Ich finde das Buch unglaublich. Nicht nur das Buch an sich, sondern auch die Geschichte die erzählt wird.
Es geht um die Krankenschwester Irene B. der Berliner Charite. Diese arbeitete dort auf einer Intensivstation, als Sie mehrere Patienten umbringt. Judith Arlt, die Autorin ist eine Angehörige eines Mordopfers von besagter Krankenschwester. Das Buch ist spannend wie ein Roman, leider traurige Realität. Besonders interessant für medizinisches und pflegerisches Fachpersonal. Ich habe selbst eine Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen und bin erschrocken. Nicht nur über die Tat, sondern über das Systemversagen. Viele Kollegen der Krankenschwester haben ihr "seltsames" Verhalten mitbekommen. Unternommen hat nie jemand etwas. Bis Menschen sterben mussten.
Man kann das Personal durch dieses Buch daran erinnern: Ihr arbeitet mit lebenden, echten Menschen. Keiner darf diesen Menschen absichtlich Schaden zufügen. Wir haben die Verantwortung für unsere Patienten das Beste zu geben, was uns sicher nicht immer gelingt. Menschen sterben. Jedoch nicht das durch aktive eingreifen einer Krankenschwester.
Umso besser das der Richter bemerkt hat, dass es sich hierbei um Mord und nicht um eine Form der Sterbehilfe handelt.
Für die Patienten und alle Menschen ist das Buch ebenso wertvoll. Es lehrt uns wieder ein Mal, unsere Verantwortung für unseren Körper und unsere Gesundheit nicht an andere Menschen zu deligieren, sonder selbstverantwortlich achtsam zu sein. Zumindest so lange uns dies auf Grund unserer Gesundheit möglich ist.
Auf einer Intensivstation kommt erschwerend hinzu, dass die Patienten die dort liegen müssen, sich am wenigsten wehren können. Sie sind dem Personal schutzlos ausgeliefert und müssen blind fremden Menschen vertrauen.