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Entscheidungen: Mein Leben in der Politik Taschenbuch – 14. Mai 2007


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 560 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: Erw. Aufl. (14. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548369375
  • ISBN-13: 978-3548369372
  • Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 3,8 x 19,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 363.718 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sicher, an Selbstbewusstsein hat es diesem Mann nie gefehlt; ein Selbstbewusstsein, das sich auf Leistung gründe, wie er, nun ja, eben selbstbewusst, in Entscheidungen schreibt. Memoiren, die in der rekordverdächtigen Zeit von einem Jahr entstanden sind. Zieht man den Vergleich zu seinem Vorgänger, hat er fünf Jahre weniger gebraucht. Helmut Kohl legte den ersten Band seiner Memoiren sechs Jahre nach der Wahlniederlage der CDU vor und hat es schon mit dem zweiten von drei Bänden auf mehr als 1.800 Seiten gebracht. Und was steht nun auf 500 Seiten Entscheidungen?

Wer Biografisches erwartet, Anekdoten aus den Kindertagen etwa, wird enttäuscht werden. Es ist nichts Glückliches, was Gerhard Schröder über die Zeit im "Behelfsheim" in Bexten zu sagen hat, wo er mit seiner Mutter, seinen Geschwistern und seinem Stiefvater lebte. Die Distanz, die sich hier aufbaute, wurde mit der Zeit nicht kleiner -- so wählten eine Schwester und die Mutter später sogar die Grünen! Eine Tatsache, die Schröder offensichtlich sehr getroffen hat.

Im Folgenden geht es nur noch um Politik, beziehungsweise um Schröder in der Politik. Denkt man an die Ausfälle des Noch-Kanzlers in der "Elefantenrunde" nach den vorgezogenen Wahlen 2005, geht es in Entscheidungen vergleichsweise harmlos zu.

Positiv äußert sich Schröder zu einigen politischen Weggefährten oder Wegbereitern. Willy Brandt wird hervorgehoben, aber auch Hans-Jochen Vogel. Zeitweilig in einem schwierigen Verhältnis zu ihm stehend -- etwa als Schröder Lafontaine zum Parteivorsitzenden machen will --, äußert sich Schröder doch sehr respektvoll über Vogel. Das gilt in besonderem Maße auch für Erhard Eppler: Überaus integer und visionär sei dieser Vordenker der SPD. An Wladimir Putin beeindrucken Schröder am meisten seine Bescheidenheit und seine Fitness. Gut sei das für einen Politiker, der eines der schwersten Ämter habe, die auf der Welt zu vergeben seien.

Und die Gegner? Ja, es gibt Spitzen gegen die Presse, mit der sich Schröder ja eigentlich nicht so schlecht verstand während seiner Amtszeiten. Ja, Schröder schreibt auch gegen die Gewerkschaften. So habe der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel indirekt zum Sturz von Schröder aufgerufen. Ja, der Rekurs auf die Fehler der Vorgängerregierung fehlt nicht -- aber auch nicht die Selbstkritik! So schreibt Schröder, dass der demografische Wandel nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, man den Slogan von Sozialminister Norbert Blüm "Die Rente ist sicher" noch übertrumpfen wollte. Und so geht es -- ein Wunder? -- in Entscheidungen auch um Fehlentscheidungen.

Viel Platz nehmen die Darstellungen zum Kosovokrieg und der deutschen Beteiligung sowie zum Irakkrieg und der deutschen Nichtbeteiligung ein. Auch die Premieren eines deutschen Kanzlers bei den Feierlichkeiten zu den 60. Jahrestagen der Alliiertenlandung in der Normandie und zum 8./9. Mai in Moskau finden gebührende Erwähnung.

Entscheidungen ist sicher kein sensationelles Buch. Es wird vermutlich auch nicht die Anwälte beschäftigen. Vielmehr ist es eine bewusst, vielleicht auch bemüht moderate Darstellung eines politischen Lebens. Das ist aber angesichts vergleichbarer (Selbst-)Deutungen einiger Kollegen sicher nicht das Schlechteste, sondern wirkt im Gegenteil fast wohltuend. Und so sind diese Memoiren zumindest in Bezug auf den tatsächlichen oder vermeintlichen Selbstdarsteller Schröder dann doch eine kleine Sensation. --Mathias Voigt, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Gerhard Schröder, geboren 1944, war nach dem Jurastudium von 1978 bis 1990 selbständiger Rechtsanwalt in Hannover. 1963 trat er in die SPD ein und war u. a. 1990 bis 1998 Ministerpräsident in Niedersachsen und von 1998 bis 2005 Bundeskanzler.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andreas Gryphius am 29. Oktober 2006
Format: Audio CD
Wer, wie ich gespannt gewartet hat und schon vorbestellt hatte, der wird sehr schnell von dem Hoerbuch enttaeuscht sein. Allerdings kommt das auch sehr auf die Erwartungshaltung an. Moechte ich wissen, dass Schroeders Tochter mit dem franzoesischen Praesidenten telefoniert, so empfehle ich zum Kauf. Will ich aber die spannenden Sachen lesen bzw. hoeren, so ist da nicht viel. Kein einziges Wort ueber Lafontaine, keine Machtkaempfe um die '98er Kanzlerkandidatur, kein Rudolf Scharping. Viel ist aus der Kindheit zuhoeren. Aber die Beschreibung seines direkten Aufstieges in der Partei fehlt. Es wird beschrieben: "1962 trat ich in die SPD ein und bis 1980 war ich dann Juso-Vorsitzender". Das "warum, wieso, weshalb" und wie alles kam, wie er sich hochgekaempft hat fehlt alles. Ich ueberlege, ob ich mir das Buch noch bestellen soll, um mein Wissbegieren zustillen.

