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Enzyklopädie der Dummheit
 
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Enzyklopädie der Dummheit [Gebundene Ausgabe]

Matthijs van Boxsel , Anne Middelhoek
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821815965
  • ISBN-13: 978-3821815961
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 16,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.544 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen" -- mit diesem Slogan wirbt zurzeit eine Wochenzeitung, die sich für besonders intellektuell hält, um neue Leser. Aber -- so mutmaßt Matthijs van Boxsel in seiner Enzyklopädie der Dummhei -- ist das Verhältnis zwischen Intelligenz und Dummheit nicht viel komplexer als es auf den ersten Blick den Anschein hat? Betrachtet man die Geschichte unserer Spezies eingehender, erweist sie sich in nicht geringem Maße als Folge von Ungeschick und Scheitern. Weil der Mensch im Gegensatz zu den instinktbegabten Tieren dumm geboren wird, ist er gezwungen, Strategien und Listen zu entwickeln, um diesen Mangel auszugleichen: "Kultur ist der gigantische farbenfrohe Versuch, unsere Dummheit in den Griff zu bekommen."

Das gelingt natürlich nicht immer, weshalb van Boxsels Abhandlung mit vielen vergnüglichen Beispielen aus der Kulturgeschichte aufwarten kann -- vom Trojanischen Krieg über die Schildbürger bis zu ständig scheiternden Comicfiguren wie Donald Duck. Manchmal kann aber auch Geschicklichkeit zum Verhängnis werden, wie eine Anekdote aus England beweist: Der Vorsitzende eines Clubs der Versager musste umgehend zurücktreten, weil er bei einer Vereinssitzung reaktionsschnell eine vom Tisch gestoßene Suppenschüssel kurz vor dem Boden auffangen konnte.

Eine Enzyklopädie im Sinne eines klassischen Nachschlagewerks ist van Boxsels reich bebilderte Dummheitsuntersuchung allerdings nicht, eher ein ausführlicher Essay, der hin und wieder zu Abschweifungen neigt, in deren Verlauf man etwa erfährt, was Dummheit mit französischer und englischer Gartengestaltung zu tun hat. Eine kleine Dummheit wäre es dennoch, sich dieses ebenso gelehrte wie amüsante Buch entgehen zu lassen. --Christian Stahl

Neue Zürcher Zeitung

Weisheit aus Schilda

upj. Man hat Untersuchungen angestellt über die Auswirkungen des Seitenwinds auf die Addition, über das spezifische Gewicht eines Kusses und über die geometrische Grundfläche Gottes. Kurzum, es ist nicht alles gescheit, was gelehrt ist. Das ist dem Niederländer Matthijs van Boxsel schon vor vielen Jahren aufgefallen. Mittlerweile hat er den Unverstand in ein System gebracht. Seine «Enzyklopädie der Dummheit» freilich kokettiert mit einem kleinen Etikettenschwindel: Bei genauerer Durchsicht des Buches entpuppt sich das «Enzyklopädische» als ein bizarres Sammelsurium, wenn auch von exquisiter Machart. Kaum ein Quellentext zur Dummheit sei seiner «törichten» Sammelwut entgangen, gesteht uns van Boxsel treuherzig. Dass Robert Musils «Über die Dummheit» zu den heiligen Texten gehört, ist naheliegend. Exzentriker und andere Freunde menschlicher Schwächen sind dankbar etwa für jene Horizonterweiterung, die ihnen eine «Genealogie der Trottel» eröffnet, aufgestöbert in einer Filosofia Secreta de la Gentilidad von 1585. Einen wahren Narren gefressen hat der Autor am englischen «Ha-ha», ursprünglich ein kurzer Lacher, im Englischen allerdings noch heute gebräuchlich als Terminus technicus für einen ridikülen Graben im klassischen Landschaftsgarten. Und wenn schon Dummheit, dann mit Methode. Schon der Chevalier d'Argenville hat dem «AH-AH» im ersten Band der Encyclopédie (1751) einen ernsthaften Artikel gewidmet. Deutschland ist vertreten mit den Schildbürgern und Heideggers «Wer gross denkt, irrt gross». Eine Perlensammlung.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Mit der "Enzyklopädie der Dummheit" hat sich van Boxsel einem bislang eher ausgesparten oder marginalisierten Thema gewidmet und damit eine Arbeit geleistet, die längst überfällig war. Van Boxsel geht in seinem Buch den verschiedenen Formen ihres Vorkommens nach und stellt fest, dass es sich bei der Dummheit keineswegs um die Gegenspielerin der Intelligenz handelt, sondern vielmehr um ihre prägende Mitspielerin. Als eine der treusten Weggefährtinnen der Vernunft ist es die Dummheit, die ihr zur komischen und daher auch selbstdistanzierten Seite verhilft. Und gerade weil das Buch im gleichen Maße interessant und amüsant ist, halte ich es für sehr lesenswert. Alice Schmitz
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der holländische Autor hat sich in den letzten zwanzig Jahren intensiv mit der menschlichen Natur beschäftigt und Robert Musils genialen Text "Über die Dummheit" ins Niederländische übersetzt. Till Eulenspiegel gleich tingelte er danach durch die europäischen Vortragssäle und hielt seinen Zuhörern den Spiegel vor die Nase. Eine erbauliche Tätigkeit, denn das Thema hat es an sich, dass sich die Betroffenen nie betroffen fühlen und herzhaft über die fehlende Vernunft ihrer Mitmenschen lachen können. Unterhaltend ist auch dieses überaus schön gestaltete Buch. Das gesammelte Bildmaterial allein würde die Anschaffung schon lohnen. So können wir dank J.C. Lavater's Zeichnungen potenzielle Dummköpfe bereits an deren Profil oder Silhouette erkennen. Was ein "Haha" mit herrschaftlichen Pärken und Konzertaufführungen zu tun hat, wird ebenso einleuchtend veranschaulicht wie das Hobeln grober Männer oder der Triumph des nackten Kaisers. Der Qualität der Abbildungen entspricht auch der Text. Von Boxsel nimmt die Leser auf eine Reise mit, die durch fremde Kulturen und vergangene Zeiten führt. Der Sprung in die Gegenwart erleichtert uns der Bezug zur heutigen Unterhaltungsmaschinerie mit ihrem Paradestück, dem Fernsehen. Dumm sind immer die andern. An dieser Einstellung hat sich nichts geändert. Dumm sind aber auch all jene, die sich das Vergnügen nicht gönnen, den Nachhilfeunterricht in Sachen Dummheit beim holländischen Autor zu besuchen. Wenn nicht live, dann eben in Form dieses Buches.
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