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3.0 von 5 Sternen
... und noch eine weitere Rock-Oper ..., 19. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Episode 1-a Human Into Dream'S (Audio CD)
Momentan ist nicht gerade ein günstiger Zeitpunkt um eine Rock-Oper zu veröffentlichen, da Tobias Sammet's AVANTASIA auf diesem Sektor nahezu konkurenzlos sind und deren Scheibe auch erst vor einigen Wochen erschien. Natürlich kann Daniele Liverani - der Mastermind dieses Projekts - mit Ausnahmesängern wie Mark Boals (ex-YNGWIE MALMSTEEN), Oliver Hartmann (AT VANCE, AVANTASIA), Midnight (ex-CRIMSON GLORY) und Progressive-Queen Lana Lane, oder Musikern wie Steve Walsh (KANSAS) oder John Wetton (ASIA) aus dem Vollen schöpfen, und die Leute machen ihre Sache wirklich gut - doch letztendlich sind mir die Songs einfach zu vertrackt und kommen nur selten auf den Punkt. Da wäre songdienlicheres Komponieren nötig gewesen, damit die Mehrzahl der Tracks auch wirklich im Ohr hängen bleiben. So plätschert doch einiges an mir vorbei und so manche Songs kann ich gar nicht voneinander unterscheiden. Ausserdem geht mir der zwischen den Songs schwafelnde Erzähler doch ziemlich auf den Keks! Am eingängigsten ist noch „All Of Your Acts", das aber ziemlich Pop-mässig ausgefallen ist. Desweiteren würde ich mal „Dreams" als Anspieltipp nenen, welches wirklich ein Klasse-Stück ist. Dieses Album ist zweifellos zum Grossteil immer noch als gut zu bezeichnen, jedoch reicht es zu keiner Phase an Genre-Highlights wie die beiden AVANTASIA CD's oder Lucassen's AYREON- oder STAR ONE Projekte heran, da es einfach am letzten Kick bei den Kompositionen fehlt. Am besten ihr hört selbst mal rein...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mein Klassiker, 16. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Episode 1-a Human Into Dream'S (Audio CD)
Obwohl Masse ja wahrlich nicht immer gleichzeitig auch Klasse bedeutet, kann man sich in vorliegendem Fall darüber freuen, dass GENIUS... nicht schon nach 'ner guten halben Stunde rum ist. Zugegeben, im direkten Vergleich zu „der" anderen Metal-Oper (natürlich „Avantasia") benötigt vorliegender Silberling zwar ein paar Durchläufe mehr, um zu zünden. Dann jedoch macht die CD zumeist richtig Spaß und will so schnell nicht wieder aus Kopf und Player verschwinden. Mastermind Daniele Liverani, dessen Arbeit mir bereits bei Empty Tremor gut gefiel, hat hier eine respektable Anzahl international wirklich renomierter Künstler um sich geschart, um mit diesem und den in Folge erscheinenden zwei Fortsetzungen Anhänger verschiedener Genres unserer lieb gewonnenen Stromgitarrenmusik zu erfreuen. Genau hierin kann man nun den Hauptkritikpunkt aber gleichzeitig auch die Stärke sehen: Sowohl Hardrock-Fans (das wirklich superbe „All Of Your Acts" sei hier als Anspieltipp genannt) als auch Power Metaller („Paradox") oder sogar Prog-Anhänger werden hier gleichzeitig bedient, was nicht immer nach kompositorischen Höchstnoten schreit, aber für Abwechslung und Atmosphäre sorgt. GENIUS... ist nichts für Scheuklappenträger - überzeugt es doch im Wesentlichen durch starke und sich stilistisch wie gesagt stark unterscheidende Auftritte von u.a. Lana Lane, Chris Boltendahl (Grave Digger), Oliver Hartmann (At Vance), Mark Boals (Malmsteen), Daniel Gildenlow (Pain Of Salvation), Steve Walsh (Kansas), John Wetton (Asia) und Midnight (Chrimson Glory), der in den vielen Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Starke Rock-/Metaloper mit Mark Boals, Daniel Gildenlöw u.a., 2. Oktober 2005
Daniele Liverani, Keyboarder der italienischen Prog Metaller Empty Tremor, hat sich auf eigenen Wegen als Songwriter betätigt und mit dem auf drei Episoden angelegten und seit 1999 geschriebenen Konzeptwerk Genius anno 2002 eine ambitionierte „Rockoper" ins Leben gerufen. Er selbst übernimmt die gesamte Gitarren-, Bass- und Keyboardarbeit und hat neben Drummer Dario Ciccioni eine ganze Reihe an hochkarätigen Sängern auf der Gehaltsliste, u.a. Mark Boals, Daniel Gildenlöw, Chris Boltendahl, Steve Walsh und Midnight. Die Geschichte um die Welt der Träume erscheint auf den ersten Blick etwas klischeehaft, offenbart bei näherer Betrachtung aber eine fantasievolle Antwort auf unergründliche Sehnsüchte. Hauptfiguren sind Genius (gesungen von Mark Boals, u.a. Yngwie Malmsteen, Ring of Fire) und Twin Spirit #32 (Pain of Salvation-Sänger