Pressestimmen
Empfehlung: Micha Brumlik stellt den Entstehungsprozess des Christentums dar. Anschaulich wird der Inhalt des Buches auch durch 50 Abbildungen. (chrismon plus rheinland)
Kurzbeschreibung
Engagierte Christen sehen das "Urchristentum " der ersten zwei Jahrhunderte gern als ein besonders "reines", von den institutionellen Zwängen der Kirche unverdorbenes Christentum an. Aber dies Urchristentum war nur eine von mehreren Strömungen in den jüdischen Gemeinden des Römerreichs. Micha Brumlik stellt den Entstehungsprozess des Christentums deshalb auch als einen Prozess der wechselseitigen Abgrenzung von Christen und Juden dar.Das Christentum ist nicht auf einen Schlag "offenbart" worden. Es hat vielmehr volle drei Jahrhunderte nach dem gewaltsamen Tod des charismatischen jüdischen Predigers Jesus von Nazareth gebraucht, bis es gegen das Judentum abgegrenzt, in sich gefestigt und dogmatisch festgelegt war. Unter den Juden waren zunächst viele bereit gewesen, Jesus als Messias zu verehren, und nicht nur die Jesusanhänger missionierten eifrig unter den Heiden, während die philosophische Mystik des Hellenismus der Neuplatonismus und die Geheimlehre der Gnosis das jüdisch-christliche Denken durchdrang. Erst mit der allmählichen Herausbildung der Lehre von der Göttlichkeit Jesu und der Dreifaltigkeit Gottes trennten sich die Wege von Christentum und Judentum endgültig. Aber diese Lehre war noch lange so strittig, dass der Kaiser die Einigung auf theologische Kompromissformeln mit Gewalt erzwingen musste.