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Entnazifizierung und Personalpolitik in der sowjetischen Besatzungszone Köthen/Anhalt: Eine Vergleichsstudie (1945-1948)
  
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Entnazifizierung und Personalpolitik in der sowjetischen Besatzungszone Köthen/Anhalt: Eine Vergleichsstudie (1945-1948) [Taschenbuch]

Alexander Sperk
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 492 Seiten
  • Verlag: Stekovics, J; Auflage: 1., Aufl. (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899230272
  • ISBN-13: 978-3899230277
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Alexander Sperk Entnazifizierung und Personalpolitik in der sowjetischen Besatzungszone Köthen/Anhalt Eine Vergleichsstudie (1945–1948) Umbrüche bedeuten personelle Veränderungen. Die Bewältigung der Vergangenheit sollte mit der Ausschaltung der Eliten des alten Systems und der Neubesetzung freigewordener Schlüsselpositionen verbunden sein. In der Sowjetischen Besatzungszone zielte die Entnazifizierung sowohl auf die Liquidierung des Hitler-Staates als auch auf den Aufbau eines Gesellschaftssystems sowjetischen Vorbilds. Der Weg dahin war jedoch uneinheitlich. Im Band 2 der Beiträge zur Geschichte veranschaulicht Alexander Sperk an der ersten detaillierten Lokalstudie für das Gebiet der SBZ, dass es keine für alle Bereiche gültige Entnazifizierungspolitik gab und diese in den Städten recht unterschiedlich verlief. Nicht überall erfolgte ein Kontinuitätsbruch. Viele der alten Eliten überstanden die Säuberungen. Der Neuaufbau integrierte in der SBZ nicht wenige NSDAP-Mitglieder. Das bislang regional und zentral geprägte Forschungsbild – das belegt diese Studie eindrucksvoll – ist auf die Lokalebene nur begrenzt übertragbar.

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Eines vorweg: Das Buch ist VERFÜGBAR, und zwar über den Verlag Janos Stekovics in Dößel!!! Mit der im Jahr 2002 an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg verteidigten Dissertation liegt erstmalig eine detaillierte Lokalstudie zum Thema Entnazifizierung für die SBZ vor. Am Beispiel der anhaltischen Stadt Köthen wird dabei der Schwerpunkt auf der personellen Seite der Entnazifizierung in den Bereichen Stadtverwaltung, Polizei, Gesundheitswesen, Lehrerschaft und Wirtschaft gelegt und damit zugleich die Personalpolitik im Schulwesen, die Neulehrerausbildung, sowie die strukturelle Seite der Entnazifizierung in der Wirtschaft, die Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse, behandelt. Verstärkte Aufmerksamkeit widmet die Studie der Besatzungszeit der amerikanischen Militärregierung. Methodisch strebt die Untersuchung eine multiperspektivische Sicht des Zusammenwirkens der sozialen, politischen und ökonomischen Bedingungen mit den staatlich-rechtlich verankerten Richtlinien an. In der akribischen Darstellung der lokalen Vorgänge und vor allem im Vergleich dieser mit der regionalen und zentralen Ebene konnte die Spezifik der Entnazifizierung und der Personalpolitik in der Stadt Köthen überzeugend herausgearbeitet werden. Alexander Sperk hat hierfür sehr aussagekräftige Quellen erschlossen. Die Arbeit wird von einem Blick in die Geschichte Köthens vor 1945 und der widersprüchlichen Anfangsperiode der Entnazifizierung in der SBZ eingeleitet. In den folgenden fünf Kapiteln werden jeweils Entnazifizierung und Personalpolitik in den einzelnen Bereichen äußerst detailliert herausgearbeitet. Sechzehn Tabellen im Anhang unterstreichen die analytischen Aussagen. In seinen Schlussbemerkungen stellt Sperk drei bestimmende Faktoren für den Entnazifizierungsverlauf in Köthen heraus, "die zugleich die entscheidenden Unterschiede zu den übergeordneten Ebenen verdeutlichen:
1. In den untersuchten Bereichen bestand im Vergleich zur Provinz Sachsen und der SBZ eine geringere NSDAP-Belastung", d.h., die Entnazifizierung beschränkte sich auf einen relativ kleinen Teil politisch stark belasteter Personen.
2. "Als mitentscheidend stellte sich die zehnwöchige Besatzungszeit der amerikanischen Truppen heraus", die bereits in Verwaltung, Polizei und z.T. der Lehrerschaft umfangreiche Säuberungen nach dem Prinzip der Trennung von Nominellen und Aktivisten durchgeführt hatten.
3. "Die KPD besaß bis zur SED-Gründung im April 1946 einen relativ geringen politischen Einfluß" (S. 431) und war von Schlüsselpositionen ausgeschlossen.
Als weitere, die Stadt Köthen betreffende Erkenntnisse formuliert Sperk, dass unter sowjetischer Besatzung das von den Amerikanern praktizierte Trennungsprinzip weitestgehend fortgeführt wurde und dass aufgrund des Mangels an Fachkräften häufig Fachkompetenz und Kontinuität der Entlassung (Entnazifizierung) vorgezogen wurden. Auch konnten sich die Betroffenen öfters erfolgreich den beschlossenen Entfernungen widersetzen: weniger in Verwaltung und Polizei bzw. bei den Enteignungen, aber im Gesundheitswesen, teilweise in der Lehrerschaft und besonders in der Wirtschaft. "Für die Mitglieder der einheimischen Gremien zählten weniger die formalen Kriterien der Säuberungsverordnungen als vielmehr das persönliche Verhalten im NS-Alltag." (S. 434) Ganz von der Entnazifizierung ausgeschlossen war das Köthener Gesundheitswesen, es fanden ausschließlich Versetzungen bzw. Verlagerungen statt. Auch die soziale Umstrukturierung der Lehrerschaft war, zumindest in Köthen, weniger radikal als bisher angenommen, obwohl die Neulehrerausbildung einer starken Leitung und Überwachung durch SMAD und SED unterlag. In der Wirtschaft blieben die Entlassungen auf die Führungsebene der größeren Unternehmen beschränkt. Eine sichtbare Kontinuität bestand bei den mittelständischen und kleinen Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Abschluss der Entnazifizierung im März 1948 hatte die SED in Köthen zwar die bedeutenden Stellen besetzt, aber die alten Eliten waren nicht völlig beseitigt. Im Gesundheitsweisen und in der Wirtschaft konnte der Elitenwechsel erst nach 1948 erfolgen. "Das wohl wichtigste Ergebnis dieser Lokalstudie ist die Feststellung, daß es in Köthen keine für alle Bereiche gültige Entnazifizierungs- und Personalpolitik gab. Zu deutlich unterscheiden sich Vorgehensweise, zeitlicher Verlauf und Verantwortungsträger." Das heißt, die Prozesse der Säuberungen und der Personalpolitik müssen differenzierter als bisher und im komplizierten Wechselspiel zwischen den verschiedenen zentralen, regionalen und lokalen Ebenen betrachtet werden. "Das bislang regional und zentral geprägte, oft pauschalisierte Bild - das belegt diese Studie - ist auf die Lokalebene nur begrenzt übertragbar" (S. 437f.).
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