Aaaaaaaaaaaaargh! Gitarrengewichse ist gar kein Ausdruck mehr für das, was einem in den ersten Sekunden hier um die Ohren fliegt. Willkommen in der völlig durchgeknallten Welt von Origin. Nach dem letzten Monsterwerk "Antithesis" erwartete ich schon Großes, doch erhoffte ich mir die Jakobs Krönung des brutal schnellen Death Metal.
Nun geschehen noch Zeichen und Wunder und der Kansas-Fünfer erhörte meine Gebete; soll heißen, dass die Band es nach 4 rasend schnellen Alben geschafft hat, die Handbremse auch durchaus mehr als einmal pro Song anzuziehen. Ich kann nur immer wieder betonen, dass solche "Verschnaufpausen" dem Gemetzel zu Gute kommen, da sich so Kontraste bilden, die Musik viel lebendiger wirkt und die einzelnen Geschwindigkeiten, egal ob langsam schleppend (jau, auch das gibt es diesmal) oder jenseits der Schallgrenze ihre Wirkung letztlich viel besser entfalten können.
Auf "Entity" kreist natürlich nach wie vor der extreme Death / Grind Hammer, die Musiker verausgaben sich komplett und oft genug wird höllenmäßig Gas gegeben und doch hebt sich die Platte angenehm vom Rest der bandeigenen Diskographie ab. Das liegt dann auch tatsächlich am hinzugewonnen Abwechslungsreichtum. Den konnte ich den Sickos zwar auch schon auf dem Vorgänger attestieren, doch noch lange nicht in dieser Konsequenz. Selbst die rasend schnellen Parts bieten immer wieder "catchy" Momente.
Besonders gelungen sind die überlangen "Saliga" und "Consequence Of Solution". Hier findet sich die komplette Palette des Bandkönnens wider.
Doch auch der Rest der Scheibe kann vollends überzeugen. Als kleine Tipps seien dennoch das eröffnende, schier unglaubliche "Expulsion Of Fury", das böse "Swarm" und "Banishing Illusion", welches streckenweise als reiner Grindcore durchgeht, empfohlen.
Ob es am Wechsel zum Branchenriesen Nuclear Blast oder am Sängerwechsel (mit Skinless-Frontmonster Jason Keyser hat man den optimalen Mann fürs Mikro gefunden) liegt; man weiß es nicht. Fakt ist, dass Origin mit "Entity" ihr Meisterwerk abgeliefert haben und an dem muss sich in diesem Genre nun erst mal alles messen lassen.
Zusatz: Erstaunlicherweise hat kein in Lohn und Brot stehender Sänger dieses Machtwerk eingebrüllt, sondern Gitarrist Paul und Bassist Mike. Man darf also jetzt schon in Deckung gehen, wenn Mr Keyser auf dem nächsten Album Luft holt.