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Produktinformation
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Der Text der digitalen Enzyklopädie des Nationalsozialismus basiert auf der dritten Druckauflage des dreibändigen Standardwerks und ist -- wie alle Bände der Digitalen Bibliothek -- auch mit einer Seitenkonkordanz versehen. Die Qualität des Lexikons selbst steht längst außer Frage. Zweifellos eine Enzyklopädie, die es seinem Titel nach ja auch sein will, ist es zugleich ein profundes Handbuch, in dem der Nationalsozialismus, seine Ideologie und seine Institutionen in zum Teil brillanten Essays aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.
Die digitale Ausgabe ist eine überaus begrüßenswerte Ergänzung, macht aber -- anders vielleicht als bei reinen Quellensammlungen wie den oben erwähnten -- das gedruckte Werk nicht überflüssig. Gleichwohl wird man sich, einmal an die digitale Funktionalität gewöhnt, auch bei der Lektüre der Druckausgabe hier und da einen Hyperlink wünschen. Auch die Markierungs- und Notizfunktionen sind hervorragende Instrumente für die Arbeit mit dem Werk. Hemmungen, einzelne Textpassagen zu markieren und mit Anmerkungen zu versehen, wie sie mancher beim Umgang mit Büchern hat, erübrigen sich hier. Und solche Anmerkungen sind außerdem systematisch zu verwalten und auszuwerten. Insgesamt ist es wohl nur eine Frage der Zeit, wann in der Digitalen Bibliothek die ersten Originalausgaben erscheinen, die man dann aber hoffentlich auch noch in einer gedruckten (Lizenz-)Ausgabe erhalten kann. --Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Immer in Reichweite,
Rezension bezieht sich auf: Enzyklopädie des Nationalsozialismus (Taschenbuch)
Die Herausgeber der "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" bürgen für Qualität: Die Veröffentlichungen von Wolfgang Benz (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), Hermann Graml und Hermann Weiß (beide Institut für Zeitgeschichte, München) sind seit langem Erste Adressen in Sachen Erforschung des Nationalsozialismus.Im Vorwort wird die Intention dieses tatsächlich enzyklopädischen Werkes deutlich: Es geht um die auf dem gegenwärtigen Stand der Forschung beruhende Sammlung "alle[r] notwendigen Informationen über Organisationen, zu Ereignissen und Begriffen, über Fakten und Daten der nationalsozialistischen Ideologie und ihrer Verwirklichung im NS-Staat". Ein hochgestecktes Ziel, zu dessen Erreichen insgesamt 132 Autoren beigetragen haben, darunter z.B. Herrmann Glaser, Ian Kershaw, Ágnes Ságvári und Bernd-Jürgen Wendt. Die "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" ist übersichtlich in drei Teile gegliedert: Teil 1 widmet sich unter der Überschrift "Handbuch" den verschiedenen Aspekten des NS-Staates: In informativen, meist gut lesbaren 10- bis 20-seitigen Darstellungen geht es u.a. um die Bedeutung von Ideologie, Propaganda, Justiz, Wehrmacht, Kunst, Wissenschaft, Kirchen, Jugend, Widerstand usw. unter dem NS-Regime. Am Ende jeder Darstellung findet sich eine unkommentierte Auswahlbibliographie zum jeweiligen Thema. Je nach persönlichem Interesse erwartet den Leser hier mancher Aha-Effekt. In der Regel werden nämlich Zusammenhänge und Entwicklungen so nachvollziehbar erläutert, dass man nicht "vom Fach" sein muss, um aus der Lektüre Gewinn zu ziehen. Abgeschlossen wird dieser Teil durch einen ausführlichen Beitrag über die verschiedenen Quellen und über die Quellenlage im allgemeinen zum Nationalsozialismus. Der zweite Teil enthält in Gestalt eines Lexikons ausführliche, bei Bedarf sogar mehrseitige Artikel zu Stichwörtern aller Art (Personen ausgenommen); dieser Teil ist eine wahre Fundgrube. Wenn ich z.B. ein Sachbuch, eine Biographie oder einen Erinnerungsband lese, der sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt, habe ich die "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" stets in Griffweite. Die Stichwörter sind nämlich