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Produktinformation
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Der Jahrhunderte währende Vorsprung des Westens, das heißt der frühindustrialisierten Länder vor allem Europas und Nordamerikas schrumpft in immer schnellerem Tempo. Eine neue, bis dahin unbekannte Wettbewerbssituation ist entstanden, in der die über die Zeit müde gewordenen westlichen Gesellschaften zunehmend Mühe haben, sich zu behaupten. Ermüdungserscheinungen sind unübersehbar: Der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert, man sucht Ruhe und Zerstreuung und ist immer weniger bereit Mühen auf sich zu nehmen. Unsere Gesellschaften insgesamt sind träge geworden -- auch was die Fortpflanzung betrifft: Bestandserhaltende Geburtenraten weist mittlerweile keines der westlichen Völker mehr auf. Noch versuche die Politik, so der Autor, "das alles zu übertünchen". Sie dope Wirtschaft und Gesellschaft mit immer höheren öffentlichen Schulden und versuche so, "eine Dynamik vorzugaukeln, die es schon längst nicht mehr gibt".
Miegels Analyse unserer gesellschaftlichen Gegenwart ist schonungslos. Und das ist auch nötig. Nur wer der Wirklichkeit ungeschminkt ins Auge sieht, wird sich von rückwärtsgewandten Handlungsrezepten nicht mehr blenden lassen und bereit sein, das die Not wendende zu tun, um einer Zukunft willen, die wir ansonsten schon verloren haben. Und das heißt für Miegel: Abschied nehmen von Wachstumsmythen und Wohlstandswahn -- bescheiden werden! -- Hasso Greb
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ohne ethische Werte verkommt eine Gesellschaft!,
Von Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Der Soziologe Meinhard Miegel hinterfragt, weshalb die wirtschaftliche Blütezeit der frühkapitalistischen Länder Europas offenbar ihrem Ende zugeht. Der Autor zeigt in diesem Zusammenhang die enge Verzahnung soziologischer, sozialpolitischer und wirtschaftlicher Fehlentwicklungen, welche in der Folge die jetzigen Schieflagen zum Ergebnis haben.Zunehmend konkurrieren Aufsteiger weltweit mit den Arrivierten um Rohstoffe, Märkte, Ideen und Kapital. Um das bestehende Wohlstandsgefälle zu diesen frühkapitalistischen Ländern zu nivellieren werden Mittel, wie Kriege, Terror, Drogen und Diebstahl ( Wirtschaftspionage) eingesetzt. So wird schließlich die westliche Dominanz geschleift. Durch die Globalisierung sind mittlerweile auch Hochqualifizierte nicht länger vor dem Abbau und der Verlagerung von Arbeitsplätzen geschützt. Der Job- Exodus wird sich fortsetzen, wenn man sich nicht den Bedingungen des Weltarbeitsmarktes unterwirft. Dies aber bedeutet ein generelles Umdenken und auch Verzicht. Der Wohlstandsbegriff muss neu definiert werden und man muss sich klar machen, dass es kein endloses Wachstum geben wird. Miegel prangert den krankhaften Individualismus unserer überalterten Gesellschaft an. Sie sei zu wohlstandsverwöhnt und zu anspruchsvoll, viel zu materialistisch und egoistisch, dazu noch wehleidig und ängstlich. All dies begründet Miegel detailliert. Auch beklagt der Autor u. a. die fatale Staatsgläubigkeit und Überreglementierung, die hohe Verschuldung und die Überfrachtung mit Soziallasten sowie die generelle Apathie der meisten Bürger im Hinblick auf Politik und Gesellschaft. Vormalige Wissens- und Könnensvorsprünge sind geschrumpft. Neue Generationen haben nicht " zu kämpfen gelernt " konstatiert Miegel, stattdessen haben sie gelernt Ansprüche zu stellen, hohe Ansprüche. Geiz, Habsucht Eitelkeit haben den Werten , wie Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit den Rang abgelaufen. Dieses Phänomen gilt wohl für alle Gesellschaftsschichten. Der Zusammenhalt der Gesellschaft hat auf diese Weise abgenommen. Es herrschen, so der Autor, die Gesetze der Wolfsgesellschaft. Lug und Trug aber vernichten Wohlstand oder lassen ihn erst gar nicht entstehen. Miegel plädiert dafür jene Wolfsgesellschaft, die Begriffe, wie etwa Korruption, Sozialleistungsmissbrauch und Steuerbetrug auf ihre Fahnen geschrieben hat, zurückzudrängen, weil hierduch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Zerfall eines Landes droht. Miegel hofft, dass die Völker des Westens durch die veränderte Lage vernünftiger mit ihren Ressourcen umgehen, sich ihrer kulturellen Errungenschaften besinnen und erkennen, dass der Lebenssinn über das Anhäufen materieller Güter hinausgeht. Seinen Betrachtungen ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Überaus empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Epochenwende,
