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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchstes Level, hoher Anspruch - Dramatischer als "Karma", 15. Januar 2003
Die Speed- Metaller aus Florida um die Frontmänner Thomas Youngblood (Gitarre) und den Norweger Roy S. Khan (Vocals) haben die Linie des Vorgängeralbums fortgeführt. Mit "Karma" hatte die Band ein ausgefeiltes und reifes Album ohne Ecken und Kanten abgeliefert - "Epica" ist ebenso perfekt: keine Ausfälle auf der CD, eine glasklare Produktion in gigantischem Sound und Instrumental- und Gesangsleistungen auf allerhöchstem technischen Niveau. Natürlich geht es weiterhin um viele Up- Tempo- Krachern voller Double Bass und blitzschnellen Gitarrenriffs - auf die Frage, wie sich die Bandmitglieder denn vor einem Gig aufwärmten, antwortete Basser Glenn Barry einst mit "Bier", während Drummer Casey Grillo sich mit Gewichten an den Beinen vorbereiten muß. Kamelot sind also ihrer Linie treu geblieben und werden mit dem neuen Album keinen einzigen Fan enttäuschen - aber viele hinzugewinnen: die epische Komponente (wie der Titel es schon andeutet) spielt eine große Rolle. "Epica" ist ein Konzeptalbum und richtet sich frei nach Goethes "Faust". Hier sucht die Hauptfigur Ariel nach ultimativen Antworten auf Fragen des Seins. Da er von Gott keine Hilfe mehr erwartet, verkauft er seine Seele an Mephisto, den Teufel. Damit verspielt er jedoch auch seine Liebe zu Helena, die das gemeinsame Kind nach der Geburt tötet und mit ihrer Schuld nicht leben kann. Sie stirbt und kommt zu Gott, während Ariel jedoch verdammt ist, die Ewigkeit mit Mephisto zu verbringen und seine menschliche Schwäche vor Augen geführt bekommen - er konnte der Versuchung der Versprechungen Mephistos nicht widerstehen. Nach dem für Kamelot- Alben obligatorischen Intro eröffnet "Epica" mit "Center Of The Universe" gleich mit einem Brecher in bester "The Fourth Legacy"- und "Forever"- Tradition. Der einprägsame Song mit seinen zerhackten Double Bass- Passagen und melodischem Chorus wird wohl ganz schnell ins Pflichtprogramm für Liveauftritte Einzug halten - nicht zuletzt wegen des verträumten Breaks, bei dem Kahns Stimme durch eine Gastsängerin unterstützt wird, die die Figur der Helena darstellt. Mit "Farewell" fügt sich gleich der nächste harte Metalsong an, der durch seine durch Keyboardsounds unterkühlte Atmosphäre besticht. "The Edge Of Paradise" ist einer der stärksten Songs des Albums: Ein treibender und druckvoller Rhythmus in weniger schnellem Tempo, eine mystische Melodielinie der Lead Guitar mit orientalischen Zügen, ein klasse Chorus, der am Schluß sogar hochmoduliert wird - Gänsehautgarantie! "Wander" ist eine Ballade, die ruhig beginnt und sich episch weiterentwickelt, bis sie kraftvoll von einem Keyboard- Klangteppich getragen wird. Khans Stimme kommt kraftvoll zum Ausdruck kommt - nie war sie besser! "Descent Of The Archangel", das mit modernen Klängen beginnt und somit die Vielfältigkeit in der Arbeit der Band präsentiert, zeigt lautmalerische Züge: Zum ersten Mal spricht Mephisto und dementsprechend spannend klingt auch die Strophe. Der Chorus unterstreicht mit seiner absteigenden Melodielinie gelungen das Thema des Absteigens des Erzengels. "A Feast For The Vain" zeigt sich dramatisch und monumental, auch in Bezug auf das Thema: Mephisto und Ariel treffen aufeinander. Mephistos Sprechgesang wird dem melodiebetonten Ausdruck Ariels direkt gegenübergestellt - ein erster dramatischer Höhepunkt des Albums. "On The Coldest Winter Night" ist wiederum eine verträumte Ballade, typisch für Kamelot mit Khans emotionalen Tonhöhen - fantastisch und gefühlvoll. "Lost And Damned" gehört zu den stärksten Passagen des Albums: einer einleitenden, unheimlichen Atmosphäre folgt eine Strophe, die - wirklich wahr - von Tango- Klängen begleitet wird - viel gewagt und alles gewonnen: alles paßt, der Song ist fantastisch! Nach "Helena's Theme", einem kurzen Solosong für die weibliche Gaststimme, folgt "The Mourning After": ein stampfender, schwerfälliger Rhythmus, monströs, fast brutal, straight wie einst "The Spell" - eine