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Seit sich auf Empiricism erstmals Vintersorg am Mikrofon versuchte, sind einige Jahre ins Land gegangen, und dessen letztes Werk, The Focusing Blur, wurde von einigen Musikern von Borknagar unterstützt. Mit Epic hat er sozusagen die Revanche abgeliefert, und jeder Fan von Borknagar, Vintersorg oder generell Black Metal und Prog sollte hier seinen Kiefer hochbinden. Was dort an Finsternis, Schönheit, technischer Höchstleistung und wahnwitzigen Song-Strukturen entstand, lässt sich mit dem ersten Durchlauf nur ganz leise erahnen.
Eigentlich gibt der Opener "Future Reminiscence" ein etwas zu heftiges Intro für die Scheibe vor, denn der epische und der brutale Teil halten sich hier noch die Waage. Dann aber wird die Scheibe immer mehr ihrem Titel gerecht und lässt die Hörer wünschen, diese Musik in einer filmreifen 5.1-Abmischung hören zu dürfen. "Sealed Chambers Of Electricity" etwa lässt einen auf eine Ruhepause hoffen, weil das Hirn völlig überfüttert wurde, und siehe da, "The Weigt Of The Wind" kommt danach als Instrumental mit einem so düsteren Jazz-Feeling daher, dass man fast an die Horror-Jazzer Bohren und der Club Of Gore denken muss.
Besonders hervorzuheben ist wieder die Leistung des Wundertrommlers Asgeir Mickelson, der nicht nur die Drums, sondern auch noch den Bass für den abgewanderten Viersaiter Tyr einspielte, nebenbei noch für die Testament-Reunion einsprang und auch auf der erwähnten Vintersorg-Scheibe für mächtig Wirbel sorgte. Der oben erwähnten Zielgruppe kann dieses Epos jedenfalls nur mit allem Nachdruck ans Herz und Hirn gelegt werden. --Deborah Denzer
Epic kommt zwar in meinen Augen nicht an die genialen Hymnen vom Vorgänger Empiricism ran, liefert aber trotzdem tolle Stücke mit schönen Melodien, geilen Riffs, abwechslungsreichen und zum Teil sehr schnellen Drums sowie einer großen stilistischen Diversität an gut gemachten Gesangslinien.
Das sehr dynamische Album zeichnet sich durch einen häufigen Wechsel an sehr schnellen und Mid-Tempo Parts sowie Akustikpassagen aus.
Um die Musik in seiner Ganzheit zu begreifen, muss die CD allerdings erst oft gehört werden.
Epic bietet einen hervorragenden Soundtrack für die alternative Black Metal Party, auf der eine qualitativ hochwertige Musik gefragt ist. Außerdem ist die CD geeignet, um einfach nur zuzuhören und philosophischen Texte lesen, sofern man intelligent genug ist, um sie zu verstehen.
Fans von Borknagar, Vintersorg oder Solefald können mit dem Erwerb dieser CD nichts falsch machen.
Beim ersten Hördurchlauf von "Epic" macht sich ein markanter Unterschied zu den vorigen Alben bemerkbar: Der hymnische Aspekt eines "Empiricism" oder "The Archaic Course" konnte nicht wirklich auf das neue Werk übertragen werden. Die Songs auf "Epic" weisen durchaus die prägenden Melodielinien auf, die schon die Vorgängeralben so fantastisch machten, allerdings gehen diese in den grundsätzlich etwas überfrachteten Songs etwas unter. Die Arrangements sind hochkomplex, so mancher für sich genommen großartige Einschub geht im Gesamtbild unter, wird von den dominanten Drums übertönt oder muss zu Gunsten der Gitarrenläufe an Qualität einbüßen. Ich weiß nicht, inwieweit dieses Problem produktionstechnischer Herkunft ist, allerdings wäre bei einigen Kompositionen sicherlich weniger mehr gewesen.
Daher ist das Album zu Beginn noch nicht wirklich greifbar, die Melodiebögen wirken zu abstrakt, kristallisieren sich erst nach einigen Durchläufen heraus. Das Album als solches ist - wie um dieses Problem noch einmal herauszuarbeiten - nur als Gesamtwerk zu fassen, die einzelnen Titel wirken ohne das "natürliche Umfeld" unvollständig. Der dem Albumtitel entsprechende "epische" Aspekt ist meines Erachtens nach eher den älteren Alben zuzusprechen, ich würde an dieser Stelle keinesfalls "episch" mit "komplex" gleichsetzen - denn komplex sind die Songs durchaus.
Mir persönlich stoßen teilweise auch die cleanen Gesangseinschübe etwas auf, da die Melodien - zumindest auf den ersten Blick - an mehreren Stellen ein wenig kitschig wirken. Während dieser "Kitsch"-Aspekt im Vorgänger das Gesamtbild irgendwie bereichert hat, fällt er hier negativ aus dem Rahmen, er fügt sich nicht wirklich in die monumentalen pianogestützen Slowspeed-Gitarrenläufe (u.a. "The Weight Of Wind") ein.
Wenn man sich erst einmal an den neuen Stil gewöhnt hat, gefällt das Album für sich eigentlich ganz gut, es fällt aber im Vergleich zu "Empiricism" deutlich ab.
Warum ich trotzdem 4 Sterne gebe? Weil die Band versucht, sich vom Sound her zu verändern, was angesichts dreier relativ ähnlicher Alben und einer doch recht gelungenen Umsetzung nur positiv zu werten ist.
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