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Entscheidung im Mittelmeer: Europas Seekrieg gegen das Osmanische Reich 1521-1580
 
 
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Entscheidung im Mittelmeer: Europas Seekrieg gegen das Osmanische Reich 1521-1580 [Gebundene Ausgabe]

Roger Crowley
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Theiss (1. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806222851
  • ISBN-13: 978-3806222852
  • Originaltitel: Empires of the Sea
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 76.899 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Roger Crowley
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Aufregend zu lesen« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Roger Crowley, der schon Konstantinopel 1453 ein literarisch historisches Denkmal setzte, wartet mit einer ungeheuren Wissensfülle auf, versteht es, die Welten, Abendland und Morgenland, die da aufeinanderprallen, packend zu schildern.« (Westfälische Nachrichten)

»Lässt die Geschichte lebendig, begeisternd und lehrreich Revue passieren.« (Mannheimer Morgen)

Kurzbeschreibung

10. September 1521: Sultan Suleiman der Prächtige, Herrscher über das mächtige Osmanische Reich, entsendet eine Invasionsflotte zur Insel Rhodos. Dies sollte die Eröffnungsschlacht einer 60 Jahre andauernden kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Reichen der christlichen Mittelmeermächte und den Osmanen um die Vorherrschaft im Mittelmeerraum sein.

1565 belagerten die Osmanen die Insel Malta, doch erst in der legendären Schlacht von Lepanto 1571, mit insgesamt etwa 200.000 Soldaten eine der größten Seeschlachten aller Zeiten, wurden die Grenzen im Mittelmeerraum so festgelegt, wie wir sie heute kennen.

Der osmanische Traum von einer Weltmacht zur See platzte. Roger Crowleys bewegende Chronik der verlustreichen Geschehnisse ist eine Geschichte von menschlichem Mut und Grausamkeit, von technischem Erfindungsgeist, Glück und Feigheit, von Kriegstaktiken, Machtstreben und religiösem Fanatismus.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es mag an den unterschiedlichen Schwerpunkten der europäischen Geschichtsschreibung liegen, dass einem als Mitteleuropäer beim Gedanken an die Expansionsgeschichte des osmanischen Reichs zunächst die beiden Türkenbelagerungen Wiens, die Eroberung des Balkans und nicht zuletzt auch dank Roger Crowleys "Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht" der Fall Konstantinopels und damit der Untergang des oströmischen Reichs in den Sinn kommen. Doch wie Roger Crowley entschieden feststellt lag das Epizentrum der schicksalsträchtigen Konfrontation zwischen dem Osmanischen Reich und seinen europäischen Gegnern im 16. Jahrhundert eindeutig im Mittelmeer. Wäre der langwierige Krieg zwischen Christentum und Islam dort anders verlaufen, die Geschichte Europas hätte wohl eine gänzlich andere Wendung nehmen können.

Wie im zur Legende gewordenen Kampf um Wien ist es auch im Mittelmeer ein Habsburger der sich den osmanischen Expansionsplänen in den Weg stellt, allerdings erst nachdem der ehrgeizige Sultan Suleiman der Prächtige die Johanniter in der Schlacht um Rhodos geschlagen und damit ihres Hauptquartiers beraubt hat. Noch zeichnet sich kein Krieg zwischen den beiden Weltmächten ab, beschränken sich die Osmanen doch vorerst auf eine Förderung muslimischer Piraten, darunter die berühmt-berüchtigten Barbarossa Brüder, welche als Statthalter des Sultans auf sehr denkwürdige Art und Weise Karriere machen. Raub, Mord und Sklaverei prägen das Bild von den Piraten im Dienste des Sultans, welche die Märkte des Maghreb mit einem steten Nachschub an Sklaven versorgen, die sie auch selbst für ihre Rudergaleeren benötigen. Diese Galeeren sind es mit welchen der Krieg um den Nabel der damaligen Welt geführt wird und die auch maßgeblicher Anlass für die Versklavung so vieler Bewohner der Mittelmeerregion sind, dass ganze Landstriche entvölkert werden. Die Rudersklaven führen ein elendes und kurzes Leben, dass Roger Crowley in aller Brutalität beschreibt, um zu verdeutlichen dass sich in diesem Konflikt keine Seite mit Ruhm bekleckert hat. Denn auch die Soldaten Christis, die Johanniter mit ihrem päpstlichen Auftrag, verdienen sich als erfolgreiche Sklavenjäger, wenngleich auch mit zahlenmäßig weniger Opfern.