Daniel Gildenlöw). Genius gelangt unabsichtlich in die parallele Dimension, in der die Träume der Menschen gestaltet werden. Dafür sind die Twin Spirits zuständig - für jeden menschlichen Träumer wird einer geschaffen, der nur so lange lebt, bis sein träumender Mensch aufwacht. Die fantastische Traumwelt, die Dream League, ist unterteilt in je ein Königreich für jeden Kontinent der Erde. Genius wird für einen Twin Spirit gehalten und erhält die Nummer 33. Sein Twin Spirit #32 staunt nicht schlecht, als er an seiner Arbeitskonsole, wo er Träume entwerfen soll, nicht Genius' Traum, sondern den Träumer selbst sieht. Ein Mensch in der Traumwelt - das ist ein absolutes Tabu. Dem Europäischen König McChaos droht Ärger durch den rabiaten Herrscher Maindream; und Genius und Twin Spirit #32 werden dicke Freunde auf ihrer gemeinsamen Reise durch faszinierende Welten. Musikalisch bietet „Genius" eine breite Palette verschiedener Stile. Gegenüber der (ebenfalls fantastisch guten) „Metaloper" Avantasia, die ein Jahr zuvor erschien, ist das Spektrum weitaus größer. Dem Bombastrocker WITHOUT ME TODAY mit tollem Groove und packenden Ohrwurm-Melodien folgt gleich eine lyrische Ballade mit Lana Lane als einzige weibliche Stimme des ersten Teils - ‚operngerecht' aufbereitet, sozusagen. Ganz schön heavy geht es bei Speed-Metal-Nummern mit heftig viel Double Bass zur Sache, THE GLORY OF OUR LAND, DREAMS und THERE'S A HUMAN. ALL OF OUR ACTS überrascht mit glänzendem Pop-Rock à la Magnum. Mit TERMINATE ist noch eine sich kraftvoll entwickelnde Powerballade am Start; und I'M AFRAID trägt stärkere Züge von Prog Metal. Ganz bühnengerecht ist die Rockoper gespickt mit Chören, die im Dialog mit den Akteuren stehen. Schon ganz am Anfang fordert der „Twin Spirits Choir" mit getragenem Gesang „Here's another one who asks to enter this magic land", und startet die musikalische Wunderlandreise mit einer nicht zu überhörenden Hommage an „The Lamb Lies Down on Broadway" von Genesis. Daniele Liverani beweist mit abwechslungsreicher Gitarrenkost - gekonnt antreibender Rhythmusarbeit und prägnanten Soli - dass an ihm ein richtig guter Gitarrero verloren gegangen ist. Und auch als Songwriter macht er durchweg eine gute Figur. Auch wenn sich ein paar der Songs zwischenzeitlich zu lang ziehen, sind ihm überzeugende Melodien und packende Songs gelungen, welche dramatisch ganz gekonnt die Geschehnisse der Geschichte rüberbringen. Herausragend ist die Leistung der Sänger, denen weit mehr Engagement als bloße Sangeskunst, sondern voller Einsatz anzumerken ist. Die Rollenbesetzungen passen wie die Faust aufs Auge - und man kann sich richtig vorstellen, wie hier nicht nur gesungen, sondern auch geschauspielert wird. Den fiesen Maindream mimt Ex-Crimson-Glory-Röhre Midnight im aufgewühlten, hektischen TERMINATE - da passt dramaturgisch alles. Ein Glücksgriff ist auch Kansas-Sänger Steve Walsh, dessen warme Stimme für den afrikanischen Wild Tribe King im Stück MY PRIDE - lautmalerisch imitieren düstere Toms so etwas wie Stammesmusik, sensationell gut passt. Und auch Chris Boltendahl (Grave Digger) bringt seinen düsteren Stimmeinsatz als Stationmaster in THE GLORY OF OUR LAND äußerst gewinnbringend zum Einsatz. King McChaos wird von John Wetton (u.a. Asia), sein Berater von Mecca-Stimme Joe Vana gesungen. Auch Oliver Hartmann (u.a. Chöre bei Rhapsody und Sänger auf dem 2005er Empty Tremor-Album „The Alien Inside") ist dabei mit seiner rauen Rockstimme, die in hohen Lagen stark an Jeff Scott Soto erinnert. Die Story wird zusammengehalten von Philip Bynoe (Basser u.a. bei Steve Vai, Dave Weiner)mit seiner tiefen, warmen Sprechstimme als Erzähler zwischen den Songs. Teil eins von "Genius" bietet satte 79 Minuten musikalisch anspruchsvolle Unterhaltung für Fans von Power-/Speed-Metal, Prog und AOR und dürfte nicht zuletzt auch wegen des großen Staraufgebots viele Rockfans überzeugen. Und dennoch bleibt ein bisschen Luft nach oben für Teil 2, der 2004 erschien. Der ist musikalisch noch fesselnder und begeistert neben den gleich bleibenden ‚Hauptdarstellern' mit neuen Stars wie Russel Allen, Eric Martin und Johnny Gioeli. Trotzdem sollte man auch bei Teil 1, dessen Handlung übergangslos im Nachfolger fortgesetzt wird, bedenkenlos zugreifen - der leichte Punktabzug sagt nur aus, dass es danach noch besser wurde.
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