gelungene Stimmungsänderung. "III Ways To Epica" schließt den Kreis zum Opener "Center Of The Universe": Ein schneller Double Bass Song; Khans Parts werden von der Gastsängerin jeweils fortgeführt und so in der Story Ariels Klagerufe durch Helenas Aussagen erwidert."Epica" ist präzise, fantastisch, weckt Bilder im Geist des Zuhörers, ist gespickt mit vielen musikalischen Einflüssen, ist leicht verdaulich und dennoch progressiv angehaucht, sitzt schon beim ersten Hördurchlauf und gibt doch bei jedem Mal weitere Details zu erkennen. Die Limited Edition bringt es mit dem Bonussong "Snow" auf 57 Minuten und liefert ein Tribal- Tattoo mit Kamelot- Symbol sowie ein PC- Programm mit: Man wird grafisch sehr ansprechend ins "Castle of Kamelot" geführt, wo man eine Bedienoberfläche zum Abspielen der CD findet. Außerdem gibt es hier einen Online- Shop, alle Album- Lyrics, eine Gallery, eine Biography und "The Secret Of Epica": Klickt man die Schatztruhe an, so gelangt man nach erfolgreichem Abschneiden bei einem kleinen Quiz zu einem Audio- Interview mit Thomas Youngblood über die Bedeutung des neuen Albums.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Melodic Metal jenseits der Klischees, 23. Januar 2003
Es gibt im Bereich Melodic Metal einige Bands, die die Grenze zum Kitsch oftmals überschreiten und deren Sound sich bei mir schon nach wenigen Hördurchgängen abnützt. Ich denke da insbesondere an eine italienische Band, die ihren Stil typischerweise "Hollywood-Metal" nennt, oder auch Exponenten aus Finnland, deren Sänger in der Regel in unsäglicher Stratosphären-Höhe herumkreischt... Das ist selbstverständlich (wie eigentlich alles in der Musik) Geschmacksache, soll aber zeigen, dass ich Veröffentlichungen dieses Genres nicht unkritisch gegenüber eingestellt bin. Das neue Album von Kamelot bewegt sich nämlich in einer absolut anderen Kategorie! Klar, auch die US-Amerikaner produzieren einen bombastischen, epischen Metal-Sound (siehe Albumtitel...), und die Melodien haben in der Regel einen guten Wiedererkennungswert. Dennoch droht nie das Abdriften in den Kitsch, da das Klangbild insgesamt düsterer, aber auch komplexer ist als bei den meisten anderen Bands des Genres. Zudem ist Roy Khan ein wirklich ausgezeichneter Sänger, der viel zur Stimmung beiträgt (wer mehr von Khan hören will, soll mal in ein Album der Band "Conception" reinhören...). "Epica" ist ein Konzeptalbum, das sich frei nach Goethe mit dem Faust-Thema beschäftigt. Die Story ist interessant und musikalisch ausgezeichnet umgesetzt. Highlights der CD sind die beiden ersten Tracks "Center of the Universe" und "Farewell", die Ballade "On the Coldest Winter Night" und - mein absoluter Favorit - "Lost and Damned", das sogar mit einem Tango-Rythmus aufwartet. Schade ist "Helena's Theme" nicht noch etwas ausgeweitet worden, die 2 Minuten gehören nämlich zum bombastischsten auf dem ganzen Album. Alles in allem also ein absolut gelungenes Album, für das ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen kann. Nicht nur Melodic Metal Fans werden begeistert sein, auch Fans von progressiveren Bands wie Symphony X oder Dream Theater können mit der neuen Kamelot im Prinzip nicht viel falsch machen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stark, 11. Februar 2003
Mit "Epica" lifern Kamelot wieder mal ein Hammeralbum der allerersten Güteklasse ab. Schon beim eigentlichen Opener "Center Of The Universe" knallt einem der altbewährte Kamelot-Rhythmus so richtig schön aus den Boxen entgegen. Und in dieser Tonart geht es weiter: "Farewell", "Edge Of Paradise", "Wander" (Kilerballade!), "Lost and Damned", um nur einige zu nennen - saustrake Melodien, abwechslungsreiche Tracks und das ganze wieder mal hervorragend abgemischt! "Epica" ist alles in allem wieder ein sehr abwechslungsreiches Album, bei dem man immer wieder neue Feinheiten entdeckt. Kaum eine Nummer läßt sich durchgehend in eine Schublade stecken, dafür sorgen unzählige Tempi- und Rhythmuswechsel. Da haben Kamelot dem Mitbewerb die Latte mal wieder ganz schön hoch gehängt, Daumen hoch!
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