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Enzyklopädie des Nationalsozialismus
 
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Enzyklopädie des Nationalsozialismus [Taschenbuch]

Wolfgang Benz , Hermann Graml , Hermann Weiß
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Digitale Bibliothek legt mit dieser CD-Lizenzausgabe der im Druck bei Klett-Cotta und bei dtv erschienenen Enzyklopädie des Nationalsozialismus einen weiteren Band ihrer Reihe mit historischen (Nachschlage-)Werken vor. Begonnen wurde sie mit der Propyläen Weltgeschichte. Außerdem sind bislang zwei überaus lohnenswerte Sondereditionen mit historischem Aktenmaterial erschienen, die eindrucksvoll belegen, welche Möglichkeiten digitale Quellensammlungen den entsprechenden Printausgaben voraushaben: Deutsche Einheit: Dokumente zur Deutschlandpolitik sowie Der Nürnberger Prozeß: Das Protokoll des Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof 14. November 1945 - 1. Oktober 1946.

Der Text der digitalen Enzyklopädie des Nationalsozialismus basiert auf der dritten Druckauflage des dreibändigen Standardwerks und ist -- wie alle Bände der Digitalen Bibliothek -- auch mit einer Seitenkonkordanz versehen. Die Qualität des Lexikons selbst steht längst außer Frage. Zweifellos eine Enzyklopädie, die es seinem Titel nach ja auch sein will, ist es zugleich ein profundes Handbuch, in dem der Nationalsozialismus, seine Ideologie und seine Institutionen in zum Teil brillanten Essays aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.

Die digitale Ausgabe ist eine überaus begrüßenswerte Ergänzung, macht aber -- anders vielleicht als bei reinen Quellensammlungen wie den oben erwähnten -- das gedruckte Werk nicht überflüssig. Gleichwohl wird man sich, einmal an die digitale Funktionalität gewöhnt, auch bei der Lektüre der Druckausgabe hier und da einen Hyperlink wünschen. Auch die Markierungs- und Notizfunktionen sind hervorragende Instrumente für die Arbeit mit dem Werk. Hemmungen, einzelne Textpassagen zu markieren und mit Anmerkungen zu versehen, wie sie mancher beim Umgang mit Büchern hat, erübrigen sich hier. Und solche Anmerkungen sind außerdem systematisch zu verwalten und auszuwerten. Insgesamt ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann in der Digitalen Bibliothek die ersten Originalausgaben erscheinen, die man dann aber hoffentlich auch noch in einer gedruckten (Lizenz-)Ausgabe erhalten kann. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Das historische Buch

Wörterbücher des Schreckens

Zwei Nachschlagewerke zum Nationalsozialismus

Die Geschichtsbücher über die zwölf Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland und grossen Teilen Europas füllen inzwischen ganze Bibliotheken. Es ist also ein ebenso mutiges wie verdienstvolles Unterfangen, diese kurze, aber ungemein folgenreiche Epoche in einen Lexikonband zu bannen, um Informationen über wichtige Daten, Begriffe und Personen leichter zugänglich zu machen. Die im Umfeld des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung und des Münchner Instituts für Zeitgeschichte entstandene «Enzyklopädie des Nationalsozialismus» versucht dies durch einen doppelten Zugriff. Im ersten Teil werden wichtige Themen wie Propaganda, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst oder Emigration in zehn- bis fünfzehnseitigen Handbuchartikeln erörtert, an die sich ein Lexikonteil anschliesst. Von «Ausserordentliche Befriedungsaktion» bis «Zyklon B» reicht dieses Alphabet des Grauens. Hilfreich ist auch das Personenregister mit kurzen biographischen Hinweisen.

