben werden. Übrigens, im Epson eingesteckte Karten und USB-Sticks sind am Rechner als Laufwerke sichtbar.
- Design/Optik: gut.
Bin ich froh, dass wenig Pseudo-Klavierlack vorhanden ist. Nur das Bedienfeld und ein dünner Streifen drumherum müssen von Zeit zu Zeit von Fingerabdrücken befreit werden (der Touchsreen sowieso). Es ist kein Apple-Designwunder, ansonsten macht das Teil einen recht hochwertigen Eindruck.
Hinweis: Der folgende Abschnitt ist veraltet!
[- Stromverbrauch: sehr gut.]
[Mit dem (mittelmäßigen) Energy Check 3000 habe ich den Stromverbrauch während der Inaktivität gemessen (WiFi aus):]
[OFF -> 0,0 W]
[Standby (Touchscreen leuchtet) -> 3,0 bis 4,4 W]
[Standby (Touchscreen aus) -> 0,6 W (?)]
[Die Leuchtdauer des Touchscreens lässt sich auf 3-5-10 Minuten einstellen. Wenn dieser aus ist, ist der Stromverbrauch kaum mehr messbar (deshalb das Fragezeichen). Das ist doch sehr erfreulich, denn somit muss das Teil nie komplett ausgeschaltet werden und bleibt im Netzwerk immer erreichbar. Bei aktivem WiFi muss überall etwa ein halber Watt hinzuaddiert werden.]
[UPDATE=30.12.2012]
- Stromverbrauch: gut.
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