Kurzbeschreibung
Die Forschungsaufgabe besteht in der Entwicklung eines Recycling-Mauersteins, der unter Einsatz von mineralischem Abbruchmaterial und Baurestmassen und unter Anwendung der Kalksandstein-Technologie hergestellt wird. Die übergeordneten Ziele dieses Forschungsvorhabens sind folgende: Weiterverwendung von Abbruchmaterial und Baurestmassen auf einem höherwertigem Verwertungsniveau; Reduzierung der Deponierung von Bauabfällen; Schließung von Materialkreisläufen im Baubereich; Nachhaltige, das heißt ökologische und wirtschaftliche Verwendung von Recycling-Materialien. Die Untersuchungsergebnisse zeigen Ansätze zur Auslegung von optimalen Herstellparametern für die Erzeugung von Recycling-Mauersteinen auf und sind direkt in der betrieblichen Praxis der Kalksandsteinwerke anwendbar.Mit dieser Arbeit wurde ein neuer Recycling-Mauerstein entwickelt, dessen Herstellung unter Verwendung von Original-Mauerwerk-Abbruchmaterial und unter Einsatz der Kalksandstein-Technologie erfolgt. Bei den auf diese Weise hergestellten Mauersteinen handelt es sich nicht um Kalksandsteine, sondern um so genannte Recycling-Mauersteine. Die wichtigsten Ergebnisse sind im Folgenden zusammengestellt: Die Herstellung von Recycling-Mauersteinen unter Anwendung der Kalksandstein-Technologie ist grundsätzlich möglich. Jedes der im Rahmen der hier durchgeführten Versuche verwendete RC-Material verhält sich gemäß seinen spezifischen Eigenschaften (Korngrößenverteilung, Wasseranspruch, chemisch-mineralische Zusammensetzung,...) unterschiedlich bei der Herstellung von Recycling-Mauersteinen und ebenfalls hinsichtlich seines Einflusses auf deren Eigenschaftswerte. Bei Zugabe von Recycling-Sanden aus Mauerwerk-Abbruchmaterial treten in den meisten Fällen gegenüber den Nullserien (ohne Recycling-Material) Einbußen bei den Qualitätskennwerten auf. So werden beispielsweise in den allermeisten Fällen geringere Steinrohdichten und geringere Steindruckfestigkeiten erzielt. Holz, Tapetenreste und andere organische Materialien sind vorher auszusortieren. Die Qualitätseinbußen steigen im Allgemeinen mit zunehmender Zugabemenge von RC-Material an. Die Zugabemengen sind daher zu begrenzen. Bei Verwendung der gröberen Fraktion von RC-Materialien (2/4 mm) sind größere Einbußen als bei den feineren RC-Materialien (0/2 mm) zu verzeichnen. In der Folge ist eine Einschränkung auf die feine Fraktion und geringe Mengen zu empfehlen. Die Verwendung von Kalksandstein-, Ziegel-, Beton- und Naturstein-Recycling-Material ist grundsätzlich möglich. Die Zugabe von Porenbeton-Recycling-Material kann nicht empfohlen werden. Mit verschiedenen produktionstechnischen Maßnahmen kann den Qualitätseinbußen in den meisten Fällen entgegengewirkt werden: z.B. Steigerung des Verdichtungsdrucks, Erhöhung der CaO-Dosis bzw. Verlängerung der Härtezeiten. Diese unter Verwendung von dem o.g. üblichen Mauerwerk-Recycling-Material hergestellten Mauersteine sind - ebenso wie handelsübliche Kalksandstein-Produkte - hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit erwartungsgemäß als ungefährlich einzustufen. Eine gesundheitliche Gefährdung durch die auf diese Weise hergestellten Recycling-Mauersteine ist aus Sicht der Autoren ausgeschlossen. Weitergehende Umweltanalysen sind nicht erforderlich.