Hier ist es also: das erste Album von Tom Gabriel Warrior nach dem Split von CELTIC FROST.
"Celtic Frost" ist auch ein sehr häufig auftauchendes Wort in den liner-notes zu den Lyrics. Offensichtlich ist "Eparistera Daimones" Tom`s Aufarbeitung der Trennung von einem alten Freund und langjährigen Bandkollegen und der Abschied von einer Legende. Immerhin ist es das erste Album welches er ohne Martin Ain aufgenommen hat.
Aber vor allen Dingen mit V. Santura (auch bei DARK FORTRESS) an der Gitarre hat er einen kreativen Mitstreiter gefunden.
Ich bin also gespannt auf die vor mir liegenden 72 min. Musik. "Monotheist", das letzte CELTIC FROST-Album, noch gut im Ohr, beginnt mit "Goetia" ein 11 Minuten Track, der gleich nach ruhigen Akkorden an "Progeny" von "Monotheist" erinnert. Doublebass und langsame Passagen wechseln sich ab; die 11 Minuten vergehen wie 3. Neu auch der heisere Gesang von V. Santura im Chorus.
"Abyss in my soul" drosselt das Tempo merklich runter auf Doom-Charakter. Hier fällt zum ersten Mal V. SanturaZs klagende Gitarre auf, die vor allen Dingen vom "Séance"-Album von DARK FORTRESS noch in bester Erinnerung ist.
"In shrouds decayed" hat einen ruhigen 4 minütigen langsamen Anfang mit Tom`s Sprechgesang, der an "Into the Pandemonium" denken läßt. Danach kommt mit einer stampfenden Passage etwas Fahrt auf und Mitsängerin Simone Vollenweider bekommt den ersten Einsatz ihrer schmeichelnden Stimme im Duett mit Tom.
"Shrine" ist ein quasi-Instrumental, wie wir es ähnlich schon auf anderen CF-Alben hatten. Da es aber nach 2 min. schon vorbei ist, empfinde ich es eher als Intro zum nachfolgenden "A thousand lies".
Mit "A thousand lies" findet sich der erste Nackenbrecher ein; V. Santura zusammen mit Tom am Mikro. Aber natürlich kommt auch hier der Break für eine langsame Passage im Mittelteil; dann geht`s wieder ab. Geil!
"Descendant" schließt sich an. Hier wieder die typische Santura-Klagemelodie als Einstieg. Und wieder ein Song mit klaren Death-Doom-Elementen, wie früher bei "Ground", der nur ein speediges Ende hat.
"Myopic Empire" fällt ebenfalls unter Death-Doom, hat aber 3.20 min. einen krassen Break und wechselt zu einer verträumten Klavierpassage, die Simone Vollenweider kurz wieder ans Mikro holt. Doch alsbald schleicht sich das böse Riffing wieder ein und führt den Song mit abwechselnden Gesangspassagen bis ans Ende.
"My Pain", eine fast schon sphärische Nummer, interpretiert Simone Vollenweider über 5 min. fast vollständig allein zu Klavier und Synthesizer. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht und durchaus intensiv.
Mit "The Prolonging" ist dann das Ende erreicht. Wieder eine schleppende Nummer mit Tom`s herrischem Gesang und psychotischen Elementen, die nach 17 min. sich in Gitarrenanschlägen verliert; trotz Überlänge besser als das vergleichbare "Synagoge Satanae" von der "Monotheist".
Zusammengefaßt kann man sagen, dass sich einige typische CF-Elemente wiederfinden; vor allen Dingen die allgegenwärtige runtergestimmte Gitarre. Aber "Eparistera Daimones" ist kein speediges Death-Metal-Album geworden. Die schleppenden Tracks überwiegen deutlich. Aber darin liegt viel von der Intensität des Albums. Die klare Produktion bringt jede Emotion brutal und ungeschminkt in das Nervenkostüm des Hörers.
In vielen Punkten ist TRIPTYKON sehr nah an CF "Monotheist" bzw. eine Weiterentwicklung davon. Wer also "Monotheist" mochte, wird auch bei TRIPTIKON seine helle Freunde haben.
Die limited edition kommt im Digibook mit fettem Inlet, vielen Detailbildern des Covers, allen Lyrics und informativen Linernotes von Tom G. Warrior.