Die Wörter der Macht

Bei fast 150 Autoren ist der Gesamteindruck dieser Enzyklopädie zwangsläufig uneinheitlich und die Qualität der Beiträge sehr unterschiedlich. Ian Kershaws Ausführungen über «Führer und Hitlerkult» beispielsweise beschreiben eindringlich die Besonderheit von Hitlers charismatischer Herrschaft, die einerseits der Dreh- und Angelpunkt des NS-Regimes war, andererseits die Formen bürokratisch regulierter Machtausübung unterminierte, ohne die ein moderner Staat nicht auf Dauer funktionieren kann. Unpräzise und zu sehr auf die Person Hitlers eingeengt ist dagegen der Beitrag von Wolfgang Wippermann zum Thema «Ideologie». Gelungen ist Gerd Ueberschärs Überblick über die keineswegs «sauber» gebliebene Wehrmacht, während Thomas Bertrams Ausführungen zum Zweiten Weltkrieg schwerfällig erscheinen und über einige Schlagworte nicht hinauskommen. In Bernd-Jürgen Wendts Artikel «Aussenpolitik» schliesslich wird der Aussenminister von Ribbentrop als «Parvenu» bezeichnet, der es kaum wert sei, «dass man sich intensiver mit ihm beschäftigt». Aus solchen Urteilen spricht eine ähnliche naserümpfende Überheblichkeit, wie sie die konservativen Eliten vor sechzig und siebzig Jahren gegenüber dem Nationalsozialismus an den Tag legten.

Die Heterogenität der Beiträge ist auch im Lexikonteil beträchtlich. Im Artikel «Frankreich» beispielsweise wird im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages am 22. Juni 1940 auf «Compiègne» verwiesen. Unter diesem Stichwort wird dann zwar das dortige Durchgangslager für Juden aus dem besetzten Frankreich beschrieben, nicht aber die Rolle des Ortes als Schauplatz deutsch-französischer «Erbfeindschaft», denn in Compiègne war ja bereits der Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 unterzeichnet worden. Indem Hitler diesen Ort zur Feier seines Triumphes wählte, inszenierte er sich bewusst als Überwinder des Traumas der deutschen Niederlage von 1918 und als «Werkzeug der Vorsehung». Auf solche Aspekte politischer Symbolik jenseits der blossen Fakten hinzuweisen, gehört zu den Aufgaben einer Enzyklopädie. Auch gelegentliche Flüchtigkeitsfehler, so beim Stichwort «Aktion Reinhardt», deren Vorgeschichte verwirrenderweise auf den Spätsommer 1944 (statt 1941) datiert wird, zeigen, dass das gesamte Werk unter Zeitdruck entstanden ist. Trotz diesen Einschränkungen bietet die «Enzyklopädie des Nationalsozialismus» eine für Fachleute und interessierte Laien gleichermassen wichtige Orientierungshilfe.

Die Macht der Wörter

Einige dieser Schwächen gleicht Cornelia Schmitz-Berning aus, denn sie behandelt weniger die historischen Daten und Ereignisse als den offiziellen und volkstümlichen Sprachgebrauch in der NS-Zeit. Eine über vierzigjährige Beschäftigung mit der Sprache des Nationalsozialismus hat ihren Niederschlag in einem ungemein quellenreichen Handbuch gefunden. Für jedes Stichwort wird die Begriffsgeschichte, der Sprachgebrauch in der «Kampfzeit» bis 1933 und während der NS-Herrschaft bis 1945 anhand zahlreicher Belegzitate dargestellt. Das Vokabular des Nationalsozialismus offenbart oft schon auf den ersten Blick den buchstäblich inhumanen Charakter des Regimes und seiner Ideologie, bisweilen sogar mit unfreiwilliger Komik. Über das Wort «Abstammungsnachweis» erfährt man, dass in Meyers Konversationslexikon von 1924 lediglich der Verweis «siehe Tierzucht» stand. In der nächsten Auflage von 1936 hatte dieser Begriff seinen Weg vom Kuhstall in das Zentrum der rassistisch organisierten Gesellschaft gefunden: der «Abstammungsnachweis» entschied nun über die Lebensperspektiven, später über die Überlebenschancen jedes Menschen im deutschen Machtbereich.