Keiner blieb verschont, denn um Roger Crowley direkt zu zitieren (S. 14) "In diesen Kampf wurden alle Nationen und Interessengruppen hineingezogen, die am Mittelmeer lebten oder mit ihm zu tun hatten: die Türken, Griechen, Nordafrikaner, Spanier, Italiener und Franzosen; die Bewohner der Adriaküste und Dalmatiens; Kaufleute, Eroberer, Piraten und Glaubenskrieger. Niemand konnte lange eine neutrale Position innehaben, wenn sich auch die Venezianer darum bemühten." Es galt also Farbe zu bekennen und sich unter einem Banner zu sammeln, wollte man nicht zwischen die Fronten geraten. Dabei ist der Krieg um das Mittelmeer den einstigen Kreuzzügen nicht unähnlich und sogar eine Fortsetzung dieser. Crowley nennt ihn (S. 81) "Eine gefährliche Mischung aus Glaubenskrieg, Kampf um die Sicherung des Reiches und Plünderungslust motivierte die Seeleute." Sultan Suleiman fühlt sich zu höchstem berufen, als Enkel des Eroberers von Konstantinopel will er seinem Anspruch auf den Titel des Cäsaren Geltung verschaffen und richtet den Blick nach Westen, in die für das Osmanische Reich "Neue Welt". Doch auch ein anderer Cäsar hat seinen Blick in die Neue Welt gerichtet, nur dass diese in Südamerika liegt, während der für Suleiman interessante Maghreb für ihn zu einer vergessenen Grenze seines Weltreichs geworden ist in dem Sonne angeblich nie untergeht. Karl V. seines Zeichens mächtigster Habsburgerkaiser aller Zeiten wird zum König von Spanien als osmanisch gesponserte Piraten die Vorherrschaft Spaniens im westlichen Mittelmeer bedrohen.

Obwohl ziemlich planlos im Umgang mit der Bedrohung durch die Piraten beginnt unter Karl ein Abwehrkampf der nach der Verteidigung Maltas durch die Johanniter in der Schlacht um Lepanto schließlich zum osmanischen Waterloo führen wird. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg, reicht "Entscheidung im Mittelmeer" doch von 1521 bis 1580. Dabei zeichnet sich Crowley vor allem dadurch aus dass er Geschichte sehr plastisch zu vermitteln versteht, natürlich auch in aller Blutrünstigkeit die sich schlichtweg nicht relativieren lässt und dennoch Bilder vor dem inneren Auge entstehen lässt die schon einer hollywoodreifen Verfilmung würdig wären. Zugegeben, Crowley begeht den Fehler (den ihm manche Historiker und sehr auf political correctness bedachte Leser ankreiden werden) sich oft zu manch subjektiver Formulierung hinreißen zu lassen, wenn er etwa "König des Bösen" als Kapitelüberschrift verwendet. Doch auch das trägt meiner Ansicht nach sehr gut zur Atmosphäre des Buchs bei, das sich eben mit einem zeitweise unter religiös-moralischen Deckmäntelchen geführten brutalen Krieg beschäftigt, der fast vergessen wurde, aber dennoch schicksalsträchtiger sein könnte als die Erste Türkenbelagerung.

Fazit:
Packende Lektüre die sich nicht scheut diesen vergessenen Krieg in all seinen schauderhaften Facetten vor dem inneren Auge wiederauferstehen zu lassen. Meisterhaft erzählt.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe dieses Buch "zwischen den Jahren" gelesen, einer Zeit in der man eigentlich mehr Zeit mit seinen Lieben verbringt und Blicke nach vorne wirft. Allerdings konnte ich mich der erzählerischen Kraft des Buches nicht mehr entziehen und liess mich in eine längst vergangene Welt reinversetzen!

