Produktinformation
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Die Kompositionen sind allesamt wohl durchdacht und sehr dynamisch aufgebaut. Harsche Metal-Parts mit Death-Metal-Grunts gehen nahtlos in opernartige oder barock anmutende Passagen über. Kurz und gut: Das mittlerweile 17-köpfige, zusätzlich um ein knappes Dutzend Gastmusiker ergänzte Ensemble liefert hier ein großartiges Album mit schönen Streicherarrangements, mitreißenden Chorpassagen und Gesängen in italienischer, englischer, deutscher und lateinischer Sprache ab, mit dem man sich, auch aufgrund des historischen Konzepts um Wissenschaftler und Kirchenrebell Galileo Galilei, sehr lange und intensiv beschäftigen kann.
Passend zur Story gibt es diverse "mittelalterliche" Elemente zu hören, die zuweilen an In Extremo erinnern. Am stärksten natürlich beim von beiden Bands gecoverten Traditional "Herr Mannelig", wobei die Haggard-Version wie eine Mini-Oper aufgebaut ist. Wer auf (Death-) Metal und Klassik steht, kommt an dieser Platte nicht vorbei! --Andreas Stappert
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Das Album ist wie die beiden Vorgänger ein Konzeptalbum, diesmal geht es statt um Nostradamus aber um Galileo Gelilei. Wie gewohnt wechseln sich lange Rocknummern (mit kompletter Beteiligung der 18 Leute plus Chor) mit kurzen klassischen Instrumentalstücken ab. Die Rocknummern sind wieder progressiv bis zum Abwinken, nicht einfach nur Metal plus Klassik sondern Deathmetalklassikmittelalter, es ist wirklich eine Fusion dieser Elemente, da wirkt nichts aufgesetzt oder unnötig bombastisch arrangiert, wie man das von einigen Metalbands kennt.
Das erste Album von HAGGARD 'And thou shalt trust... the seer' setzte ja bereits unerreichbare Maßstäbe und war schlichtweg genial, das zweite Album 'Awaking the centuries' toppte es locker und klang noch ausgefeilter, die Elemente verschmolzen noch besser, der Titelsong war ein progressiver Überknaller auf einem Album voller Knaller. Das neue Album 'Eppur Si Muove' ist - man möchte es nicht für möglich halten - tatsächlich noch mal eine Steigerung an Genialität, nun sind HAGGARD wirklich absolut vollkommen, die Instrumente und Passagen verschmelzen noch einheitlicher, die neuen Sänger würden sich auch in der Oper gut bewähren, insbesondere der neue Sopran - wow, eine Stimme wie ein Engel!
Erwähenswert wäre noch, daß das Album zwei Versionen eines traditionellen Volksliedes namens 'Herr Mannelig' enthält, wer In Extremo kennt, wird nun vielleicht aufhorchen. Es ist zwar derselbe Song, aber völlig anders dargeboten, der Text ist, aus was für Gründen auch immer, nun nicht mehr Altschwedisch sondern größtenteils Italienisch und wird von einer göttlichen Sängerin dargeboten, und das mit mindestens ebensoviel Schmackes wie bei In Extremo (obwohl die sonst auch sehr alt aussehen gegenüber HAGGARD - und ich mag In Extremo wirklich). Was dieses Lied nun im Gefüge des Konzeptalbums verloren hat, kann ich nicht sagen, der Text ist zumindest von Bandmastermind Asis Nasseri selbst in Intalienisch verfaßt worden, da ich aber kein Italienisch kann, ist das für mich nicht verständlich. Nunja.
Auch wenn manche jetzt denken, Death Metal kann ja nur krachig sein, ich bin mir sicher, viele würden diese Meinung revidieren, wenn sie HAGGARD gehört haben. Denn nicht nur die klassischen Elemente werden perfekt vorgetragen, auch die Bandmitglieder mit elektrischen Instrumenten verstehen ihr Handwerk vollkommen.
Bis auf 'Herr Mannelig' sind alles Eigenkompositionen, größtenteils verfaßt von Asis Nasseri, der ein kompositorisches Talent ohnegleichen besitzt. HAGGARD sind eine Band, die Millionen scheffeln sollte, aber leider nur einem kleinen Fankreis bekannt ist, der zwar über die ganze Welt verteilt ist (man sehe sich nur mal das Konzert aus Mexiko an, 'Awaking the gods', erhältlich als DVD), aber wohl kaum dafür sorgen kann, daß die Band von ihrer Musik lebt und sich keiner weltlichen Beschäftigung mehr widmen muß. So dauert es einmal drei und diesmal vier Jahre, bis das neue Album kam. Nun, man merkt, daß sie viel Zeit hatten, die Stücke auszuarbeiten, das ganze Album wirkt wie aus einem Guß, obwohl es viele Einzelpassagen enthält, die aber wie selbstverständlich verknüpft sind und ein Ganzes bilden, das einfach nur beeindruckt.
Möge diese Band noch lange Zeit bestehen und weiterhin so absolut geniale Musik schaffen!
Anspieltipps: "Of A Might Divine" und der Headliner "Eppur Si Muove"
Prädikat: mittelalterlich Wertvoll
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