Auf der Suche nach einem preiswerten Scanner, der eine gute Tiefenschärfe aufzeigt, stieß ich einzig auf den Epson V33, alternativ V330 mit Auflichteinheit für Negative und Dias. Eine gute Tiefenschärfe ist für denjenigen unentbehrlich, der häufiger einzelne Seiten aus Fachbüchern oder Zeitschriften kopieren oder als PDF abspeichern möchte. Buchseiten erscheinen als Kopie auf der zur Bindung befindlichen Seite bei Scanners mit CIS-Technik meist unscharf, weil das geöffnete Buch nicht plan auf der Glasplatte aufliegt. Dieses Manko aller CIS-Scanner hat der Epson dank seines CCD-Sensors, welcher ansonsten nur in höherwertigeren Scannern verbaut wird, nicht. Der für mich aber nicht hinnehmbare Wehrmutstropfen ist die unendlich lange Zeit, die der Scanner bzw. die dazugehörige Software benötigt, bis ein Druckauftrag an den Drucker weitergeleitet wird und der Druck beginnt. Dabei macht der Scanner bei aufeinanderfolgenden Kopien jedes Mal erst einen Probescan, bevor er dann tatsächlich scannt. Dieser zweite Scanvorgang dauert unheimlich lange. Kein Wunder: Bei einem Blick in das Druckermenü wird klar warum. Da werden bei jeder schwarz-weiß Kopie 22,4MB verarbeitet! Wozu das? Wähle ich abspeichern als PDF, ist dieselbe Datei lediglich 100KB klein. So dauert es bei jeder Kopie, auch bei direkt aufeinander folgenden oder Mehrfachkopien desselben Originals ganze 90 Sekunden, bis der Drucker bzw. die Druckersoftware den Drucker veranlasst, endlich eine Kopie auszuspucken. So benötigt man dann für beispielsweise fünf Kopien 7,5 Minuten plus die Zeit für das Wechseln der Kopievorlage. Einstellen lässt sich da beim Kopiermodus übrigens gar nichts. Ein Bedienfehler ist ausgeschlossen. Der techn. Support, der telefonisch übrigens sehr gut erreichbar ist, konnte mir da auch nicht weiterhelfen. Die Empfehlung, eine Neuinstallation der Scannersoftware bei ausgeschaltetem Virenscanner vorzunehmen, brachte keine Änderung.
Ein weiteres Manko, was nicht sein muss und hier auch ein anderer Rezensent bemängelte: Auf jeder Kopie sind an drei Rändern Streifen zu sehen. Dies auch bei nur einem DIN A4 Blatt als Vorlage und leicht mit der Hand runtergedrückten Scannerdeckel.
Fazit: Den Epson V33 habe ich an Amazon zurückgesandt und mir dafür den LIDE 210 mit CIS-Technik von Canon gekauft. Da habe ich jetzt zwar die nicht mehr so sauberen Kopien von Buchseitenvorlagen, dafür ist er aber bei der Nutzung als Kopierer geradezu rasend schnell. Überhaupt kein Vergleich zum Epson.
Ja, so sind diese beiden miteinander konkurrierenden Scanner irgendwie Krücken, wobei jeder Interessent genau abwägen muss, welche Funktion ihm beim Scannen besonders wichtig ist: schnelle Kopien oder gute Tiefenschärfe bei Buchvorlagen.