Nach einem Epson C80-Drucker und einem CX5200-Multifunktionsgerät hatte ich viele Jahre keinen Epson-Drucker da ich mit den Geräten nicht besonders zufrieden gewesen bin.
Doch nun (Herbst 2008) hatte ich mich entschieden, Epson noch mal eine Chance zu geben:
- weil bei den Epson-Bürodruckern nicht nur das Textschwarz, sondern alle Farben aus Pigmenttinte bestehen. Das war für mich immer schon ein dicker Pluspunkt: Auch wenn Pigmenttinten generell eine etwas geringere Fotoqualität liefern als Farbstofftinten haben sie doch viele Vorteile (lichtecht, relativ wischfest etc.).
- weil ich dachte, dass Epson nach so vielen Jahren bestimmte Mängel abgestellt hatte. Das sollte sich aber - zumindest in Teilen - als Fehlschluss herausstellen...
Zunächst zu den Vorzügen des Geräts:
- Hauptvorteil: wie gesagt - alle Farben in Pigmenttinte und die ist zudem noch viel wischfester als herkömmliche Pigmenttinten (durch eine zusätzliche Harzummantelung).
- für Epson-Verhältnisse relativ günstiger Druck da auch relativ große "Business-Patronen" (T100X) eingesetzt werden können (z.B. Schwarzpatrone T1001 mit 25,9 ml gegenüber normaler Schwarzpatrone T0711 mit nur 7,4 ml - dabei fällt mir allerdings auch ein, dass bei meinem CX5200 in einer Schwarzpatrone 32 ml drin waren...)
- echte Druckersprache (ESC/P raster)
- solide Bauweise (bis auf die zu locker sitzende und deshalb schnell herunterhängende Sichtblende an der vorderen Papierausgabe :-)
- zügiger Druck
- ein Webserver erleichtert dem Netzwerknutzer via IE nachzusehen, ob der Drucker eingeschaltet ist. Mit Tintenstandsanzeige.
- WLAN. Sehr einfach über das Druckermenü zu konfigurieren.
- unproblematischer Treiber, keine Softwareinstallation nötig
Nun zu den Minuspunkten:
- im Vergleich mit Geräten von Canon, HP & Co derselben Preisklasse wenig Ausstattung: z.B. kein Seitenzähler, den gibt's bei Epson nur für die Laserdrucker - dabei hat das Gerät ein internes Zählwerk (für den Resttintenschwamm); auch ist nur ein einfacher CIS-Scanner verbaut; kein Duplexer (auch nicht als Zubehör); kein Sensor für Kalibrierung bzw. für Erkennung der Papierqualität oder des Papierformats. V.a. die fehlende Formaterkennung (die allerdings viele Tintendrucker nicht haben) kann Ärger machen: beim Druck von Fotos muss man unbedingt die richtige Papiergröße einstellen, sonst druckt man nur einen Ausschnitt, der Rest der Farbe wird im Drucker versprüht und führt zu Flecken auf der Rückseite nachfolgend gedruckter Dokumente.
- wenig Liebe zum Detail: nicht immer einfach zu bedienendes Menü (z.B. muss man für dieselbe Funktion mal die "Zurück"-, mal die "Abbrechen"-Taste drücken); unübersichtliches Handbuch in HTML (statt pdf). Wenig hilfreich (vieles ist dort gar nicht erklärt).
- zu schneller Papiereinzug bei Seiten mit geringem Deckungsgrad (führt zu Papierstau); legt man nur etwas zuviel Papier ein kommt die Fehlermeldung kein Papier mehr"
- empfindliche Hochglanzlackierung auch an den Griffmulden (gibt unschöne Fettflecken)
- Patronen durch komplizierten Aufbau schwer wiederbefüllbar, Chip zwar mit Hardware-Resetter resettbar, aber nur wenn Resttinten-Sensor noch nicht ausgelöst hat
- überforderter Service (Chat oft nicht erreichbar, Support-Hotline ist meist ahnungslos, die Mitarbeiter müssen selbst erst bei der Technik nachfragen, Rückruf wird angekündigt, erfolgt aber nie - nicht mal auf erneute Nachfrage hin!):-(
- im Netzwerktreiber ist die Funktion für beidseitigen Druck inaktiv
Noch ein Tipp: der SX600FW ist fast baugleich (läuft auch mit den großen Patronen), hat aber weniger Software mit dabei und die Scangeschwindigkeit (und damit wohl auch die Kopiergeschwindigkeit) ist stark gedrosselt.