Andreas Vollenweider, der normalerweise Instrumentalmusik mit der Harfe als Hauptinstrument macht, hat auf dieser CD für ihn neue Wege beschritten. Auf früheren Alben waren zwar immer Stimmen vorgekommen, allerdings fast ausschliesslich in begleitendem Kontext und immer ohne Text. Diesmal jedoch hat er sich eine Sängerin gefunden und hat es sich auch nicht nehmen lassen, selbst stimmlich aktiv zu werden. Die Stimme von Eliza Gilkyson ist zunächst verblüffend passend, auch wenn sie bestimmt nicht die Standard-Popstimme ist. Die Aufnahme ist auch mit Gesang ein homogen Werk, was auch daran liegt, dass die Sängerin relativ ausdruckslos singt, was in diesem Zusammenhang positiv ist. Doch etwas fehlt der ganzen Sache und das wird beim ersten Hören nicht allzu ersichtlich: Tiefe. Vollenweiders Stil ist normalerweise nicht als melodiös zu bezeichnen, zumindest nicht in herkömmlichem Sinn. Doch wenn man Gesang als ein Hauptelement einsetzen will, kommt man nicht drum herum. Und somit tritt der Klangteppich, den der Musiker mit seinem Instrument und dem dazugehörigen Arrangement zu legen weiß, in den Hintergrund und muss auf ein Minimum reduziert werden, damit sich Gesang und Rest nicht in den Weg geraten. Dadurch fehlt aber eigentlich das Wichtigste, was seine Musik erst zu dem macht, was sie ist, und was ihn vom durchschnittlichen New Age Gedüdel absetzt. Die Texte ignoriere ich durchwegs, was wohl besser für alle Beteiligten ist - nur eins sei gesagt: Sie erinnern mich an Joni Mitchell, die ich grauenhaft finde. Insgesamt eine der schwächeren CDs von Vollenweider, aber wenn die etwas fehlende Tiefe und die Texte nicht stören, brauchbare Hintergrundmusik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)