Dieses Buch zeigt anhand von drei Fallbeispielen (unter anderem offensichtlich die Geschichte von Douglas Wolfsperger, der den Film "der entsorgte Vater" gedreht hat) den verzweifelten Versuch der nicht sorgeberechtigten Väter den Kontakt zu ihren Kindern zu halten, wobei die leider immern noch stark mutterorientierte Familienrechtsprechung die himmelschreieende Ungerechtigkeit gegenüber den Vätern und ihren Kindern offenbart.
Das Buch liest sich wie ein Psychokrimmi. Hier wird in erster Linie die Sicht der Väter beschrieben. Ein Brief einer "entsorgenden" Mutter am Ende gibt Einblick in die Motivation dem Vater das Kind zu entziehen. Auffällig ist, dass die Mütter selber Opfer von elterlicher Entfremdung und Vaterentbehrung gewesen waren und eigentlich schon behandlungsbedürftig psychisch krank sind. Das Verhalten wird nachvollziehbar, macht aber den unreflektierten Egoismus der entfreemdenden Mutter deutlich, die "ihr" Kind als ihr Eigentum ansieht und nicht in der Lage ist ihre eigenen persönlichen Wünschen von denen des gemeinsamen Kindes zu trennen. Das alleine ist schon pathologisch. Das ist ansich nicht schlimm. Es gibt keine perfekten Eltern. Meist sind beide Elternteile "nicht ohne".Die haarstreubende Ungerechtigkeit ist aber die Ungleichbehandlung von Mutter und Vater, die der Mutter Tür und Tor öffnet mittels des Kindes einen sich sorgenden Vater aus vollkommen eigensinnigen Motiven auch gegen das Wohl des Kindes einfach zu "entsorgen" und das Kind als Machtinstrument zu missbrauchen. Es gibt zwar die Möglichkeit des Zwangsgeldes, aber wenn eien Mutter nicht will, dann hast du keine Chance.
Wichtig ist hier auch eine Fallgeschicht eines betroffenen Jungen Mannes, der offensichtlich bei einer psychisch kranken Mutter aufwachsen musste, die schon Symptome einer paranoiden Schizophrenie aufwies und ihren Sohn soweit manipulierte, dass dieser irgendwann auch den Vater ablehnte, der sich sehr bemühte aber keine Chance hatte. Traurig beschreibt dieser junge Mann, dass ihm erst zu Beginn seines Studiums dämmerte, was mit ihm geschehen war und welchen Verlust er erlitten hatte und dass ihm diese "Hölle" erspart geblieben wäre, wenn er bei seinem Vater hätte aufwachsen können.
Das Buch ist sehr wertvoll und gibt einen Einblick in eine Realität der Menschenrechtsverletzung, (Deutschland wurde von europäischen Gerichtshof in Strassburg wegen Menschrechtsverletzung gerügt!!!), und sich tagtäglich hier in unserem so anständigem Deutschland abspielt.
Wer selber betroffen ist wird vor ohmächtiger Wut seine eigene Geschichte wiederleben.
Die Diskriminierung der Väter, die nicht verheiratet sind und immer noch nur mit Zustimmung der Mutter das Sorgerecht erhalten , die Beißhemmung der Politik und die Ungerechtigkeit die sorgenden Vätern und ihren Kindern wiederfährt, endlich zu beenden, ist einfach nur absurd.
Im letzten Kapitel wird das Cochemer Modell vorgestellt, das erst in wenigen Ländern Einzug hält. Es ist ein Modell bei dem Gerichte, Beratungsstellen und Anwälte Hand in Hand ausschiesslich zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten und sich als echte Chance erweist das Gewinner- und Verliererspiel beim Streit um die Kinder beendet.
Ich möchte diesem Buch fünf Sterne geben, da Frau Hummel versucht die wirklich schlimme Sitution so objektiv und journalistisch distanziert wiederzugeben und ein extrem spannender pschologischer Kriminalroman mit tiefen Einblick in die Abgründe der Seele herausgekommen ist.
Es geht nicht um die "bösen" Mütter und die guten Papas, sondern um die Destruktivität die bei einer Ungleichbehandlung eines Geschlechts entsteht.
Das Thema ist wichtig und es muss darüber gesprochen werden.