Dragonbound - 1. Die Prophezeiung
Erster Eindruck: In einem Reich der Fantasie
In der fernen Zukunft haben Wissenschafter einen Weg zu Zeitreisen entdeckt. Doch die junge Lea landet nicht im neuzeitlichen Paris, sondern in einer mittelalterlichen Welt voller Magie, ohne Hoffnung auf Rückkehr. Der mächtige Zauberer Malrik sieht in ihr die Person, die den Frieden auf Chelandra wieder herstellen kann...
Erneut versucht das Hörspiellabel Europa, eine Fantasy-Serie auf dem Markt zu platzieren und geht dabei teilweise neue Wege: Nur direkt über den verlagseigenen Shop und zum Download war "Dragonbound" vorerst erhältlich. Erzählt wird die Geschichte der jungen Lea und spielt in einer gefahrvollen Welt, in der Magie und fantastische Wesen wahrhaft existieren - leider wirkt das Ganze ziemlich zusammengeschustert, die meisten Elemente sind einfach zu gut bekannt und bieten nichts wirklich Neues. Die Handlung vollzieht einen durchaus gelungenen Bogen, die fast 80 Minuten sind aber zu lang. Öfters denkt man, dass die Geschichte in einem tollen Cliffhanger endet, nur um danach doch noch fortgesetzt zu werden. Vorteilhaft daran ist natürlich, dass man viel Hörspiel für sein Geld bekommt. Insgesamt ist "Die Prophezeiung" aber kein schlechtes Hörspiel, die Figuren werden gut dargestellt, die Handlung ist abwechslungsreich. Besonders die drohende Gefahr, die über Lea schwebt und von der Prophezeiung ausgeht, ist ein reizvoller Grundgedanke. "Dragonbound" ist nicht gerade innovativ, ist aber durchaus kurzweilig anzuhören und bietet an einigen Stellen spannende Momente.
Hauptfigur Lea wird von Bettina Zoch gesprochen, die ihre Figur mit durchaus überzeugender Sprechweise darstellt und eine große Breite an Emotionen darbieten kann. Wunderbar ist Martin Sabel als tollpatschiger Zauberlehrling Dogo, er trifft seinen Charakter genau auf den Punkt und sorgt dabei für ironische Momente. Erzähler des Hörspiels ist Jürgen Kluckert. Für meinen Geschmack trägt er hier etwas zu dick auf und will Dramatik erzeugen, wo keine ist. Weitere Sprecher sind Christian Rudolf, Jann Oltmann und Robert Lenkey.
In Sachen akkustischer Gestaltung ist der erste Teil dieser neuen Serie sehr solide produziert worden. Die Musik kann wuchtig sein, aber auch ganz zurückgezogen und sanft. So wird auf die einzelnen Szenen eingegangen, unterstützt von Geräuschen, die einzelne Dinge glaubhafter machen, ergibt sich dadurch eine schöne Atmosphäre.
Düster und mysteriös ist das Cover geworden. Leas halb beleuchtetes Gesicht prangt auf der einen Hälfte, auf der andere bekommen wir einen Kampf zwischen Ritter und Drache zu sehen. Die Gestaltung in Blautönen und der gelungene Schriftzug runden das Cover ab. Das kleine Booklet bietet neben stimmungsvollen Texten ein paar Worte über die wichtigsten Charaktere.
Fazit: Alt Bekanntes wird hier lediglich variiert, trotzdem ist Dragonbound unterhaltsam und hat keinen schlechten Start hingelegt.
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Dragonbound - 2. Seeschrecken
Erster Eindruck: Magische Wesen aus der Tiefe...
Von dem Drachenangriff geschwächt ist das Schiff, auf dem sich auch Lea befindet, in schlechten Zustand und hat kaum noch ein Hoffen auf einen glücklichen Ausgang. Als eine Nixe an Bord gezogen wird, wird die Mannschaft gründlich durcheinandergewirbelt. Doch auch von anderer Seite droht höchste Gefahr...
Die neue Fantasy-Serie von Europa mit dem Titel "Dragnbound - Die Prophezeiung" geht kurze Zeit nach dem Erstlingwerk mit "Seeschrecken" in die zweite Runde. Mit einer Introszene, die die drohende Gefahr für Lea verdeutlicht und einiges an Hintergrundwissen über die magische Welt bietet, legt die Folge einen gelungenen Start hin. Auch Leas Reise auf dem Schiff mit den Querelen, die die Nixe Lavinia mit sich bringt, sind nicht nur unterhaltsam, sondern werden mit der Zeit auch immer spannender. Lavinia ist der Beweis dafür, welche Vielfalt die Welt Chelandra birgt, aber auch dafür, dass vorrangig bekannte Themen aus anderen Fantasy-Werken eingebaut werden, die hier zu etwas Neuem zusammengestrickt wurden. Wer sich daran nicht stört, darf sich auf durchaus unterhaltsame 70 Minuten Hörspiel einlassen, bei dem allerdings die oft neuzeitliche Sprache merkwürdig und manchmal aufgesetzt scheint. Schön, dass es hier weiter geht, denn auch der zweite Teil ist durchaus hörenswert.
Als Lavinia, die betörende Nixe, gab es wohl keine bessere Wahl als Ulrike Stürzbecher. Mit ihrer klaren, freundlichen Stimme stellt sie das hinterlistige Wesen gut dar, kann aber auch die Wandlung ihres Charakters glaubwürdig erscheinen lassen. Als Sandrina, einer skrupellosen Kopfgeldjägerin, kann Claudia Urbschat-Mingues mit harter Stimmverfärbung und intensiver Betonung vollkommen überzeugen. Christian Rudolf spricht Telon, Leas kriegerischen Begleiter, auch er fügt sich gut in die magische Welt ein. Weitere Sprecher sind unter anderem Jann Ottmanns, Bettina Zech und Bernd Hölscher.
Auch vom Sounddesign des zweiten Teils bin ich durchaus angetan. Die musikalische Begleitung ist oft sehr präsent, kann sich in den richtigen Momenten aber auch zurückziehen und den Sprechern den Vorrang lassen. Zusammen mit den vielfältigen Geräuschen ergibt sich eine glaubhafte uund dichte Atmosphäre. Der Titelsong "Hide" am Ende des Hörspiels von Mytelle passt gut zu der düsteren Grundstimmung und rundet das Gehörte gut ab.
Bei der Covergestaltung von Anne Stokes wurde ein einheitliches Bild geschaen, der linke und obere Teil sind mit dem des Vorgängers identisch, während auf der rechten Seite drei kleinere Illustrationen mit Themen aus dem Hörspiel zu sehen sind. Im Booklet findet sich neben Kommentaren zu den wichtigsten Charakteren Noch ein Rückblick auf die vorige Folge, die den Einstieg wesentlich vereinfacht.
Fazit: Die abenteuerliche Reise von Lea und ihren Gefährten kann in dieser zwieten Folge mit einer guten Geschichte überzeugen. Mal schauen, wie es weitergeht...