Hochgeehrte Death Metal-Gemeinde !!!
Ihr seid der festen Überzeugung, die Könige des technischen Todesbleis seien nach wie vor Bands wie CANNIBAL CORPSE und MORBID ANGEL ? Dann solltet bzw. müsst ihr euch unbedingt das 2. Album der deutschen NECROPHAGIST anhören. Denn „Epitaph“ führt eure Vermutung zu 100% ad absurdum. Die 32:58 Minuten dieses perfekten Ober-Knallers beweisen nämlich, dass die unumstrittenen Führer dieses Genres zweifelsfrei im eigenen Lande zu finden sind.
Nachdem es sich bei NECROPHAGIST ehemals nur um eine One-man-Projekt handelte (Multitalent Muhammed Suizmen hatte auf dem Vorgänger „Onset to putrefaction“ alle Instrumente selbst eingespielt!) hat sich daraus mittlerweile eine 4-köpfige Band entwickelt. Ein Quartett, das musikalisch soooooo genial aufeinander eingespielt ist, dass man „Weltklasse“-Vergleiche längst nicht mehr scheuen muss. Ohne Untertreibung, NECROPHAGIST leisten auf ihren Instrumenten wirklich unglaubliches. Die 8 Songs sind dermaßen hochklassig, vertrackt, verspielt, pfeilschnell...und doch gleichzeitig einprägsam, dass dem Zuhörer sprichwörtlich die Spucke wegbleibt. Allein was Bandleader Suizmen für Melodien, Soli, Harmonien und sonstige Gitarren-Kabinettstückchen aus seinem Handgelenk schüttelt, bekommt man sonst nur von genialen Guitar-Wizards wie Yngwie Malmsteen, Steve Vai oder John Petrucci zu hören. Man ist wirklich geneigt, aufs Bandphoto zu schauen, um sich zu vergewissern, dass jeder der Musiker auch tatsächlich NUR zwei Arme mit je 5 Fingern hat. Und wer dann auch noch die Dreistigkeit – oder sollte ich besser sagen Genialität – besitzt, ins irrwitzige Soundinferno klassische Zitate von Beethoven/Prokofjev mit einfließen zu lassen, hat sich den musikalischen Götter-Status wirklich verdient.
Der berühmte Slogan „All killers – no fillers“ trifft bei dieser Scheibe wirklich zu. Und wer sich nach der (verhältnismäßig kurzen) Spielzeit nicht fühlt, wie nach der fünften Jumbo-Tasse Espresso, hat definitiv nicht zugehört. Ein Pflichtkauf für all diejenigen, die der Meinung sind, Death Metal-Meilensteine wie „The bleeding“ , „Symbolic“ oder „Altars of madness“ seien heutzutage nicht mehr möglich.
Das technisch beste Death Metal-Geschoss der letzten 5 Jahre !!!