Was ich sehr komische finde, ist, dass es bei Amazon.de auch nur die gekuerzte Fassung von 127min gibt. Man findet nach ein bisschen googlen CDs mit 150min. Ob da in 23min allerdings alles spannende abgehandelt wird, bleibt fragwuerdig. Naja, ein 544 Seiten Buch kann eine 2std CD wohl eh nicht ersetzen.

+ Punkt: G. Schroeder ließt es selbst vor!!!!

Fazit: Wer einen groben Ueberblick ueber die letzten 7 Jahren haben will, soll sich das ruhig bestellen. Wer aber einen Blick hinter die Kulissen will, der kommt mit dem Hoerbuch nicht auf seine Kosten :-( .
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Politik Interessent am 5. Januar 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Ich hatte erwartet, dass ich - wie auf dem Umschlag angekündigt - eine Biografie von Gerhard Schröder lesen würde. Eine Schilderung also, wie der Mann zu dem wurde was er ist, eine Erklärung, wie er zu den Entscheidungen kam, die er getroffen hat. Ebenfalls hätte ich einen Blick hinter die Kulissen erwartet, der den Politikbetrieb etwas aufhellt und uns näher bringt. All das findet sich in dem Buch fast überhaupt nicht. Seine Kindheit schildert er auf den ersten Seiten, gefolgt von einem ganz kurzen Blick auf seinen Wahlkampf zum Ministerpräsidentem um dann nur noch zwei Dinge zu machen: Zum einen erklärt er, warum seine Politik die Richtige war und alle Gegner falsch liegen und zum anderen skizziert er einige weitere Entwicklungen, die seiner Meinung nach angepackt werden müssen. Das Buch ist höchstens auf 10% das, was man von einer Autobiografie erwartet. Der Rest ist nichts weiter als eine kritiklose Selbstdarstellung der eigenen Politik.
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48 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Role S. am 2. November 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Schröders Memoiren sind ihr Geld nicht wert:

- Über weite Strecken schlichtweg langweilig und ermüdend

- Wenn es interessant würde, wechselt Schröder meistens das Thema.

- Wirkliche Hintergrundinfos erfährt man nur wenige, stattdessen erwarten einen Hunderte Seiten von Geplänkel.

- Substanz und tiefergehende Auseinandersetzung fehlen - das Buch bleibt schrecklich oberflächlich.

- Es nervt durch Wiederholungen und grammatikalische Fehler.

- 100 der 500 Seiten sind reine Bilderseiten, die immer wieder dieselbe Pose zeigen: Den grinsenden Macher

Verglichen mit den großen Memoiren von Staatsmännern wie Bismarck oder Churchill wirkt Schröders Werk wie das eines Lehrlings.

Es bleibt nur, dem Urteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 29.10.2006 zuzustimmen: "Mit seinen Memoiren 'Entscheidungen' hat Gerhard Schröder ein Werk voller Fehler und Banalitäten vorgelegt. ... Was für ein Buch! Ist Schröder wirklich so naiv?"

Peinlich!
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Format: Gebundene Ausgabe
Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 der siebte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Unter seiner Regierung wurde die Agenda 2010 beschlossen die von vielen zwar als die Grundlage des heutigen Wirtschaftsaufschwungs angehen wird, aber gleichzeitig für viele für neue Ungerechtigkeiten gegenüber Arbeitnehmer oder einer neuen sozialen Kälte verantwortlich gemacht wird.

Über Biografien von Politikern kann man ja immer heftig streiten. Was ja garnicht schlecht ist. Gelebte Demokratie eben. Aber sicherlich ist Gerhard Schröder einer der Politiker über die man sich mehr streiten kann als über andere.

Seine Biografie "Entscheidungen - Mein Leben in der Politik" war erfolgreich aber nicht der Erfolg den ich erwartet hatte. Immerhin gab es schon eine menge Aufzuarbeiten.

Die Biografie selbst beginnt natürlich mit der Aufarbeitung der Kindheit und Jugend. Wobei sich Gerhard Schröder hier schon kurz hält. Realtiv schnell geht es zur Politik und dem politischen Geschehen. Nach den politischen Anfängen und den ersten Erfolgen geht es um den Sieg bei der Bundestagswahl 1998. Und die Regierungsjahre. Dem 11. September und seine Folgen werden hierbei eine ganzes Kapitel gewidmet. Natürlich spiegeln Biografien von einzelnen Personen auch immer deren politische Ansichten wieder. Und diese können, wie hier bei dem Thema Russland, auch immer wieder auf Kritik stoßen.

Ich persönlich finde die Biografie an für sich gelungen. Wobei ich dabei die politischen Ansichten hier heraus nehme. Da werden viele Menschen, ich schleiße mich denen an, anderer Meinung sein. Das Gerhard Schröder aus seiner Sicht viele Entscheidungen aus einer sehr positiven Sicht sieht sollte ja nicht überraschen. Bei welchem Politiker ist das nicht der Fall?
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