Wer sich auf "Eolomea" einläßt, der muß sich wirklich auf diesen Film einlassen. In seiner Machart widerspricht er völlig den ansonsten gängigen Mustern. Es gibt so gut wie keine Action, die Tricktechnik - na ja, und als gelernter DDR-Bürger konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, daß sogar die Teilnehmer der internationalen Raumfahrtbehörde ihre Beratungen auf Original-DDR-Schulmöbeln abhielten.
Nichts desto trotz hat mir der Film um Längen besser gefallen als damals zu DDR-Zeiten, als ich ihn als Jugendlicher sah. Vielleicht benötigt man einfach ein paar Jährchen Lebens- und Filmerfahrung, um diesen Film richtig würdigen zu können? Wenn man sich erst einmal in die etwas verschachtelte Handlung hineingefunden hat, dann verfolgt man gebannt das Schicksal der handelnden Protagonisten. Was andere Rezensenten auch bereits anmerkten, ist dieses etwas hippige Lebensgefühl, das mit dem Film 'rüber kommt, in Kleidung sowie Denk- und Sprechweisen. Na ja, und Cox Habbema ist natürlich eine Augenweide (was ist eigentlich aus ihr geworden?).
Ich finde, die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich, und was der eine Rezensent vor mir als "Lustlosigkeit" bezeichnet hat, empfinde ich als wohltuende Zurückhaltung - gerade z.B. bei Rolf Hoppe, der m.E. seine Rolle als zwielichtiger Professor genau richtig spielt.
Also, insgesamt ein wohltuender, etwas philosophisch angehauchter Film mit einer schönen Filmmelodie. Es werden zwar viele Dinge nur angerissen (wie z.B. die tödliche Erkrankung des einen Raumfahrers oder die sich bewegenden Schatten), aber das tut dem Film keinen Abbruch - im Gegenteil, da kann man selber in Gedanken die Fäden weiterspinnen. Mir geht der Film immer wieder mal durch den Kopf, und das spricht ja wohl für ihn!
Man sollte nur darauf achten, daß man eine DVD-Ausgabe im PAL-Format erwischt, leider gibt es die DVD auch im schlechteren NTSC-Format.