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
...ist dieses Buch sicherlich nicht. Viel eher zeigt es mit einer sehr großen Auswahl an Problemen (Drogen, Psychologie, Werte etc.) das volle Ausmaß der von vielen als "Flaute" bezeichneten Katastrophe auf.Prof. Dr. Miegel empfiehlt den Top-Managern, wie viele vor ihm, sich wieder gewissen Werten zu verpflichten. Die rücksichtslose HAUPTSACHE-ICH-Gesellschaft kann nicht überleben, so die Quintessenz seines Werkes. Auch der Verzicht des Einzelnen wird stark angepriesen. Die Frage, wie die Masse der Menschen zu diesem Verzicht gebracht werden soll, beantwortet Miegel ganz einfach mit einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl. Dass dieses unmöglich als Motor zur Motivation ausreicht, war bereits Adam Smith bekannt, Miegel scheint dies vergessen zu haben. So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Eine wirklich pragmatische Lösung wird geboten, jedoch keine innovative Idee, wie man Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerung tatsächlich in die Köpfe der Menschen integrieren kann. Dennoch sehr lesenswert für jeden, der sich wirklich ein umfassendes Bild über die Probleme Deutschlands, Europa und der Welt machen möchte! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht verzagen, auch die Zukunft bietet Chancen.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Epochenwende: Gewinnt der Westen die Zukunft? (Gebundene Ausgabe)
Kein halbwegs intelligenter Mensch kann Miegels Schilderungen und Folgerungen grundsätzlich leugnen. Schon deshalb stellt dieses Buch nichts Aussergewöhnliches dar und liest sich in weiten Teilen eigentlich nur als Bestätigung der alltäglichen Beobachtungen.So gesehen ist das Buch nicht ganz seinen "Preis" wert. Allerdings liefert der Autor eine Menge an Zahlen und Zusammenhängen, die den "gefühlten" Zustand unserer westlichen Gesellschaft mit den entsprechenden Quellen belegen und die Inkompetenz der ewig "Wachstum" und "Produktivität" schreienden Politiker entlarven. Miegel versucht nicht, sich als allwissender Wissenschaftler zu geben. Dementsprechend leicht liest sich das Buch in ein paar Stunden. Ausführliche Lösungen unserer Probleme darf man hier allerdings nicht suchen. Es wäre auch vermessen, für ein paar Euro eine Lebensanleitung zu erwarten. Miegel ist kein Politiker - er wirkt eben durch seine Medienpräsenz. Wie notwendig das ist konnte ich neulich in einem ausgestrahlten Interview mit ihm mitbekommen: Miegel ist kein Neider, er beklagt sich nicht allzu intensiv über Heuschrecken und Großverdiener. Sie sind Teil des Systems und sie werden von uns allen durch unser eigenes Konsum- und Sozialverhalten hervorgebracht. Er fordert lediglich deren Bekenntnis und Beitrag zur Gesellschaft. Überhaupt habe ich es als angenehm empfunden, dass Miegels Ausführungen überwiegend nichts Anklagendes haben. Hier ist er dann eben doch der nüchterne Wissenschaftler, der sich nicht zu albernen Sentimentalitäten hinreissen lässt . Alles in allem ist dieses Buch eine Motivationshilfe. Davon gibt es in der Tat viele. Bücher, bei deren Lektüre sich der Kopf im ständig zustimmenden und nickenden Auf und Ab befindet. Es hilft einem eher werteorientierten Leser, auf die rein materiell ausgerichteten "herabzusehen" und sie ein wenig für ihren bevorstehenden Sturz zu bemitleiden anstatt ständig - wie in unseren Medien präsentiert - zu Ihnen hin- oder aufzuschauen. Wer sich eine gewisse Bescheidenheit bewahrt hat und nicht jedem Konsumreiz hinterherrennt, wer einen Top-Manager nicht um sein Gehalt beneidet oder ihn deswegen verteufelt, sondern ihn einfach genauso wie den Lottomillionär in der Nachbarschaft ignorieren kann, der braucht vor der Zukunft keine Furcht zu haben. Das ist jedenfalls die unausgesprochene positive Botschaft Miegels - allerdings nur, wenn wir noch rechtzeitig die Kurve hinbekommen und die richtigen Weichen stellen, also z.B. die zunehmende Staatsverschuldung zu Gunsten kurzfristiger Wachtumsraten und zu Lasten nachfolgender Generationen stoppen. Bewertung: 3 Sterne: flüssig geschrieben, viele Fakten, Zahlen und Quellen, überwiegend nüchternerm Stil. 1,5 Sterne Abzug für den hohen Preis und 0,5 Sterne Abzug für die manchmal doch zu weiten Sprünge in den Begründungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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