Vorweg gleich mal die Korrigierung der Aussage in der Produktbeschreibung, bei den Stücken dieses Albums würde es sich um Aufnahmen aus den Jahren 92-93 handeln.
"Environments 3" besteht bis auf 3 oder 4 Tracks aus neueren Aufnahmen der letzten Jahre.
Der eingefleischte Fan konnte natürlich einige dieser Stücke bereits auf den brillianten "Electric Brainstorm" DJ-Mixen hören, die in den letzten 2 Jahren auf der FSOL-Homepage als Downloads veröffentlicht wurden.
Angekündigt wurde dieses Album bereits 2008 beim Release des letzten Teils der Reihe. Nun liegt es endlich vor, und was soll ich sagen: dies ist die definitiv beste Veröffentlichung unter diesem Namen seit den "Papua Neu Guinea Translations" von 2001, also seit fast 10 Jahren:
Mit Elektronik garnierte Neoklassik-Experimente bei "Viewed..." und "Sunken Ships" (diesmal ohne Max Richter, aber dafür in Zusammenarbeit mit einem gewissen Daniel Pemberton),
dazwischen "Summers Dream", eine mysteriöse, unglaublich atmosphärische Nummer,
gefolgt von "The Empty Land" einem wunderhübschen Remix von "My Kingdom" vom "Dead Cities"-Album, eins der älteren Stücke also,
danach "A Glitch..."/"Recollection", ein strahlend schönes Doppelstück, Highlight,
"Accompaniment..." ist wieder eine Neubearbeitung eines Tracks von 97 ("Womb" vom ISDN-Show album) die hier sehr gut hineinpasst (schön, diese Nummer endlich mal offiziell veröffentlicht zu sehen),
"Absolution" ist ein weiteres Highlight, düster und dabei trotzdem äußerst melodisch,
"The Oldest Lady" ist ein mit Vinylknacksen unterlegtes hübsches Piano-Solostück, das offensichtlich aus den "Isness"-Sessions stammt,
"A Diversionary Tactic" ist das älteste Stück auf der Platte, stammt von 94 und klingt auch sehr nach dem ISDN-Album, ziemlich düster also, genau wie
"The Silent Place", wieder mehr eine Sampling-Collage, aber neueren Datums, gefolgt von
"Out Of Sync Child", einer ebenfalls ziemlich experimentellen neuen Nummer und
"Hall Of Mirrors", kurz aber wieder wahnsinnig atmosphärisch,
"End Of The World" ist wieder eine ältere Nummer mit gesampleten Live-Drums, orientalisch anmutenden Samples und einem spitzenmäßigen Streicher-Intro,
"Sense Of Being" ist wieder kurz aber schön mit Akustikgitarre und
"Surface Water" wieder düsterer mit intimem Synthie-outro, während
"Heart Sick Chord" das Album mit Cembalos, Flöten und Geigen sehr frühlingshaft fröhlich beschließt, bei dieser Nummer haben offensichtlich die Experimente mit The Amorphous Androgynous ihre Spuren hinterlassen.
Im Vergleich zu Environments 2 also mehr Abwechslung, auch mehr Düsternis im Stile von "Dead Cities", und auch wieder mehr Beats als zuletzt. Diese klassich anmutenden streicherbasierten Stücke sind definitiv ein neues Stilmittel, das sich hervorragend in den Sound integriert und auf weitere Großtaten hoffen läßt, zumal "Environments 4" bereits angekündigt ist.