Das ursprünglich zwischen 1980 (Band 1) und 1996 (Band 4) erschienene Lexikon liegt nun in einer broschierten Sonderausgabe im Schuber vor. Während man bisher zur Bibliothek fahren mußte, bietet sich nun die Chance, über das darin geballte Wissen ständig verfügen zu können.
Es ist ein Werk nicht nur für Experten mit folgenden Bereichen: klassisches philosophisches Wissen, Wissenschaftstheorie, Logik und naturwissenschaftliche Themen. Ein Vorzug gegenüber anderen philosophischen Lexika ist die Aufnahme von Personeneinträge. Ein weiterer Vorzug ist die Mitarbeit vieler kompetenter Autoren. Die Artikel sind jeweils mit einem Autorenkürzel gekennzeichnet und fallen unterschiedlich aus. Doch Vielfalt der Ansichten ist kein Nachteil. Hauptherausgeber für alle Bände ist Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Konstanz. Er verbürgt für einheitliche Standards und die hohe Qualität.
Man kann so ein Werk nur nach langer Nutzung oder nach stichprobenartigen einzelnen Einträgen beurteilen. Ich suchte zuerst "Farbe" vergeblich, wurde aber durch "Eigenschaft" mit zahlreichen Verweisen voll entschädigt. Die Verweise auf andere Sacheinträge sind extrem wertvoll. Man muß aufpassen, dass man nicht - ähnlich wie im Internet - von Eintrag zu Eintrag weiterliest. Durch die lange Zeitspanne zwischen den Bänden fehlt das Stichwort für Davidson und Quine lebt noch. Da vermisste ich einen Gesamtindex. Doch umfasst beispielsweise der Eintrag "Frege" mehr als 7 Spalten und schlägt damit das im selben Verlag herausgegebene Philosophen Lexikon klar. "Stegmüller" hat seiner Bedeutung angemessen 3 Spalten Die von mir geprüften Artikeln war auf hohem Niveau aber durchaus verständlich.
Zu loben sind die Literaturhinweise beim einzelnen Eintrag. Bei Personeneinträgen werden sie um ein umfangreiches Werkverzeichnis ergänzt.
Ein Jahrhundertwerk von internationalem Rang liegt damit in einer erschwinglichen Ausgabe für jeden an der Philosophie, Logik oder Wissenschaftstheorie Interessierten vor. Die Begeisterung bei der Arbeit damit beflügelt beim Studierenden (und sicher auch bei manchem Dozenten) die Motivation.