Woran man oftmals achtlos vorübergeht und sich nicht einmal fragt, was denn da so wächst, birgt einen unendlichen Reichtum: die essbaren Wildpflanzen. Doch wer kennt sich schon aus mit der Verwendung der Blüten, Halme und Stängel? Noch mehr bewegt einen vermutlich auch die Frage, welche Folgen - vor allem schädliche - hat es, wenn man einmal in so ein Gras beißt?!
Die vorliegende Enzyklopädie kann diese Hemmschwellen fundiert überwinden helfen. Der Autor ist ein profunder Kenner der Gewächse in Wald, Wiese und am Wegesrand und hat ein umfassendes Kompendium zusammengetragen. Dabei stützt er sich sowohl auf gesicherte Quellen, als auch auf qualifizierte Selbsterfahrung und -erkenntnis. In alphabetischer Reihenfolge - leider nach den lateinischen Pflanzennamen und nicht nach den im Volksmund bekannten Bezeichnungen - finden sich etwa 1.500 Wildpflanzen Mitteleuropas aufgeführt. 400 Farbfotos machen die Bestimmung leicht.
Mangelhaft finde ich allerdings, dass es keine kompakte Bildübersicht der Giftpflanzen gibt!
Vorkommen, Hauptblütezeit und insbesondere die Verwendung und der Nutzen als Nahrungs- und Genussmittel sind bei jeder Pflanze beschrieben. Ein Register hilft, die lateinischen Bezeichnungen den oft eher erkennbaren deutschen Namen zuzuordnen.
Eine knappe Anleitung zur Verarbeitung von Wildpflanzen und eine Auswahl Rezepte wecken Interesse und Lust, einmal neben Salat- und Gemüsekost gesammelte Pflanzen zu probieren. Kurz streift der Pflanzenkenner auch die Einrichtung eines eigenen Wildpflanzengartens, gibt Tipps für das Sammeln der Grünnahrung und ein wichtiger Abschnitt ist den Hinweisen auf giftige Pflanzen gewidmet.
Das große Nachschlagewerk für engagierte und interessierte Laien aber sicher auch Fachleute bietet einen ausgezeichneten Informationsfundus. Es ist verfasst für alle, die sich in der Natur bewegen, sie differenziert wahrnehmen und Lust verspüren, sich auch einmal aus der Natur zu ernähren. © 9/2004 Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.