ist dieses Album eventuell nicht das beste, da es anders sein soll, als die direkten Vorgänger, aber für mich war es das erste bewusste Zusammentreffen mit Hubert von Goissern.
Der Eröffnungstitel "Brenna tuats guat" ist ja in Österreich derzeit auf Platz 1 und ich muss sagen: Zu recht. Die tolle Mischung zwischen rockigen Tönen, einem gutem Tempo und dem Gebrauch klassischer Folklore Mittel wie Jodel, oder Quetschkomode liefern einen dermaßen eingehenden Mitwippfaktor, dass man den Text - sofern man ihn versteht - ganz von selbst verinnerlicht. Es ist eine Einstiegsdroge, die in veränderter Form aber durch die weiteren Titel aufgenommen wird und immer wieder spannend und neu interpretiert daherkommt. Die Stimme, das Arrangement bringt einem die Mixturen aus Folk, Blues in einer solcherweise natürlichen Form nahe, dass man nicht sagen kann, es könnte auch nur irgendwie anders gespielt werden.
Nur eines macht dieses fast schon perfekte Kleinod dem Zuhörer schwer, neben der fesselnden Darbietung den Fokus auf das Dargebotene, nämlich den Inhalt, zu lenken. Aber das macht eine gute Scheibe einfach aus. Man kann sie in jeder Stimmung hören, entweder zum fallenlassen und treibenlassen in der Musik, aber auch zum konzentrierten eintauchen, teilhaben und ärgern mit den Texten. Ärger, Freude, Melancholie und Lebensmut sind auf dieser wunderbaren Scheibe der ständige Begleiter, ohne den Zuhörer zu drängen, oder den erhobenen Zeigefinger als etwas anderes als einen Taktstock zu nutzen.
Wer etwas weiter gehen möchte als "Almhüttenparty die 50ste" findet in diesem Album nach meiner Meinung ein Kleinod der österreichischen Musikfamilie, wie man sie viel zu selten in Deutschland wahrnimmt.