Mit "Enter Metropolis" sind Dúné in der Großstadt angekommen. Und doch hat sich musikalisch wenig geändert.
Ihr Debütalbum "We Are in There You Are Out Here" war das Ticket in die große weite Welt. Ihre Reise hat die sieben Dänen inzwischen nach Berlin geführt und auch musikalisch heißt es nun: "Enter Metropolis".
Doch es braucht mehr als eine Großstadtkulisse, um ein großes Album zu machen. Dessen waren sich auch Dúné bewusst und haben ihren neuen Songs einen satten Klang verpasst: dicke Synthie-Schichten, sehnsüchtige Vocals und bis zu drei Gitarren. Im Klangfeld zwischen Kraftwerk, The Killers und Billy Talent produzieren sie damit auch auf ihrem neuen Album "Enter Metropolis" jene Sorte Songs, die ihnen vor zwei Jahren schon das Etikett "Indielectrock" bescherten und die abermals, wie im Falle der ersten Single "Heat" oder "Memories", ihren Zweck auf den Tanzflächen erfüllen werden.
Doch Großstadt bedeutet auch Verlockung und Zerstreuung. Beidem konnten Dúné mit dem neuen Album widerstehen und haben stattdessen versucht auf Nummer sicher zu gehen. Das Ergebnis: Wenig überraschend und immer noch tanzbar. Aber irgendwie auch beliebig.
Die Indierockrasselbande ist besser und reifer geworden, doch zum Glück nicht erwachsen. Noch als Abiturienten machten Dúné aus dem dänischen Skive mit ihrer Kombi aus Elektropop und Punkrock auf sich aufmerksam. Inzwischen haben sie den Schulabschluss und zahlreiche Preise fürs Debütalbum in der Tasche, sind vom Heimatkaff über Kopenhagen nach Berlin gezogen und nennen das zweite Album programmatisch "Enter Metropolis". Eigentlich lobenswert, dass Dúné kommerziell nicht auf Nummer Sicher gingen und lieber mit dem Metalproduzenten Jakob Hansen gearbeitet haben. Der hat ihren Gitarrensound zwar überzeugend breitbeinig aufgestellt, walzt aber auch die Elektronik flächiger und nimmt Duné die kontrastierende Leichtigkeit. Das Septett um Mädchenschwarm Mattias Kolstrup kann das wettmachen, weil es den Mut zu charmant-naiven Hymnen nicht verloren hat - und auch Posen unterbringt, die ihnen in fünf Jahren fürchterlich peinlich sein werden. Hatte das Debüt einige Hits und viel Füllmaterial zu bieten, so ist "Enter Metropolis" eine durchgängig gute Platte geworden. Dank ihrer energetischen Liveshows können sie auch beruhigt auf Hits verzichten. Die brauchen sie erst wieder, wenn sie mal erwachsen sind. (cs)