Im Gegensatz zu dem mittlerweile als Standardwerk etablierten "Geographische Entwicklungsforschung" aus dem Jahre 2004, dessen Schwerpunkt eindeutig bei geographischen Methoden und Konzepten sowie historischen Entwicklungsprozessen liegt, konzentriert sich Scholz in seinem aktuellen - und laut eigenem Bekunden auch seinem letzten- Werk mehr auf eine aktuelle Bestandsaufnahme der Situation der Entwicklungsländer. Natürlich bleiben dabei die wichtigen Theorien der Entwicklung und Unterentwicklung nicht ausgeklammert, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der lebensnahen Darstellung ausgewählter Entwicklungsprobleme durch zahlreiche Fallbeispiele. Besonders den zahlreichen Akteuren der Entwicklungshilfe sowie der Projektplanung ist viel Platz eingeräumt.
Damit ist "Entwicklungsländer" weniger theoretisch und leichter zugänglich als sein Vorgänger. Farbige Grafiken und Fotos sowie teils erschütternde Berichte von Einzelschicksalen, die meist aus dem Erfahrungsschatz des Autors stammen, vermitteln einen authentischen Einblick in die Entwicklungsproblematik, ohne allzu "lehrbuchhaft" zu klingen. Der Laie findet hier einen gelungenen Einstieg ins Thema, der Fortgeschrittene wird zwar wenig Neues, dafür aber zahlreiche Beispiele aus der Praxis finden.