Den Charakter des Rassismus als eines säkularen Religionsersatzes verdeutlicht als weiteres Beispiel auch das Wort «Erbsünde», das völlig aus seinem christlichen Kontext herausgelöst wurde. Nicht mehr Adams und Evas Sündenfall im Paradies, die Abkehr von Gottes Geboten, sondern die vermeintlichen «Sünden wider das Blut», die Verstösse gegen das Gebot der «Reinhaltung der arischen Rasse» waren nunmehr gemeint. Auch das bis heute häufig leichtfertig verwendete Wort vom «Dritten Reich» hat eine solche Entwicklung von der christlichen zur innerweltlichen Heilsgeschichte durchgemacht. Die Untaten des NS-Regimes wurden sprachlich lange vorbereitet, und auch die Funktion der Sprache selbst wandelte sich fundamental. Die Praxis einer fanatischen Ideologisierung aller Lebensbereiche ersetzte das Ideal eines diskursiven Raisonnements. Insofern ermöglicht das Studium des Vokabulars des Nationalsozialismus tiefe Einblicke in die Sprach-, Kultur- und Mentalitätengeschichte unseres Jahrhunderts und sensibilisiert für – und gegen – menschenverachtenden Sprachgebrauch.

Christoph Jahr -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

PC-Magazin Ausgabe 12/99

PC-Magazin Ausgabe 12/99 Ein Eldorado für Historiker (...) Die CD glänzt mit einem Handbuch mit essayistischen Darstellungen und über 1.000 Kurzbiographien. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Computer Bild Ausgabe 1/2000

Computer Bild Ausgabe 1/2000 CD-ROM der Woche -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das neue Standardwerk für Schule, Universität und Öffentlichkeit

Hier liegt ein einzigartiges Nachschlagewerk zum Nationalsozialismus vor, das diese Epoche als Ganzes und in ihren Einzelaspekten systematisch erschließt. Handbuchteil und lexikalischer Teil können getrennt wie auch gemeinsam genutzt und gelesen werden. Das mit Kurzbiographien versehene Personenregister ergänzt und vervollständigt die Sachinformation.

Teil I - Handbuch: 22 ausführliche und gut lesbare Artikel auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand, verfaßt von international renommierten Fachleuten, bieten eine umfassende Gesamtdarstellung von Ideologie, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft im Nationalsozialismus einschließlich einer gesonderten Darstellung der Quellenlage. Die Beiträge sind durch zahlreiche Verweise auf den lexikalischen Teil erschlossen und mit 40 Abbildungen illustriert.

Teil II - Lexikon: Ca. 1400 alphabetisch geordnete Sachstichwörter von einem Umfang bis zu 120 Zeilen geben einen systematischen Überblick über Namen, Begriffe, Ereignisse und Institutionen. Ca. 20 Karten und Grafiken dienen der zusätzlichen Information.

Teil III - Personenregister: Das umfangreiche Personenregister umfaßt sämtliche genannten Personennamen. Die einzelnen Einträge sind mit ausführlichen Angaben zu Lebensdaten und Funktionen versehen.

Klappentext

Das vorliegende Werk ist Sachlexikon und Handbuch, Gesamtdarstellung und Kompendium zugleich, ein unentbehrliches Hilfsmittel für alle, die sich mit Nationalsozialismus und Drittem Reich beschäftigen. In rund 1.000 Stichwörtern werden Informationen über Institutionen und Organisationen, Ereignisse und Begriffe, Fakten und Daten, über die nationalsozialistische Ideologie und ihre Verwirklichung im NS-Staat vermittelt. Von »Abrüstung« bis »Zinsknechtschaft« wird der Nutzer sachkundig und zuverlässig auch über spezielle Sachverhalte informiert. Den Konzentrationslagern und Ghettos sind ebenso wie zahlreichen Widerstandsgruppen, den Gliederungen der Partei, Zeitungen und Zeitschriften, Spiel- und Propagandafilmen oder militärischen Ereignissen eigene Artikel gewidmet. Ergänzt und vertieft wird das lexikalische Wissen mit 26 großen Darstellungen über Außenpolitik und andere Themen. Mit Beiträgen u.a. über Technik, Jugend, Medizin, Sport und Emigration - alle auf dem aktuellen Stand der Forschung - erweitert sich das Sachlexikon zur Enzyklopädie. Die Artikel verweisen auf weiterführende Literatur, ein eigener Beitrag zur Quellenkunde bietet Informationen über Archivbestände und Sammlungen, ein biographisches Personenregister schließt den Band ab. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Wolfgang Benz, geboren 1941, ist Professor an der Technischen Universität Berlin und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Er ist Herausgeber des Jahrbuchs für Antisemitismusforschung, Mitherausgeber der Dachauer Hefte und der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 1992 erhielt er den GeschwisterScholl-Preis. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert vorgelegt.
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