Dieses Buch ist das ausführlichste Werk zum Thema "Edelsteinheilkunde", welches ich kenne und darüber hinaus, was das fachliche Niveau anbelangt, mit den Fachbüchern des Kollegen Michael Gienger vergleichbar! Die beiden Autoren haben keine Mühe gescheut, die gängige Literatur über Edelsteine und ihre erprobten Heilwirkungen zu durchforsten und alles Brauchbare zusammenzutragen(aus Werken von Heider, Sperling, Melody, Gienger - um nur einige zu nennen) - ergänzt durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen.
Nun kommt "das Aber"...ohne Vorwissen über die verwandtschaftlichen Beziehungen der Edelsteine untereinander und eine große Portion Geduld, tut man sich bisweilen etwas schwer, wenn man Informationen zu einem bestimmten Stein sucht. Ein Beispiel: Muskovit. Ein Laie weiß nicht unbedingt, dass Muskovit ein Mischkristall der Glimmergruppe ist, zu welcher auch Biotit gehört und er deshalb unter "Biotit" und nicht unter "Muskovit" gucken muß. Manchmal (aber eben nicht immer) findet man gleich im Lexikonteil Querverweise, so im Falle des "Aquamarin", unter dessen Name gleich der Verweis auf die "Berylle" steht und man somit weiß, wohin man blättern muß, um Informationen zu finden. Ist man in der "Beryllgruppe" angelangt, begegnet man einem neuen Problem: die verschiedenen Bezeichnungen der Steine sind bei den Wirkungsbeschreibungen nicht fett hervorgehoben, so dass es schon eine ganze Weile braucht, bis man die Wirkungen des "Aquamarins" in den verschiedenen Bereichen "körperlich" und "seelisch" gefunden hat.
Immerhin finden sich ja in den gleichen Abschnitten auch Infos zum Goshenit, Morganit, Heliodor, Gold-Beryll und einige mehr, was dann erstmal alles auseinandergepflückt werden muß.
Im Falle der Berylle lohnt sich der Aufwand aber auf jeden Fall - die Beschreibungen sind wirklich ausführlich und gut. Das ändert sich bei den Opalen, eine an sich sehr vielseitige und faszinierende Steingruppe, die im Vergleich zu den anderen Edelsteinen in diesem Werk relativ oberflächlich abgehandelt wird. Gerade zum Andenopal (pink und azur) und auch zum Boulder hätte ich wirklich mehr erwartet. Das Kapitel über die Turmaline ist dagegen sehr gut geraten: wieder gewohnt ausführlich und der Leser kann sich sogar über durch Fettdruck hervorgehobene Steinenamen freuen! Auch seltene Varietäten wie der Dravit sind beschrieben - der violette Apyrit aber fehlt.
Ein weiterer Vorzug dieses Buches ist, dass man auch selten verwendete Heilsteine darin gut repräsentiert findet, wie z.B. Alunit oder Tugtupit.
Fazit: für "alte Hasen und Häsinnen" eine wahre Fundgrube an Informationen - für Anfänger/Laien bisweilen sehr mühselig.