Mit dem Buch ENZYKLOPÄDIE DER PSYCHOAKTIVEN PFLANZEN hat der Autor Christian Rätsch ein Standardwerk der Ethnobotanik geschrieben. Auf fast 1.000 Seiten findet sich wirklich alles aus der Natur zu diesem Bereich, allumfassend, ausführlich, detaiert und gut bebildert. Hier liegt nun ein Fundus von unschätzbarem Wissen vor, für alle und jedermann zum zugreifen und lernen.
Jedes der Kapitel und der vorgestellten Pflanzen repräsentiert das Wissen von über 20 Jahren Arbeit die Christian Rätsch in die Forschung und Aufarbeitung des Wissens um die Ethnobotanik und den schamanistischen Gebrauch davon hier investiert hat.
Um es gleich vorweg zu nehmen, dies ist keine Anleitung zu Drogenkonsum und der Autor hat auch nicht vor die vorgestellten Pflanzen dazu anzupreisen, vor der Wirklichkeit zu fliehen, wie es so viele Abhängige tun. Mittels dieser Pflanzen geht es vielmehr um die Schärfung der Sinne und das Begreifen der Welten um sich herum.
Die Monographie informiert ausführlich über Familie, Formen und Unterarten, Synonyme, Volkstümliche Namen, Geschichtliches, Verbreitung, Anbau, Aussehen, Droge, Zubereitung und Dosierung, Rituelle Verwendung, Artefakte, Medizinische Anwendung, Inhaltsstoffe, Wirkung, Marktformen und Vorschriften sowie Literaturhinweisen.
In diesem Kompendium finden sich sehr seltene und fast unbekannte Vertreter der Ethnobotanik (Latua pubiflora), welches sicherlich dem Forscherwillen und Begeisterungsfähigkeit für das Thema von Christian Rätsch zu verdanken ist. Doch auch so bekannte Pflanzen wie der Kakaobaum finden sich hier, denn auch der Kakao galt als rituelles und schamanistisches Werkzeug der Azteken.
Chemische Formeln und der korrekte Aufbau der Hauptinhaltstoffe machen das Buch ebenso lesenswert aus wissenschaftlicher Richtung aus.
Das Werk umfasst bisher gut bekannte und vollständig erforschte psychoaktive Pflanzen, sowie wenig erforschte und gar nicht erforschte psychoaktive Pflanzen, wobei bei letzteren Ihre Wirkungen noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Der Bereich der psychoaktiven Pilze ist im Besonderen erwähnenswert, da sehr gut beschrieben und umfassend. Abschließend wird dort auch der Bereich der angeblich psychoaktiven Pilze behandelt.
Ein anderer umfassender Bereich sind die psychoaktiven Produkte, unter ihnen ist das Bekannteste der Alkohol, doch auch die berühmt berüchtigte Hexensalbe und der unscheinbare Vertreter der Brotaufstriche, der Honig!
Den Abschluss bilden die psychoaktiven Pflanzenwirkstoffe wie beispielsweise das Codein oder die Mutterkornderivate und das Nikotin.
Am Ende sind alle Pflanzen nach botanischer Systematik aufgeführt, eine anschließende allgemeine Bibliographie ist sehr umfassend geschildert. Ein sehr gutes Stichwortverzeichnis schließt dieses außergewöhnlich gute Buch ab.
Das Buch hat mir als Standardnachschlagewerk ausnehmend gut gefallen, man merkt auf jeder Seite das Christan Rätsch ein Meister seines Fachs ist und weiß wovon er schreibt und über was er spricht.
Der Wert dieses Buch ist unschätzbar, hat es doch Jahre gedauert, alle diese kleinen Informationen zusammenzutragen und viel persönliches Wissen und eine Menge Erfahrung von Christian Rätsch zu diesem Bereich sind in dieses Buch geflossen. Für Begeisterte Pflanzenkundler, Schamanen und Interessierte aller Ethnokulturen sehr zu empfehlen.
Sehr Empfehlenswert!