Marthe, eine junge Hebamme, lebt mit ihrem Mann Christian, einem Ritter des Markgrafen Otto von Meißen. Beide könnten ein ruhiges und schönes Leben führen, wenn nicht durch Heinrich den Löwen, der sich den Zorn des Kaisers, Barbarossa, aufgeladen hat, Krieg drohen würde. Als Christian in den Krieg ziehen muss, sieht sich Marthe mit all der Verantwortung für das Dorf, auch noch mit ihren Feinden allein gelassen.
Dieser dritte Band der insgesamt fünfteiligen Reihe, beginnt leider etwas müder, da man von den beiden ersten Teilen von Beginn an ein flottes Erzähltempo gewohnt ist, was hier eher gemächlich beginnt. Auch wenn die Geschichte selbst, das Leben Marthe und Christians, im ersten Viertel nicht unbedingt mit interessanten Ereignissen ausgestattet ist, so erfährt man dafür eine Menge über die damaligen politischen Ereignisse, die gut recherchiert sind.
Ab Mitte des Buches jedoch, wendet sich das Blatt komplett und es wird ausgesprochen spannend und interessant! Es geht Schlag auf Schlag und der Leser wird nicht mehr losgelassen. Das Ende ist nicht kitschig oder unbedingt vorhersehbar, sondern realistisch und ungewöhnlich, da es sich dadurch von den übrigen historischen Romanen doch erheblich unterscheidet.
Die Figuren sind, wie in den anderen beiden Büchern der Autorin, liebevoll und plastisch gezeichnet.
Fazit: Es ist bestimmt kein literarisches Highlight, jedoch ein sehr gut recherchierter historischer Roman, der leicht zu lesen ist. Der Wermutstropfen ist, dass der Leser etwas Durchhaltevermögen braucht, bis die Geschichte in Fahrt kommt. Aber dann gewinnt das Buch sehr und steht den beiden ersten Teilen um nichts nach! Wer ein unterhaltsames, historisch korrektes und nicht alltägliches Buch mit vorhersehbarem Ende sucht, wird mit dem dritten Band einen würdigen Folgeteil der Reihe finden.
Punkteabzug gibt es leider für den nicht so flotten Beginn des Buches. Allerdings wäre ein halber Stern mehr gerechtfertigt gewesen, was hier nicht möglich ist.