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Entwürfe für eine Moralphilosophie
 
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Entwürfe für eine Moralphilosophie [Gebundene Ausgabe]

Jean-Paul Sartre , Hans Schöneberg , Vincent von Wroblewsky
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1056 Seiten
  • Verlag: rowohlt (18. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498061712
  • ISBN-13: 978-3498061715
  • Originaltitel: Cahiers pour une morale
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 323.313 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jean-Paul Sartre
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jean-Paul Sartre zählt zu den bedeutendsten Philosophen des vergangenen Jahrhunderts. Im kommenden Juni hätte der große Franzose seinen 100. Geburtstag gefeiert - pünktlich zu diesem Anlass werden die "Entwürfe für eine Moralphilosophie" erstmals in einer deutschsprachigen Ausgabe publiziert! Die "Entwürfe" sind - im Anschluss an das philosophische Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" - in den Jahren 1947/48 entstanden. Es handelt sich um Aufzeichnungen, die mit großer Originalität und Gründlichkeit um eine Vielzahl ethischer Fragen und Probleme kreisen. Im Zentrum steht dabei die Verantwortung des Einzelnen als Teil der modernen Massengesellschaft. Es erweist sich abermals, dass Sartre weit über seine Zeit hinaus denkt und zu moralphilosophischen Einsichten gelangt, die uns auch heute mit wegweisender Dringlichkeit angehen. Die Edition enthält zwei thematisch verbundene Anhänge: Einen unvollendeten Text mit dem Titel "Das Gute und die Subjektivität" und eine Studie über die Unterdrückung der Schwarzen in den USA.

Über den Autor

Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).

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Format:Gebundene Ausgabe
Sartres "Entwürfe" entstanden im Anschluß an sein erstes philosophisches Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" 1947/48. Sie waren als notwendige Fortsetzung konzipiert, um die ethischen Konsequenzen der Ontologie im Medium der existenziellen Psychoanalyse zu explizieren. Im Vordergrund steht in diesem Werk deshalb die Beschreibung des Verhältnisses vom, "zur Freiheit verurteilten" und zur freien Wahl gezwungenen, Subjekt zur objektiven Welt, der geschichtlich gewordenen Gesellschaft in der es seinen Platz einzunehmen gezwungen ist. Für Sartre gilt es, die konflikthafte Welt und Selbsterfahrung des Individuums, in der sich etablierenden "Mass-Media-Gesellschaft" der Nachkriegszeit, zur Grundlage einer Individualmoral umzuformen.
Dabei fordert er, mit emphatischer Eindringlichkeit, vom Einzelnen einen ästhetischen Lebensentwurf mit frei erfundenen und authentisch übernommenen Werten. In jeder meiner Handlungen manifestiert sich so ein Wertehorizont, in dessen imperativischer Deutung, zugleich die ganze Menscheit mit inbegriffen ist. Denn: "Was für mich gut ist, muss für alle gut sein können."
Überhaupt werden Begriffe
wie "Authentizität", "Freiheit", "Hingabe" und "Anerkennung" aber auch "Einsamkeit", "Vereinzelung" und "Existenz" zu tragenden Elementen seiner moralphilosophischen Fragmente. Diese definitiven Grundbegriffe werden nun aber um eine geschichtsphilosophische Dimension erweitert, die es ihm ermöglicht die Kategorien seines ursprünglichen anarchistischen Individualismus, auf die Gesellschaft und ihre notwendige Gruppenmoral hin zu erweitern. Somit werden hier schon zentrale Thesen späterer Werke, in denen es um eine Auseinandersetzung mit dem Marxismus geht antizipiert.

Dieses Werk gibt, wie kein zweites, Einblick in die Denkerstube des großen Intellektuellen. Hier sieht man ihn bei der Arbeit in den Kopf. Philsophische Thesen und Konzepte seiner Vorgänger, historische und tagespolitische Ereignisse werden subtil diskutiert und analysiert. So wird Hegel zum "Gipfelpunkt der neuzeitlichen Philosophie" erklärt und seine Dialektik auch für Sartre zu einem wichtigem aber kritikbedürftigem, methodischem Mittel.
Amerika wird zum Sinnbild eines absoluten aber blinden Subjektivismus, in welchem der freie Einzelne seine refelexive Karft der Selbstbestimmung zugunsten der, durch die Massenmedien vermittelten, Kollektivmeinung mit unauthentischen Werten einbüßt.
Das Werk bleibt jedoch ein fragmentarisches Konklumerat. Ein Zettelkasten, wenn man so will. Das Programm einer Ethik bleibt unvollendet. Denn offensichtlich spannen sich aus einer Philosophie, die den dramatischen Kampf um Anerkennung und die absolute Fremdheit zwischen einsamen Individuen betont, Abgründe auf, die für eine solche Moraltheorie, welche ja gerade nicht die vermittelnde Zwischenmenschlichkeit positiv erfasst und erklärt, unüberwindbar bleiben.
Später dann wird der Marxismus in seinem universellen, vom Einzelnen absehenden Kategorien für Sartre zum Erklärungsmuster des "einzelnen Universalen", der menschlichen Existenz.
Dieses Buch regt zum denken an und richtet sich an Nachdenkliche.
Dennoch bliebt sein Stil locker und anschaulich. Sartres technische Sprache ist eingänglich und treffend. Nicht nur für jeden der sich die Frage nach Sinn-und Wertstiftung im postmodernen Zeitalter des vermeintlichen "Werteverfalls" stellt eine lohnenswerte Lektüre, sondern auch für den bloß philosophisch Interessierten ein literarisches Vergnügen.
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