Inhalt ist die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Mittelmeer im 16 Jh zwischen dem aufstrebenden alles zu besiegenden scheinenden Osmanischen Reich und der christlichen abendländischen Welt. Hierbei gelingt es dem Autor von der ersten Seite an den Leser die Welt des 16 Jh hineinzuversetzen. Man meint sich mitten in einer belagerten Festung oder auf einer Galeere wiederzufinden und die salzige Luft des Mittelmeers einzuatmen und nicht zuletzt neben den genannten Protagonisten zu stehen. Kurzum unterhaltsame historische Kost in bester angelsächsicher Tradition!

Kritikpunkt mag sein dass das Buch rein den o.g. Konflikt wiedergibt und somit politisch und militärische Geschichte im Wesentlichen berichtet. Ein Vergleich zu dem von meinem Vorrezesenten genannten Werk von Fernand Braudel wäre nicht fair. Dieses ist dreibändig und behandelt die geografische, ökonomische und politische Entwicklung dieser Zei in der Tradition der Annales Schule welche ganzheitlich wissenschaftlich ausgelegt ist. Hier geht es eher um die Vermittlung einer Auseinandersetzung aber auf mitreissenden sprachlichem Nivieau!
Ich kann dieses Buch allen Interessierten oder Unentschlossenden ans Herz legen, welche sich für die Epoche interessieren oder wieder mal ein interessant erzähltes Buch lesen mögen!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
So macht Geschichte Spaß! 14. Dezember 2009
Von Caliban TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch wurde letztens im Feuilleton einer großen deutschen Tageszeitung verrissen. Anders als Braudels umfassende Studie zum Mittelmeer bleibe es an der Oberfläche und gefalle sich im plakativ Vordergründigen. Da kann ich nur widersprechen. Ich kenne das Werk Braudels, das sicher für sich allein steht. Zu seinen Stärken zählt aber nicht, Geschichte so lebendig werden zu lassen, wie dies hier geschieht.

Das vorliegende Werk deckt die Zeit von der Eroberung der Insel Rhodos (ab 1520) bis zur Seeschlacht von Lepanto (1571) ab. Das Anliegen ist es, den heutigen Leser die dramatische Zeit der Expansionspolitik Süleimans des Prächtigen möglichst hautnah erleben zu lassen. Die Protagonisten treten dabei als Personen höchst prägnant hervor, und der Leser erfährt all die kleinen Details, die in gelehrteren Studien einer näheren Erörterung oft für unwürdig erachtet werden (das unglückliche äußere Erscheinungsbild Karls V. etwa, der leicht als Phlegmatiker und Einfaltspinsel unterschätzt wurde). Die großen militärischen Aktionen, z.B. das Schanzen vor Rhodos, die Beutezüge der Barbarossa-Brüder, der Bewegungsradius der Galeeren usw. werden leicht verständlich und mit so großer Begeisterung für die Sache beschrieben, dass es den Leser förmlich mitreißt. Rasch wird anhand der militärischen Bedrohung das Gefühl einer Zeitenwende bzw. sogar einer möglichen Endzeit aus Sicht der damaligen Beobachter verständlich. Und eine der Thesen Braudels, dass von diesem Konflikt Weiterungen für die gesamte europäische Entwicklungen ausgegangen sind, wird hier nach"fühlbar".

Mit Büchern wie diesen macht Geschichte Spaß: Man wird in eine fremde und bereits deshalb unheimliche Zeit hineinversetzt, ist fasziniert von den völlig anderen Parametern des Denken. Barbarische Grausamkeit (der Leser erfährt, dass der neugekrönte Sultan traditionell alle Brüder umbringen lässt, um Streitigkeiten um die Thronfolge vorzubeugen) und heute so schwer nachvollziehbarer Heldenmut (die spanischen Garnisonskommandanten lassen sich lieber qualvoll zu Tode prügeln, als zum Islam überzutreten) machen die Lektüre zu einem packenden Erlebnis.

Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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