Kurzbeschreibung
Eine bewährte Einteilung der Entwicklungsphasen in Kindheit und Jugend geht davon aus, nicht in erster Linie danach zu fragen, was das Kind jeweils neu gelernt hat und kann, sondern vielmehr von der Einsicht, daß diese ganze Zeit der Kindheit und Jugend durch einen markanten Wechsel von Erregungs- und Beruhigungsphasen gekennzeichnet ist. Erregungsphasen sind z. B. das Trotzalter um 3 Jahre, die Epoche des Gestaltwandels um 6 Jahre, die Vorpubertät und die Jugendkrise. Beruhigungsphasen aber sind: das Zuwendungsalter der Babies ab dem Alter von 3 Monaten, wo sie uns durch ein strahlendes Lächeln überzeugen können, das Sprechenlernen, und dann nach dem Trotzalter die lange Phase des Ernstspielalters, später die Phase der reifenKindheit und auch die Hochpubertät gleichsam eine schöpferische Ruhe im Sturm und schließlich die produktive Phase der Spät-Adoleszenz. Das ist eine lebensnahe Einteilung, die z. B. Eltern, deren Kind plötzlich in eine Unruhephase geraten ist, in der sie es nicht wiedererkennen, zeigen kann, daß das etwas ist, was vorübergeht, und vor allem: Daß hier etwas Neues anfängt. Dieser Wandel der Epochen spiegelt sich in wunderbarer Weise in der Kindheits- und Jugendzeichnung, die die Blickweise dieses Buches bestimmt, (gezeigt in vielen farbigen Abbildungen). Daneben bilden auch Tagebücher und die Entwicklung der Handschrift interessante Beispiele.
Über den Autor
Detlev von Uslar, seit 1967 Professor für Psychologie und deren philosophische Grundlagen an der Universität Zürich. Bei Königshausen & Neumann sind von ihm erschienen: Was ist Seele? (1999). Tagebuch des Unbewussten. Abenteuer im Reich der Träume (2003). Traum und Begegnung. Das Spiel der Übertragung in der Geschichte der Beziehungen (2004). Leib, Welt, Seele. Höhepunkte in der Geschichte der Philosophischen Psychologie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (2005). Traum als Ereignis. Psychologie der Trauminhalte und Traumsymbole (2009)