Preisgünstiger scanner mit tollen Eckdaten.
1. Hardware
Fotoscan: Schnell, quasi sofort und ohne direkt erkennbare Mängel. es sind halt die letzten 5%, wo es dann im Verhältnis zum Ergebnis schnell exorbitant teurer wird.
Film/ Negativscan: Schnell, erstaunlich gut, ein Kleinbildnegativ wird mit ca. 27 Megapixeln gescant und das Ergebnis ist beachtlich, nur wirkt es leider nicht so scharf wie man es sich dann wünscht. Hier sind es schon ein paar Prozent mehr, die zur 100% Wertung gebraucht werden. Da war der Epson Perfection 3490 deutlisch besser. Da hat man eine Verletzung der Filmschicht klar erkannt und wurde nicht durch Farbsäume abgelenkt. Aber für die Kohle bekommt man auch zur Zeit keinen so guten Scanner. Zwischen dem V300 und dem vergleichbaren Modell von Medion liegen in Punkt Schärfe und Dichte immernoch Welten.
Wer seine Negative und Dias schnell anschaubar machen möchte, der ist mit dem Epson V300 erstmal gut bedient, zumal der normale Urlaubsfotofilm aus der Kompaktkamera auch nur theoretisch die Schärfe bietet, die man erreichen könnte.
Dieser Scanner ist aber nichts für hochwertig erstellte Fotos aus der ambitionierten Hobby und Profifotografenfraktion. Aber es reicht wirklich aus, um Bilder fürs Web oder die Präsentation am HD-Fernseher oder Beamer zu machen und auch die Vergrößerungen sind gut nutzbar. 27 Megapixel braucht man normal nicht.
Wer sein altes Material mit Andenkenwert scannen und verfügbar machen möchte (den Schnipsel aus dem Super-8-film, den man noch hat, abe nicht mehr projezieren kann und vergrößern möchte), der liegt hier schon eher richtig.
100Euro sind bei diesem Kauf kein Risiko, denn man erhält einen soliden Filmscanner, der überzeugende Ergebnisse abliefert.
2. Softwarefunktionen
Erstes Minus hier, bei einer sonst sehr einfachen undguten Software, die über Tonwertoptimierung, Farbkorrektur, Störungsreduzierung und Restaurationsautomatik ein grundsolides Basiswerkzeug bietet und auch mich, als Profigerät verwöhnten Nutzer schonmal überzeugt. Mittels Pipette und Profilerstellung erreicht man schnell das gewünschte Ergebnis, sofern es die Vorlage zuläßt.
Das Minus: Beim Filmscan findet er bei miesem Material einfach nicht die richtigen Ausschnitte, die man dann auch nicht manuell einrichten kann. Innerhalb des Fensters kann man zwar einen Rahmen ziehen, aber im Gegensatz zur alten Software, kann man nicht auf den ganzen streifen frei zugreifen und die Fenster manuell aufziehen und bearbeiten. daher muss man hier tricksen. Ich habe den Negativ streifen zerschnitten und einzeln gerahm aufgelegt (als letzte Möglichkeit) oder eben auf S-W-Film umgestellt, oder das Diapositiv genommen und anschließend in Fotoshop die Nachbearbeitung gemacht. (hat 2 Nachteile: man kann nur sehr schwer die 48-Bit Farbauflösung als Vorteil nutzen, da die Range ja Hardwaremäßig ausgesteuert wird. Anschließend ist das nur ein fauler Kompromiss.)
Der Batchmodus ist in diesem zusammenhang auch nur mäßig brauchbar. Das automatisierte einscannen scheitert dann oft an Positionierungsfehlern.
Ich kann aber beruhigen: im Nnormalfall klappt das alles problemlos, nur die Grenzen sind leider nicht immer vorhersehbar.
3. Ergonomie
Seitlich klappender Deckel, der nur fast senkrecht stabil einhakt ist schwach, aber wohl standard. Hier hätte ich gerne auch bei halber Öffnung einen Haltepunkt. Auch die Taster, die nebenbei sehr gut durchdachte Funktionen auslösen, könnten vorne sein, und eben so könnte der USB-Anschluss weniger auftragen, genau wie der Netzteilanschluss. Ein winkelstecker, wie bei der stromversorgung wäre hier zumindest ein guter Anfang gewesen.
4. Fazit
Ordentlicher Scanner, für 100Euro habe ich nix besseres gesehen. Schnell, durchdacht und erstaunliche Ergebnisse. Alles was man braucht, um das Familienalbum zu digitalisieren. Die Durchlichteinheit ermöglich Filmscan, das was man braucht ist dabei und kann im Scanner aufbewahrt werden. 4 sterne vom Profi ;)