Rania Al-Baz stammt aus privilegierten Verhältnissen. Sie geht zur Schule und ihr Vater läßt sie bei der Wahl ihres Ehemannes mitentscheiden, Bewerber gibt es zu Hauf. Zwei Mal heiratet sie einen Mann, der ihrem Vater nicht recht ist. Der erste verläßt sie, weil sie ihm zu kindlich ist. Eine Schande für ihre Familie. (Wieso heiratete er dann überhaupt eine so junge Frau?) Der zweite bringt sie fast um und zerstört das Gesicht der Fernsehmoderatorin, das Chirugen in mühevollen und langwierigen Operationen einigermaßen wieder herstellen können. Bald weiß die ganze Welt von ihrem Schicksal und sie nutzt ihre Bekanntheit und ihre Freundschaft mit einer engagierten Prinzessin um den Frauen in ihrem Land zu helfen.
Sie erzählt auch die Geschichte ihrer Großmutter, die als Kind entführt, als Sklavin verkauft und geheiratet wurde und schließlich gezwungen war, sich von ihrer Familie loszusagen. Eine Ware waren Frauen damals in den 30ern, keine Person. (Ist es heute so viel anders?)
Die Geschichte hat mich nicht wirklich mitgerissen, aber durch ihren Bericht und ihre Einstellung zu vielen Dingen zeigt sich wie anders die Autorin die Welt sieht. Z.B. betont sie immer wieder ihr anziehendes Aussehen und ihre Kochkünste und verrät somit, wie sehr sie selbst in den Vorstellungen der dortigen Gesellschaft gefangen ist, in der eine Frau attraktiv und fruchtbar und eine gute Hausfrau sein soll. Sie hält sich selbst für emanzipiert und selbstständig und ist doch so verwurzelt in dieser frauenfeindlichen Welt, daß sie es nicht einmal merkt. Detailliert beschreibt sie voller Bewunderung, wie manche Frau völlig darin aufgeht die Hemden des Mannes so weiß und strahlend wie nur möglich zu waschen und sieht doch nicht, daß diese sich in derartige Kleinigkeiten hineingesteigert hat, weil ihr gar nichts anderes übrig bleibt. Die einzige Alternative wäre in Apathie zu versinken, wie ihre Mutter es tat, als die Familie einige Jahre in den USA lebte und sie keine Gäste empfangen konnte.
Ein erschreckendes Buch, das vor allem "zwischen den Zeilen" deutlich macht, wie unglaublich weit unsere Vorstellungen über Frauen von denen der islamischen Länder abweichen.