viel ausführlicher als in Konversationslexika möglich und dabei immer noch übersichtlich (und außerdem kann man nicht wegen jeder Unklarheit zur nächsten Uni-Bibliothek gehen und festmeterweise die einschlägige Fachliteratur konsultieren). Nützlich sind auch Stichworte, die man nicht zwingend mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringt -- dazu gehören auch Länder-Einträge wie z.B. "Griechenland" oder "Frankreich" -- hier findet man viel Wissenswertes über die damit verbundenen Aspekte der NS-Ideologie und-Politik vor und während des 2. Weltkrieges. Am wichtigsten dürfte aber sein, dass man zu den Stichwörtern ganz einfach gut informiert wird, sodass man z.B. auch nachschlagen kann, wenn einem in einem mehr oder weniger sachlichen Sachbuch eine Argumentation oder Fakten-Behauptung fragwürdig vorkommt. Ein Vademecum gegen Faktenverdrehung! Der dritte Teil der "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" ist der schwächste; de facto handelt es sich hier um ein kommentiertes Personenregister zu den beiden ersten Teilen. Da Teil 2 keine Personen behandelt, erscheint das kommentierte Register zunächst als Mittel der Wahl, und könnte es sicher auch sein, wenn nicht... Dazu gleich. Schwerwiegender als mitunter etwas magere Informationen und nicht allzu akribisch recherchierte Lebensdaten u.ä. einerseits und die Aufnahme eher zufällig in den vorhergehenden Beiträgen vorkommender Namen wie z.B. Beethoven, Büchner, Goethe (denen man wohl kaum eine Verbindung zur NS-Ideologie vorwerfen kann) ist der methodologische Mangel: Wegen der Form des Namensregisters trägt diese Namensliste per definitionem den Makel der Zufälligkeit. Wer nicht in irgendeinem Beitrag genannt wird, erscheint auch nicht im Namensverzeichnis, obwohl es möglicherweise Wissenswertes über seine Verbindung zu den Nazis, über seine Widerstandstätigkeit, seine Emigration o.a. zu berichten gäbe. Dennoch ist das "Personenregister mit Kurzbiographien" nicht schlecht -- es ist nur ein wenig zu dürftig, vor allem im Vergleich mit den beiden vorangehenden Teilen. Ein generelles Manko der "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" ist zwangsläufig mit seinen Vorzügen verbunden: Um möglichst viele Aspekte des Nationalsozialismus abzudecken, war es unumgänglich, viele Beiträger heranzuziehen, deren Qualifikation unbedingt erwiesen ist. Da aber ein Lexikon immer nur so gut ist wie seine Beiträger, und da unmöglich 132 Wissenschaftler auf gleich hohem Niveau argumentieren können, finden sich insbesondere im 2. Teil Qualitätsunterschiede. Sachlich falsch ist keiner der Beiträge, wie nicht zuletzt (aber nicht nur) aus der Rezeption dieses Werkes inner- und außerhalb der Zunft hervorgeht (meinen eigenen Eindruck, dem zufolge hier keine Fehlinformation zu finden ist, füge ich aus gutem Grund nur in Klammern hinzu). Allerdings schwankt die Qualität gelegentlich in bezug auf Ausführlichkeit und Gewichtung innerhalb der Artikel. Da andererseits keine echten Ausreißer nach unten zu finden sind, halte ich diesen Einwand zwar für nötig, aber nicht für maßgeblich in bezug auf die Bewertung der "Enzyklopädie". Hingegen spricht für dieses Buch seine Benutzerfreundlichkeit; auf Querverweis-Orgien beispielsweise stößt man nur selten und dann meist, weil es wirklich nicht anders ging. Insofern dürfte zwar eine mittlerweile erschienene digitale Fassung der "Enzyklopädie des Nationalsozialismus" nützlich sein, aber es geht auch ohne -- zumal sich die längeren Beiträge im ersten Teil bestimmt besser in Papierform lesen lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehr wertvoller Inhalt,
Rezension bezieht sich auf: Enzyklopädie des Nationalsozialismus (Gebundene Ausgabe)
Ich glaube, dieses Werk ist nur ein Anfang -zwar ein sehr beachtenswerter- von einer Arbeit die nie ein Schluss finden wird, denn über die NS-Zeit gibt es immer Neues zu erforschen.
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